Zielsystem des Auftraggebers
Zielarchitektur
Das Zielsystem des Auftraggebers bildet die verbindliche Soll-Architektur für Auswahl, Beauftragung, Steuerung, Bewertung und Weiterentwicklung der technischen Betriebs- und Serviceleistungen im Vorhaben. Es übersetzt die Anforderungen des Kerngeschäfts in messbare Leistungsziele, eindeutige Nachweise, belastbare KPI-/SLA-Strukturen, definierte Review-Zyklen sowie klare Übergabe- und Exit-Anforderungen. Grundlage hierfür sind die einschlägigen FM-Standards der ISO, insbesondere zu Managementsystem, Strategie, Politik und Sourcing, wonach Facility Management die Ziele der Bedarfsorganisation, die Anforderungen relevanter Interessengruppen und die anwendbaren Vorgaben wirksam zu unterstützen hat.
Die Ausschreibung muss dieses Zielsystem als Teil der funktionalen Leistungsbeschreibung abbilden. Verbindlich festzulegen sind die Zielgrößen je Kritikalitätsklasse, die Messmethode, die Datenquelle, das Berichtsintervall, der Eskalationsmechanismus sowie die Zuordnung von Verantwortlichkeiten zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer. Die Leistungsbeschreibung hat die Merkmale des Auftragsgegenstands in Form von Leistungs- oder Funktionsanforderungen so zu erfassen, dass der Markt ein einheitliches Verständnis des Beschaffungsgegenstands erhält und belastbar vergleichbare Angebote abgeben kann.
Für das Vorhaben gilt eine einheitliche Kritikalitätslogik für Anlagen, technische Infrastrukturen, produktionsnahe Unterstützungsfunktionen, sicherheitsrelevante Systeme und servicebezogene Kernprozesse. Numerische Zielwerte werden objektspezifisch in den KPI-/SLA-Matrizen, im Anlagen- und Leistungsverzeichnis sowie in den standort- und bereichsbezogenen Anlagen der Vergabeunterlagen festgelegt. Das Zielsystem wird damit nicht als allgemeine Beschreibung guter Betriebsführung ausgestaltet, sondern als konkrete Steuerungsgrundlage für Vertragsdurchführung, Monatssteuerung, Audit, Eskalation und gegebenenfalls Dienstleisterwechsel.
