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Feste Arbeitsplattformen

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Feste Arbeitsplattformen und ihre technische Dokumentation im Facility Management

Feste Arbeitsbühnen

Dieses Dokumentenverzeichnis legt die wesentlichen Nachweise für den Betrieb fester Arbeitsbühnen fest und fasst die notwendigen rechtlichen, technischen und sicherheitsrelevanten Anforderungen zusammen. Es berücksichtigt die Vorgaben der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV), der einschlägigen Technischen Regeln für Betriebssicherheit (TRBS) und relevanter DGUV-Informationen. Ziel ist es, den Arbeitgebern und Betreibern von festen Arbeitsbühnen eine klare Struktur für die Dokumentation der Sicherheit, Prüfung und Instandhaltung bereitzustellen. Dadurch werden der sichere Betrieb und das erforderliche Schutzniveau nachgewiesen sowie gesetzliche Prüfpflichten erfüllt. Im Sinne der Betreiberverantwortung schafft dieses Verzeichnis Transparenz und Nachvollziehbarkeit gegenüber Aufsichtsbehörden und Versicherern. Gleichzeitig unterstützt es den Facility Manager dabei, Gefährdungen systematisch zu erfassen und entsprechende Schutzmaßnahmen dokumentiert umzusetzen.

Feste Arbeitsbühnen im Technischen Facility Management

Antrag auf Ausnahmegenehmigung gemäß BetrSichV

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/-typ

Antrag auf Ausnahmegenehmigung nach § 18 BetrSichV

Zweck & Geltungsbereich

Ermöglicht Abweichungen von standardisierten Anforderungen der BetrSichV bei gleichwertigem Sicherheitsniveau.

Relevante Regelwerke/Normen

BetrSichV, TRBS 1112.

Schlüsselelemente

- Beschreibung der abweichenden Maßnahme
- Begründung und Risikobewertung
- Nachweis gleichwertiger Sicherheit
- Behördenzustimmung

Verantwortlich

Arbeitgeber / Unternehmer

Praxis-Hinweise

Wird in Sonderfällen (z. B. bauliche Zwänge) genutzt und durch die zuständige Behörde genehmigt.

Erläuterung

Eine Ausnahmegenehmigung nach § 18 BetrSichV wird beantragt, wenn aufgrund baulicher oder organisatorischer Besonderheiten von den gesetzlich vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen abgewichen werden muss. Der Antrag dokumentiert detailliert die geplante Ausnahmeregelung, beinhaltet eine Risikoanalyse und belegt, dass ein gleichwertiges Schutzniveau erreicht wird. Nur die zuständige Arbeitsschutzbehörde kann eine solche Abweichung freigeben. Durch den formellen Genehmigungsbescheid wird sichergestellt, dass trotz der Abweichung die Anforderungen der BetrSichV eingehalten sind. In der Praxis nutzt der Facility Manager dieses Instrument bei technischen oder räumlichen Einschränkungen (z. B. bei denkmalgeschützten Gebäuden oder engen Platzverhältnissen), um die Betriebssicherheit rechtlich abzusichern. Durch die Ausnahmegenehmigung bleibt das durch die BetrSichV vorgegebene Schutzniveau auch bei individuellen Besonderheiten gewahrt

Prüfaufzeichnungen über Arbeitsmittelprüfungen

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/-typ

Prüfaufzeichnungen gemäß § 14 BetrSichV

Zweck & Geltungsbereich

Dokumentation von Prüfungen, Inspektionen und Funktionskontrollen der Arbeitsbühne.

Relevante Regelwerke/Normen

BetrSichV, TRBS 1201.

Schlüsselelemente

- Prüfdatum, Prüfer, Prüfumfang
- Prüfverfahren und Ergebnisse
- Festgestellte Mängel und Fristen zur Beseitigung

Verantwortlich

Befähigte Person nach TRBS 1203

Praxis-Hinweise

Grundlage für Behörden- oder Versicherungskontrollen; Nachweis für Betriebssicherheit.

Erläuterung

Die Prüfaufzeichnungen dokumentieren lückenlos alle sicherheitsrelevanten Überprüfungen der Arbeitsbühnen gemäß den Vorschriften der BetrSichV und den TRBS. Dies umfasst neben dem Prüfdatum und Prüfer auch den genauen Prüfumfang sowie die angewandten Prüfverfahren und -ergebnisse. Festgestellte Mängel werden inklusive Fristen für ihre Beseitigung aufgeführt. Auch vermeintlich risikoarme fest installierte Arbeitsmittel müssen ordnungsgemäß geprüft und dokumentiert werden – etwa auf Standfestigkeit, Befestigung und mögliche Quetsch- oder Stolpergefahren. Die so geführten Aufzeichnungen sind wichtige Nachweisdokumente bei behördlichen Kontrollen und Versicherungsüberprüfungen. Arbeitgeber oder Betreiber sind verpflichtet, die Prüfberichte bis zur nächsten fälligen Prüfung aufzubewahren und auf Anforderung vorzulegen. Auf diese Weise lassen sich der sachgerechte Zustand und die Funktionsfähigkeit der Arbeitsbühnen jederzeit nachvollziehen.

Bestellung befähigter Personen

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/-typ

Bestellurkunde der befähigten Person

Zweck & Geltungsbereich

Nachweis, dass Prüfungen nur von qualifiziertem Personal durchgeführt werden.

Relevante Regelwerke/Normen

VDI 4068-1, TRBS 1203, BetrSichV § 2 (7).

Schlüsselelemente

- Qualifikationsnachweis (Ausbildung, Erfahrung)
- Benennung der Prüfaufgaben
- Geltungsbereich und Dauer der Bestellung

Verantwortlich

Arbeitgeber / Betreiber

Praxis-Hinweise

Schriftlich zu dokumentieren; jährliche Überprüfung der Qualifikation empfohlen.

Erläuterung

Gemäß den Anforderungen der BetrSichV und TRBS 1203 dürfen sicherheitstechnische Prüfungen nur durch „befähigte Personen“ erfolgen. Die schriftliche Bestellurkunde stellt sicher, dass diese Fachkraft über die erforderlichen Qualifikationen – Ausbildung, berufliche Erfahrung und praktische Fertigkeiten – verfügt. Sie legt darüber hinaus klar den Verantwortungsbereich, die Prüfaufgaben und die Gültigkeitsdauer der Bestellung fest. Die offizielle Ernennung dokumentiert, dass Prüfungen von geeigneten und qualifizierten Fachkräften durchgeführt werden. In ihr wird u. a. festgehalten, welche Arten von Arbeitsmittelprüfungen (z. B. mechanisch, elektrisch, hydraulisch) die Person ausführen darf. Die Bestellung dient als Nachweis bei Audits und Behördenkontrollen und minimiert das Haftungsrisiko des Arbeitgebers. Im Tagesgeschäft sollte die Bestellung regelmäßig (z. B. jährlich) überprüft und bei Änderungen der Qualifikation oder Zuständigkeit aktualisiert werden.

Bestellung von Koordinatoren

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/-typ

Ernennungsnachweis Koordinator (z. B. Sicherheitskoordinator, Gefahrstoffbeauftragter)

Zweck & Geltungsbereich

Sicherstellung der Organisation und Überwachung sicherheitsrelevanter Tätigkeiten bei Betrieb und Instandhaltung.

Relevante Regelwerke/Normen

BetrSichV, DGUV-I 215-830, GefStoffV.

Schlüsselelemente

- Aufgabenbeschreibung und Verantwortungsbereich
- Kommunikationsstruktur und Berichtspflichten
- Qualifikationsnachweise

Verantwortlich

Arbeitgeber / Unternehmer

Praxis-Hinweise

Bei komplexen Anlagen oder Fremdfirmenkoordinierung verpflichtend.

Erläuterung

In komplexen Betriebsbereichen oder bei der Zusammenarbeit mit Fremdfirmen ist oft eine koordinierte Sicherheitsorganisation erforderlich. Der Ernennungsnachweis für einen Sicherheits- oder Koordinator dokumentiert, wer für die übergreifende Abstimmung der Arbeitsschutzmaßnahmen zuständig ist. Beispiele sind der Einsatz eines Sicherheitskoordinators (etwa nach DGUV Information 215-830 bei Fremdfirmenarbeit) oder die Bestellung eines Gefahrstoffbeauftragten nach der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV). In dem Dokument werden Aufgaben und Zuständigkeitsbereich des Koordinators sowie die Kommunikationswege und Meldepflichten festgelegt. Ein solcher Koordinator sorgt dafür, dass unterschiedliche Beteiligte – interne Teams, externe Dienstleister, technische Fachkräfte – in Sicherheitsfragen auf dem gleichen Stand sind und ihre Maßnahmen aufeinander abgestimmt sind. Die Bestellung schafft Klarheit über Verantwortlichkeiten und stärkt die einheitliche Gefährdungsprävention im Betrieb.

Betriebsanweisung (Hersteller)

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/-typ

Betriebsanweisung für Arbeitsmittel (Herstellerangabe)

Zweck & Geltungsbereich

Beschreibt Montage, Betrieb und Wartung der Arbeitsbühne.

Relevante Regelwerke/Normen

BetrSichV, Maschinenrichtlinie 2006/42/EG, DGUV-Regel 100-500.

Schlüsselelemente

- Funktionsbeschreibung
- Betriebsgrenzen, Sicherheitsmaßnahmen
- Wartungsintervalle und Ersatzteile

Verantwortlich

Hersteller

Praxis-Hinweise

Muss dem Betreiber bei Übergabe vorliegen; Bestandteil der Technischen Gebäudeakte.

Erläuterung

Die vom Hersteller bereitgestellte Betriebsanweisung (oft auch „Betriebsanleitung“ genannt) ist eine rechtlich vorgeschriebene Gebrauchsanweisung für das Arbeitsmittel. Sie enthält originalgetreue Informationen über Aufbau, Montage, Inbetriebnahme, Bedienung, Wartung und Instandhaltung der Arbeitsbühne. Insbesondere werden darin die Funktionsweise und die technischen Betriebsgrenzen erläutert sowie erforderliche Schutzmaßnahmen und Sicherheitsvorschriften genannt. Diese Anweisungen dienen dem Facility Manager als Basisdokument für den sicheren Betrieb und werden in der Regel in der Technischen Akte des Gebäudes abgelegt. Bei der Übergabe muss der Betreiber die Herstellervorgaben erhalten, da sie Teil der CE-Konformitätserklärung sind. Intern wird die Herstelleranweisung oft als Grundlage herangezogen, um arbeitsplatzspezifische Betriebsanweisungen zu erstellen.

Betriebsanweisung (Arbeitgeber)

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/-typ

Betriebsanweisung gemäß § 9 BetrSichV und DGUV-I 205-001

Zweck & Geltungsbereich

Regelt den sicheren Umgang, die Gefahren und Schutzmaßnahmen beim Betrieb der Arbeitsbühne.

Relevante Regelwerke/Normen

BetrSichV, DGUV-I 205-001, ArbSchG.

Schlüsselelemente

- Gefährdungsbeschreibung und Schutzmaßnahmen
- Verhalten im Normalbetrieb und bei Störungen
- Erste-Hilfe- und Notfallmaßnahmen

Verantwortlich

Arbeitgeber / Sicherheitsfachkraft

Praxis-Hinweise

Muss gut sichtbar im Arbeitsbereich ausgehängt werden; Bestandteil der Gefährdungsbeurteilung.

Erläuterung

Die vom Arbeitgeber erstellte Betriebsanweisung ergänzt die Herstellerinformationen um einsatz- und ortsspezifische Hinweise. Basierend auf der Gefährdungsbeurteilung beschreibt sie die konkreten Gefahren der Arbeitsbühne (z. B. Absturzrisiko, Quetschstellen, elektrisches System) und legt klare Verhaltensregeln und Schutzmaßnahmen fest. Sie informiert die Beschäftigten über den sicheren Betrieb, den Umgang mit möglichen Störfällen sowie über Notfall- und Erste-Hilfe-Maßnahmen. Die Betriebsanweisung soll verständlich und aktuell sein und wird üblicherweise am Einsatzort gut sichtbar ausgehängt oder elektronisch zur Verfügung gestellt. Sie stellt sicher, dass jeder Beschäftigte weiß, welche Schutzausrüstung zu verwenden ist und wie im Fehlerfall vorzugehen ist. Durch die Konkretisierung der Herstellerhinweise auf die tatsächlichen Arbeitsbedingungen vor Ort schafft die Betriebsanweisung Sicherheit und Klarheit für alle Nutzer. Sie muss in regelmäßigen Abständen überprüft und an geänderte Bedingungen angepasst werden.

Dokumentation des vereinfachten Verfahrens

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/-typ

Dokumentation des vereinfachten Verfahrens nach § 4 BetrSichV

Zweck & Geltungsbereich

Nachweis, dass die Sicherheitsanforderungen bei Standard-Arbeitsmitteln ohne zusätzliche Prüfpflichten erfüllt sind.

Relevante Regelwerke/Normen

BetrSichV, TRBS 1111.

Schlüsselelemente

- Beschreibung des Arbeitsmittels
- Gefährdungsbewertung und Prüffristen
- Begründung für Anwendung des vereinfachten Verfahrens

Verantwortlich

Arbeitgeber / Sicherheitsbeauftragter

Praxis-Hinweise

Gilt insbesondere für einfache, nicht überwachungspflichtige Arbeitsmittel (z. B. feste Podeste).

Erläuterung

Das vereinfachte Verfahren gemäß § 4 BetrSichV erlaubt eine reduzierte Dokumentation für Arbeitsmittel mit geringem Gefährdungspotenzial, die den aktuellen technischen Regeln entsprechen. Dabei wird in der Unterlage festgehalten, dass für diese Arbeitsbühne alle relevanten Schutzanforderungen bereits durch Bauart und Einsatz erfüllt sind und keine zusätzlichen Prüfungen erforderlich sind. Die Dokumentation enthält eine genaue Beschreibung des Arbeitsmittels (z. B. Art, Baujahr, Installationsort), das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung sowie die festgelegten Prüffristen. Sie legt insbesondere dar, warum die Arbeitsbühne als „einfach“ im Sinne der Regel gilt und das vereinfachte Verfahren angewendet wird. In der Praxis werden einfache Podeste oder Laufsteganlagen oft über dieses Verfahren abgebildet, um den Prüfungsaufwand zu minimieren, ohne dass die Sicherheitsanforderungen vernachlässigt werden. Wichtig ist, dass auch im vereinfachten Verfahren das Schutzziel (Vermeidung von Absturz und anderen Gefährdungen) weiterhin sichergestellt ist.

Dokumentation der durchgeführten Gefährdungsbeurteilungen

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/-typ

Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung

Zweck & Geltungsbereich

Nachweis über die Ermittlung, Bewertung und Kontrolle von Gefährdungen bei Nutzung und Wartung von festen Arbeitsbühnen.

Relevante Regelwerke/Normen

BetrSichV (02.2_830)

Schlüsselelemente

Beschreibung der Arbeitsbühne und Nutzungsszenarien
Ermittlung von Gefährdungen (z. B. Absturz, Quetschung, elektrische Gefahren)
Bewertung von Risiken (Restrisikoanalyse)
Ableitung und Dokumentation von Schutzmaßnahmen
Prüffristen und Verantwortlichkeiten

Verantwortlich

Arbeitgeber / Unternehmer / Sicherheitsfachkraft

Praxis-Hinweise

Pflichtdokument nach § 3 BetrSichV. Grundlage für Unterweisungen, Prüfungen und behördliche Kontrollen.

Erläuterung

Die Gefährdungsbeurteilung ist eine systematische Risikoanalyse, mit der alle potenziellen Gefährdungen beim Einsatz und der Wartung der festen Arbeitsbühne ermittelt werden. Sie muss gemäß § 3 der Betriebssicherheitsverordnung erstellt und dokumentiert werden. Dabei werden Gefährdungen wie Absturzrisiken, Quetsch- oder Stoßgefahren sowie elektrische Gefahren systematisch erfasst und bewertet. Auf dieser Basis werden geeignete Schutzmaßnahmen (technisch, organisatorisch oder persönliche Schutzmaßnahmen) abgeleitet und dokumentiert.

Im Facility Management bildet diese Dokumentation die Grundlage für alle weiteren Arbeitsschritte im Arbeitsschutz. Sie dient als Basis für die Planung von Wartungsarbeiten, die Festlegung von Prüfintervallen und die Vorbereitung von Schulungen und Unterweisungen. Die dokumentierte Gefährdungsbeurteilung wird in der technischen oder Sicherheitsakte des Betriebs archiviert und Behördenprüfungen sowie internen Audits vorgelegt. Änderungen der Arbeitsbedingungen oder der Nutzung (z. B. neue Betriebsmittel oder Verfahren) bedingen eine Überprüfung und ggf. Aktualisierung der Gefährdungsbeurteilung.

Informationen zur Gefährdungsbeurteilung

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/-typ

Informationen und Daten für die Gefährdungsbeurteilung

Zweck & Geltungsbereich

Bereitstellung technischer und organisatorischer Daten, die zur Durchführung der Gefährdungsbeurteilung erforderlich sind.

Relevante Regelwerke/Normen

BetrSichV (02.2_830)

Schlüsselelemente

Technische Unterlagen der Arbeitsbühne
Standortbedingungen und Umgebungsrisiken
Nutzungsintensität und Bedienpersonal
Wartungs- und Prüfprotokolle vergangener Jahre

Verantwortlich

Betreiber / Facility Manager / Sicherheitsfachkraft

Praxis-Hinweise

Wird regelmäßig aktualisiert, insbesondere bei Änderungen am Arbeitsplatz oder der Nutzung. Bestandteil der Sicherheitsakte.

Erläuterung

Dieses Dokument enthält alle Informationen, die für die Durchführung der Gefährdungsbeurteilung benötigt werden. Dazu gehören insbesondere technische Unterlagen und Betriebsanleitungen des Herstellers, Schaltpläne, Aufbauzeichnungen sowie Angaben zu den konkreten Einsatzbedingungen. Standortbedingungen können zum Beispiel besondere Höhen, Raumbegrenzungen oder Umweltfaktoren (z. B. Staub, extreme Temperaturen) umfassen. Darüber hinaus werden betriebliche Einflussgrößen wie Schichtbetrieb, Arbeitszeiten und Personalqualifikation einbezogen, um Belastungen oder Engpässe abzuschätzen. Historische Wartungs- und Prüfprotokolle vergangener Jahre werden ebenfalls berücksichtigt, um wiederkehrende Mängel oder Trends zu erkennen.

Im Facility Management werden diese Informationen oftmals in einem CAFM-System oder einer digitalen Betriebsdokumentation gepflegt. Sie gewährleisten eine vollständige Risikoanalyse nach BetrSichV, da sie als Input in die Gefährdungsbeurteilung einfließen. Die Informationssammlung wird kontinuierlich ergänzt, etwa bei technischen Änderungen, Umstrukturierungen oder neuen Nutzungsszenarien, um stets aktuelle Daten für die Sicherheitsbewertung verfügbar zu haben.

Nachweis der fachlichen Qualifikation – Erstellung von Gefährdungsbeurteilungen

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/-typ

Qualifikationsnachweis / Schulungszertifikat für die Erstellung von Gefährdungsbeurteilungen

Zweck & Geltungsbereich

Nachweis, dass die verantwortliche Person über die erforderliche Fachkunde zur Erstellung von Gefährdungsbeurteilungen verfügt.

Relevante Regelwerke/Normen

BetrSichV (02.2_830)

Schlüsselelemente

Ausbildungs- oder Weiterbildungsnachweis
Beschreibung der vermittelten Inhalte (z. B. Gefährdungsbeurteilung, rechtliche Grundlagen)
Ausstellungsdatum und Gültigkeitsdauer
Anbieter und Zertifikatsnummer

Verantwortlich

Schulungsträger / Fachkraft für Arbeitssicherheit

Praxis-Hinweise

Wird bei Audits oder behördlichen Prüfungen vorgelegt. Bestandteil der Betreiber- oder Personalakte.

Erläuterung

Gemäß § 3 der BetrSichV muss die Gefährdungsbeurteilung von fachkundigen Personen durchgeführt werden. Der Qualifikationsnachweis dokumentiert, dass die verantwortliche Person eine entsprechende Aus- oder Fortbildung absolviert hat. Dies kann z. B. durch ein Schulungszertifikat oder eine Teilnahmebestätigung an einer Fachschulung erfolgen, etwa im Rahmen der Ausbildung zur Sicherheitsfachkraft (SiFa) oder einer vergleichbaren Weiterbildung. Das Zertifikat enthält Angaben zu den vermittelten Inhalten (z. B. Methodik der Gefährdungsbeurteilung, rechtliche Grundlagen) sowie Ausstellungsdatum und Gültigkeitsdauer.

Im Facility Management wird der Qualifikationsnachweis in der Personal- oder Betreiberakte archiviert. Er dient als Auditnachweis bei internen oder behördlichen Kontrollen. Der Nachweis bestätigt, dass die verantwortliche Person über die erforderliche Fachkunde verfügt und somit in der Lage ist, Gefährdungen am Arbeitsplatz sachgerecht zu beurteilen und wirksame Schutzmaßnahmen abzuleiten.

Festlegung der Prüfanforderungen (Qualifikation von Prüfern)

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/-typ

Bestimmung der Anforderungen an befähigte Personen zur Prüfung von Arbeitsmitteln

Zweck & Geltungsbereich

Definiert die Qualifikationen, Kenntnisse und Erfahrungen, die Prüfer besitzen müssen, um feste Arbeitsbühnen zu prüfen.

Relevante Regelwerke/Normen

BetrSichV (02.2_830)

Schlüsselelemente

Berufsausbildung / technische Qualifikation
Erfahrung in der Prüfung vergleichbarer Arbeitsmittel
Kenntnisse der relevanten Vorschriften und Normen
Dokumentation der Benennung durch Arbeitgeber

Verantwortlich

Arbeitgeber / Unternehmer

Praxis-Hinweise

Grundlage für die Bestellung befähigter Personen nach § 2 Absatz 7 BetrSichV. Bestandteil der Prüf- und Sicherheitsorganisation.

Erläuterung

Die BetrSichV verlangt, dass Prüfungen nur durch sogenannte „zur Prüfung befähigte Personen“ durchgeführt werden. Dieses Dokument legt die fachlichen Anforderungen für Prüfer fest. Üblicherweise ist eine einschlägige technische Berufsausbildung (z. B. als Mechatroniker, Industriemechaniker oder Elektriker) sowie praktische Erfahrung in der Prüfung ähnlicher Anlagen erforderlich. Ebenso notwendig sind vertiefte Kenntnisse der einschlägigen Vorschriften, Normen und Herstellervorgaben. Der Arbeitgeber muss geeignete Prüfer benennen und ihre Befähigung dokumentieren, beispielsweise durch eine Bestellungsurkunde oder Prüferakte.

Im Facility Management dient diese Dokumentation der Sicherstellung der Prüfqualität. Sie garantiert, dass alle Prüfungen der festen Arbeitsbühnen durch fachkundiges Personal erfolgen und nachvollziehbar dokumentiert sind. Die Festlegung der Qualifikationsanforderungen orientiert sich an § 2 Abs. 7 BetrSichV und den Technischen Regeln (z. B. TRBS 1203). Durch die formale Festlegung wird die Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen an die Prüforganisation nachgewiesen.

Festlegung von Prüfart, Umfang und Prüffristen

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/-typ

Prüfplan für Arbeitsmittel (Prüfarten und Fristen)

Zweck & Geltungsbereich

Regelung der Art (visuell, funktional, mechanisch), des Umfangs und der Frequenz der vorgeschriebenen Prüfungen.

Relevante Regelwerke/Normen

BetrSichV (02.2_830)

Schlüsselelemente

Prüfgegenstand und -umfang
Prüfhäufigkeit (z. B. jährlich, vor Inbetriebnahme)
Prüfkriterien und Grenzwerte
Dokumentationsformate

Verantwortlich

Arbeitgeber / Sicherheitsfachkraft / Prüforganisation

Praxis-Hinweise

Wird im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung definiert. Grundlage für Prüfpläne im CAFM-System.

Erläuterung

Der Prüfplan konkretisiert die Anforderungen an regelmäßige Inspektionen der festen Arbeitsbühnen. Er legt fest, welche Prüfarten durchzuführen sind – zum Beispiel Sichtkontrolle, Funktionsprüfung oder messtechnische Überprüfung – und den Umfang der Prüfungen. Dazu zählen Prüfpunkte wie Tragwerke, Geländer, Sicherheitsvorrichtungen und elektrische Anlagen. Ferner regelt der Plan die Prüffristen: Üblicherweise sind feste Arbeitsbühnen mindestens einmal jährlich und zusätzlich vor der erstmaligen Inbetriebnahme sowie nach wesentlichen Änderungen oder Reparaturen einer sachkundigen Prüfung zu unterziehen.

Der Prüfplan enthält außerdem Kriterien und Grenzwerte für die Prüfungen (z. B. zulässige Verschleißgrenzen, Funktionsanforderungen an Sicherheitskomponenten). Die Ergebnisse der Prüfungen müssen dokumentiert werden (§ 14 Abs. 7 BetrSichV) und werden in standardisierten Formularen oder elektronischen Systemen festgehalten. Im Facility Management wird der Prüfplan in die Instandhaltungsplanung integriert: Prüftermine und Fristen werden in einem CAFM-System hinterlegt und elektronisch überwacht, sodass alle Prüfungen termingerecht erfolgen können.

Herstellerinformationen zur Instandhaltung

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/-typ

Herstellerinformationen für Wartung und Instandhaltung

Zweck & Geltungsbereich

Bereitstellung technischer Anweisungen zur Wartung, Schmierung, Prüfung und Austausch von Komponenten.

Relevante Regelwerke/Normen

BetrSichV (02.2_830)

Schlüsselelemente

Wartungsintervalle und Anleitungen
Verschleißteile und Ersatzteilangaben
Prüf- und Kalibrierhinweise
Sicherheitsmaßnahmen bei Wartung

Verantwortlich

Hersteller / Betreiber

Praxis-Hinweise

Grundlage für Wartungspläne und Betreiberpflichten. Muss in deutscher Sprache vorliegen. Bestandteil der technischen Betriebsakte.

Erläuterung

Die Herstellerdokumentation enthält alle wesentlichen Vorgaben für die fachgerechte Instandhaltung der Arbeitsbühne. Dazu gehören detaillierte Wartungs- und Schmieranleitungen, empfohlene Wartungsintervalle, Listen von Verschleißteilen sowie Hinweise zur Prüfung und Kalibrierung sicherheitsrelevanter Komponenten. Üblicherweise sind auch Sicherheitsanweisungen enthalten, etwa zum Abschalten der Stromversorgung oder Einsatz von Schutzausrüstung während der Wartung. Diese Herstellervorgaben definieren die Pflichten des Betreibers bei der Instandhaltung.

Die BetrSichV (§ 21) verlangt, dass der Arbeitgeber die mitgelieferten Informationen (Gebrauchs- und Wartungsanleitungen) in geeigneter Form bereithält. Im Facility Management werden die Herstelleranleitungen in der technischen Betriebsakte dokumentiert. Die darin angegebenen Wartungsintervalle und -vorschriften fließen direkt in das Instandhaltungsmanagement ein, sodass die Wartungsmaßnahmen rechtskonform und planbar erfolgen können.

Informationen zu Notfallmaßnahmen

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/-typ

Informationen zu Notfallmaßnahmen

Zweck & Geltungsbereich

Beschreibung von Verfahren und Verantwortlichkeiten bei Notfällen im Zusammenhang mit der Nutzung der Arbeitsbühne.

Relevante Regelwerke/Normen

BetrSichV (02.2_830)

Schlüsselelemente

Notfallkontakte und Zuständig
Notfallkontakte und Zuständigkeiten
Erste-Hilfe-Maßnahmen
Evakuierungs- und Rettungsanweisungen
Vorgehen bei Stromausfall oder technischer Störungkeiten

Verantwortlich

Arbeitgeber / Sicherheitsfachkraft

Praxis-Hinweise

Bestandteil der Betriebsanweisung und Gefährdungsbeurteilung. Wird bei Unterweisungen verwendet.

Erläuterung

Für Notfälle bei der Verwendung von festen Arbeitsbühnen (z. B. Stromausfall, technische Störung, Absturzunfall) muss ein klares Handlungs­konzept vorliegen. Dieses Dokument beschreibt die notwendigen Verfahren und Zuständigkeiten in solchen Situationen. Wichtige Inhalte sind eine Liste der Notfallkontakte (z. B. interne Ersthelfer, Rettungsdienst, Hersteller-Support) sowie detaillierte Anweisungen für Erste-Hilfe-Maßnahmen bei typischen Verletzungen. Es enthält Evakuierungs- und Rettungswege sowie Vorgehensweisen für spezielle Ereignisse (z. B. Stromausfall, Systemfehler).

Im Arbeitsschutz wird dieses Wissen üblicherweise in einer Betriebsanweisung dokumentiert, die allen Beschäftigten bekanntgemacht und regelmäßig geübt wird. Im Facility Management wird die Dokumentation der Notfallmaßnahmen als Teil des Arbeitsschutzhandbuchs geführt. Sie ist Bestandteil der Unterweisungen für das Bedienpersonal. Durch klare Vorgaben und regelmäßiges Training kann im Ernstfall schnell und koordiniert reagiert werden, wodurch Unfallfolgen minimiert und die Sicherheit der Beschäftigten gewährleistet wird.

Unterweisungsprotokoll (Betriebssicherheitsverordnung)

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/-typ

Protokoll über die besondere Unterweisung zur Nutzung ortsfester Arbeitsbühnen

Zweck & Geltungsbereich

Nachweis, dass Beschäftigte vor der Verwendung von Arbeitsbühnen über Gefahren, Schutzmaßnahmen und bestimmungsgemäße Verwendung unterwiesen wurden

Relevante Regelwerke/Normen

BetrSichV § 12; ArbSchG § 12; DGUV Vorschrift 1 § 4

Schlüsselelemente

- Schulungsinhalt und Gefährdungsschwerpunkte
- Teilnehmerliste mit Unterschrift
- Datum und verantwortliche Person
- Bestätigung der Kenntnisnahme

Verantwortlich

Arbeitgeber / Fachkraft für Arbeitssicherheit

Praxis-Hinweise

Jährlich zu wiederholen und bei Änderungen der Betriebsbedingungen anzupassen; wird bei Aufsichts- und Auditprüfungen eingefordert.

Erläuterung

Das Unterweisungsprotokoll dokumentiert lückenlos, dass alle Bediener feststehender Arbeitsbühnen vor Inbetriebnahme sachkundig instruiert wurden. Danach ist gemäß § 12 BetrSichV und § 12 ArbSchG eine jährliche Wiederholung verpflichtend. Die Unterweisung behandelt alle relevanten Gefahren (z. B. Absturz, Umkippen, Stromschlag), die vorhandenen Schutzmaßnahmen sowie das richtige Verhalten und Notfallmaßnahmen. In der Dokumentation werden daher die Schulungsinhalte, die Gefährdungsschwerpunkte sowie Ort, Datum und die verantwortliche Führungskraft festgehalten. Wichtig ist eine Teilnehmerliste mit Unterschrift der Beschäftigten, um die Kenntnisnahme nachzuweisen. Die Verantwortung für die Durchführung und Dokumentation trägt der Arbeitgeber bzw. die für Arbeitssicherheit zuständige Fachkraft. In der Praxis wird das Protokoll vor Ort erstellt, möglichst direkt nach der Unterweisung gegengezeichnet und mindestens jährlich bzw. bei Betriebsänderungen aktualisiert. Bei Aufsichts- oder Auditprüfungen dient dieses Protokoll als Beleg für die ordnungsgemäße Unterweisung aller Beschäftigten.

Schutzkonzept für Arbeitsmittel

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/-typ

Schutzkonzept für ortsfeste Arbeitsbühnen

Zweck & Geltungsbereich

Darstellung aller technischen, organisatorischen und personenbezogenen Schutzmaßnahmen für die sichere Nutzung und Wartung

Relevante Regelwerke/Normen

TRBS 1111; TRBS 1115; BetrSichV § 3; ArbSchG § 5

Schlüsselelemente

- Risikoanalyse nach Gefährdungsarten (z. B. Absturz, elektrische Gefährdung)
- Technische Schutzmaßnahmen (Geländer, Not-Halt, Zugangssperren)
- Notfallmaßnahmen und Verantwortlichkeiten

Verantwortlich

Arbeitgeber / Sicherheitsbeauftragter / Fachplaner

Praxis-Hinweise

Wird bei Erstellung der Gefährdungsbeurteilung integriert; Grundlage für Betriebsanweisungen und Wartungsvorgaben.

Erläuterung

Im Schutzkonzept werden präventive Maßnahmen festgehalten, um alle bei der Nutzung der Arbeitsbühnen identifizierten Risiken systematisch zu minimieren. Zunächst wird eine umfassende Risikoanalyse durchgeführt (gemäß TRBS 1111), die Gefährdungsarten wie Absturz, Anstoßen, Quetschen, elektrische Gefährdung oder mechanische Gefahren berücksichtigt. Auf dieser Grundlage werden technische Schutzmaßnahmen definiert: z. B. Absturzsicherungen (Geländer, Auffangnetze), sichere Zugangswege und Not-Halt-Einrichtungen. Daneben gehören organisatorische Maßnahmen dazu, etwa Zutrittskontrollen, Checklisten für Instandhaltung und klare Verantwortungszuweisungen. Notfallmaßnahmen (z. B. Rettungspläne, Meldeketten, Erste-Hilfe- Ausstattung) runden das Konzept ab. Die BetrSichV fordert ein solches „Schutzkonzept“, das alle Gefährdungen systematisch erfasst. Nach TRBS 1111 versteht man darunter die Verknüpfung aller technischen, organisatorischen und personenbezogenen Schutzmaßnahmen. Das Schutzkonzept bildet damit die Basis für Betriebsanweisungen, Arbeitspläne und Wartungsvorgaben: Es gewährleistet einen ganzheitlichen Arbeitsschutzansatz für die Arbeitsbühnen.

Unfall- und Schadensbericht

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/-typ

Unfall- und Schadensbericht für Arbeitsmittel

Zweck & Geltungsbereich

Dokumentation von Unfällen, Beinaheereignissen oder Sachschäden an Arbeitsbühnen

Relevante Regelwerke/Normen

BetrSichV § 5; TRBS 3151 (TRGS 751); DGUV Vorschrift 1 § 24

Schlüsselelemente

- Zeitpunkt, Ort und Beschreibung des Ereignisses
- Beteiligte Personen und Ursachenanalyse
- Sofortmaßnahmen und Folgemaßnahmen
- Unterschrift des Verantwortlichen

Verantwortlich

Arbeitgeber / Sicherheitsfachkraft / Betriebsarzt

Praxis-Hinweise

Grundlage für Unfallstatistiken, Gefährdungsbeurteilungen und Nachschulungen; im FM-Prozess zentral für das Reporting zur Arbeitssicherheit.

Erläuterung

Der Unfall- und Schadensbericht dient der systematischen Aufarbeitung von Störfällen und Unfällen mit ortsfesten Arbeitsbühnen. Er wird bei jedem Zwischenfall erstellt – sei es ein tatsächlicher Arbeitsunfall, ein Beinahe-Unfall oder ein signifikanter Sachschaden. Dokumentiert werden der Zeitpunkt, der Ort und eine detaillierte Ereignisbeschreibung. Hinzu kommen Angaben zu beteiligten Personen, eine Analyse der Ursachen (z. B. menschliches Fehlverhalten oder technische Defekte) sowie alle unmittelbar getroffenen Maßnahmen (etwa Erste Hilfe, Stillsetzen der Anlage). Im Anschluss werden Korrekturmaßnahmen definiert, um Wiederholungen zu verhindern. Nach § 24 der DGUV Vorschrift 1 muss nach Arbeitsunfällen unverzüglich für Erste Hilfe gesorgt werden, was Teil der Sofortmaßnahmen im Bericht ist. Solche Berichte speisen sich in Unfallstatistiken ein, werden in die Gefährdungsbeurteilung rückgemeldet und bilden die Basis für weitergehende Unterweisungen oder technische Verbesserungen. Im Facility-Management wird daraus abgeleitet, ob z. B. zusätzliche Schutzmaßnahmen erforderlich sind oder Anpassungen in den Betriebsanweisungen vorgenommen werden müssen.

Herstellerdokumente zur Gefährdungsbeurteilung

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/-typ

Herstellerspezifische Dokumente für die Gefährdungsbeurteilung

Zweck & Geltungsbereich

Bereitstellung von sicherheitsrelevanten Informationen für die Erstellung betrieblicher Gefährdungsbeurteilungen

Relevante Regelwerke/Normen

BetrSichV § 3; TRBS 1111; Maschinenrichtlinie (EU) 2023/1230

Schlüsselelemente

- Betriebs- und Wartungsanleitungen
- Sicherheits- und Schutzsysteme
- CE-Kennzeichnung und Risikobewertung des Herstellers

Verantwortlich

Hersteller / Betreiber

Praxis-Hinweise

Grundlage für die Anpassung der betrieblichen Gefährdungsbeurteilung; mit Übergabe der Anlage an den Betreiber zu archivieren.

Erläuterung

Herstellspezifische Unterlagen sind unverzichtbarer Bestandteil jeder Gefährdungsbeurteilung. Sie enthalten im Regelfall die Betriebs-, Bedienungs- und Wartungsanleitungen der Arbeitsbühne sowie Angaben zu verbauten Sicherheits- und Schutzsystemen. Dazu gehört auch die CE-Kennzeichnung mitsamt der vom Hersteller erstellten Risikoanalyse gemäß Maschinenrichtlinie. Nach BetrSichV § 3 muss der Arbeitgeber bei der Gefährdungsbeurteilung alle relevanten Herstellerangaben berücksichtigen. Gleichzeitig erlaubt die BetrSichV (§ 3 Abs. 5) die Übernahme herstellerseitiger Risikobeurteilungen, sofern die Einsatzbedingungen übereinstimmen. In der Praxis werden die Herstellerdokumente zu Beginn der Anlagenübergabe übergeben und elektronisch archiviert. Sie bilden die Grundlage, auf der der Betreiber seine betriebliche Gefährdungsbeurteilung aufbaut: Aus ihnen lassen sich zum Beispiel Restgefahren erkennen und Vorgaben zu Wartungsintervallen oder erforderlicher PSA ableiten. Letztlich dienen diese Unterlagen als Informationsbasis für Betriebsanweisungen, Bedienerschulungen und Prüfpläne im eigenen Unternehmen.

Ergebnisdokumentation der regelmäßigen Überprüfung

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/-typ

Prüfvermerk zur regelmäßigen Überprüfung der Gefährdungsbeurteilung

Zweck & Geltungsbereich

Nachweis über die Aktualität und Wirksamkeit der Gefährdungsbeurteilung

Relevante Regelwerke/Normen

BetrSichV § 3 Abs. 7; TRBS 1111

Schlüsselelemente

- Datum der Überprüfung
- Prüfer und Verantwortlicher
- Änderungen im Betriebszustand
- Maßnahmenverfolgung

Verantwortlich

Arbeitgeber / Fachkraft für Arbeitssicherheit

Praxis-Hinweise

Mindestens jährlich oder bei Änderungen der Arbeitsbedingungen zu aktualisieren; Bestandteil der Betreiberakte.

Erläuterung

Mit diesem Nachweis wird dokumentiert, dass die Gefährdungsbeurteilung fortlaufend aktuell gehalten wird. Gemäß § 3 Absatz 7 BetrSichV ist die Beurteilung regelmäßig – mindestens jährlich – zu überprüfen und bei Bedarf unverzüglich anzupassen. Dabei ist insbesondere der Stand der Technik zu berücksichtigen. In der Ergebnisdokumentation wird das Prüfdatum festgehalten, ebenso wer geprüft hat und ob Änderungen (z. B. neuer Einsatzort, Modifikationen der Anlage, geänderte Arbeitsabläufe) festgestellt wurden. Gefundene Mängel oder Anpassungsbedarfe werden mit umgesetzten oder empfohlenen Maßnahmen vermerkt. Wurde bei der Überprüfung keine Änderung erforderlich, muss dies ebenfalls mit Datum in der Dokumentation vermerkt werden. In der Praxis erstellt die befähigte Person (z. B. FASI oder externe Fachkraft) diesen Prüfvermerk üblicherweise jährlich oder nach jeder wesentlichen Veränderung. Er ist Teil der Betreiberakte und dient als Nachweis gegenüber Aufsichtsbehörden, dass die Schutzmaßnahmen wirksam bleiben.

Verpflichtung der Lieferanten (Arbeitssicherheit)

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/-typ

Verpflichtungserklärung der Lieferanten zur Einhaltung arbeitsschutzrechtlicher Vorgaben

Zweck & Geltungsbereich

Sicherstellung, dass Lieferanten, Monteure und Dienstleister Arbeitsschutzvorschriften einhalten

Relevante Regelwerke/Normen

DGUV Vorschrift 1 § 2; ArbSchG § 8

Schlüsselelemente

- Erklärung über die Einhaltung der DGUV- und BetrSichV-Vorgaben
- Benennung des Sicherheitsbeauftragten
- Unterzeichnung durch Auftragnehmer

Verantwortlich

Auftraggeber (Betreiber) / Auftragnehmer

Praxis-Hinweise

Vor Beginn von Fremdleistungen einzuholen; Bestandteil der Fremdfirmenfreigabe und Sicherheitsdokumentation.

Erläuterung

Bei Fremdfirmenarbeiten muss der Betreiber sicherstellen, dass auch externe Dienstleister die geltenden Arbeitsschutzregeln beachten. Nach ArbSchG § 8 und DGUV Vorschrift 1 müssen Arbeitgeber, die Fremdfirmen einsetzen, dafür sorgen, dass diese über betriebsbezogene Gefahren informiert sind und angeleitet werden. In der Praxis geschieht dies durch eine Verpflichtungserklärung der Lieferanten. Darin bestätigt der Auftragnehmer schriftlich, dass er einen festen Ansprechpartner für Arbeitssicherheit benannt hat und sämtliche einschlägigen Vorschriften (DGUV-Vorschriften, BetrSichV, ArbSchG etc.) einhält. Die Erklärung wird in der Regel schon beim Auftrag vergeben oder vor Arbeitsbeginn eingeholt. Sie ist Teil der Unterlagen für externe Firmen und dient dem Schutz des Betreibers vor Haftungsrisiken: Der Betreiber kann darauf verweisen, dass der Auftragnehmer seine Arbeitsschutzpflichten anerkannt hat.