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Anhänge zum Betriebskonzept TTS im TFM

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Anhänge zum Betriebskonzept im Total Technical Services mit strukturierten Konzepten und Prozessen im Facility Management

Anhänge zum TTS-Betriebskonzept: Aus dem Zielbild ein steuerbares Betriebsmodell machen

Das übergeordnete Betriebskonzept beschreibt das Zielbild für Total Technical Services (TTS): Betriebsorganisation, Verantwortungsmodell, Instandhaltungsstrategie, Betreiberpflichten, Serviceprozesse und Steuerungsprinzipien. Für die tägliche Umsetzung reicht diese konzeptionelle Ebene jedoch nicht aus. Die Anhänge konkretisieren deshalb, wie das Betriebsmodell praktisch ausgeführt, gesteuert, dokumentiert und nachgewiesen wird.

Die bestehende TTS-Struktur umfasst hierzu ein breites Spektrum von Anlagenkataster und Betriebsprozessen über ProVI, Instandhaltung, Notfallmanagement und Compliance bis zu IT, KPI, SLA/XLA, Start-up und Dokumentation.

Betriebskonzept durch strukturierte TTS-Anhänge ergänzen

Betriebskonzept und Anhänge klar unterscheiden

Das Hauptdokument sollte die langfristig gültigen Grundsätze enthalten. Details, die regelmäßig fortgeschrieben oder operativ genutzt werden, gehören dagegen in Anhänge.

Dokumentebene

Typische Inhalte

Betriebskonzept

Zielbild, Governance, Leistungsmodell, Grundprinzipien

Organisationsanhänge

Rollen, RACI, Projekt- und Betriebsorganisation

Betriebsanhänge

Regelbetrieb, Störung, Wartung, Service Desk

Asset-Anhänge

Anlagenkataster, Zustandsbewertung, Instandhaltungsstrategie

Compliance-Anhänge

Betreiberpflichten, ProVI, Arbeitssicherheit, Nachweise

IT-/Datenanhänge

CAFM, GLT, ERP, Schnittstellen und Berechtigungen

Steuerungsanhänge

KPI, SLA/XLA, Reporting, Qualitätsgespräche

Veränderungsanhänge

Change Request, Projekte, Start-up, KVP und Innovation

Damit bleibt das Betriebskonzept lesbar, während operative Details gezielt angepasst werden können.

Für jeden TTS-Anhang sollte definiert sein:

  • Zweck und Anwendungsbereich,

  • verantwortliche Stelle,

  • betroffene Anlagen, Leistungen oder Prozesse,

  • erforderliche Eingangsinformationen,

  • verbindliche Abläufe und Verantwortlichkeiten,

  • Schnittstellen zu anderen Anhängen,

  • erforderliche Nachweise,

  • Freigabe- und Eskalationsregeln,

  • Aktualisierungsanlässe und Versionsstand.

Ein Betriebsprozess sollte beispielsweise nicht isoliert neben dem CAFM-Konzept stehen. Er muss festlegen, welches System welchen Vorgang führt, welche Daten erzeugt werden und welcher Nachweis am Prozessende vorliegen muss.

Der besondere Nutzen entsteht aus der Verknüpfung der Dokumente. Beispielsweise:

Anlagenkataster → Kritikalität → Betreiberpflicht → Prüfintervall → Wartungsstrategie → Arbeitsauftrag → Leistungsnachweis → Mangel → Maßnahme → KPI → Reporting.

Auch die TTS-Unterseiten verbinden technische Betriebsführung ausdrücklich mit Instandhaltung, Prüf- und Nachweisführung, Systemintegration, Störungsmanagement und Fremdfirmensteuerung. Die Schnittstellenbeschreibung sieht ergänzend eine klare Rollenverteilung zwischen CAFM, GLT/BMS, Service Desk und ERP vor.

Für einen TTS-Vertrag müssen Anhänge eindeutig identifizierbar sein. Empfehlenswert sind:

  • eindeutige Anhangsnummer,

  • Titel und Versionsstand,

  • Freigabedatum,

  • Dokumentenverantwortlicher,

  • vertraglicher Status,

  • Änderungsverlauf,

  • Verweise auf korrespondierende Anlagen.

Dies ist besonders wichtig, wenn operative Anhänge während einer mehrjährigen Vertragslaufzeit weiterentwickelt werden. ISO 41012 behandelt für FM-Vereinbarungen ausdrücklich Rollen, Verantwortlichkeiten sowie Struktur und Entwicklung geeigneter Vertragsmodelle. Die Richtlinienreihe VDI 3810 ergänzt diesen Managementrahmen um konkrete Anforderungen und Handlungsempfehlungen zum Betreiben und Instandhalten gebäudetechnischer Anlagen.

Vom Dokumentenpaket zum Betreiberhandbuch

Die Anhänge sollten deshalb nicht als lose Sammlung von Einzeldokumenten verstanden werden. Zusammen bilden sie das operative Betreiber-, Steuerungs- und Nachweissystem des TTS-Modells.

Die Grundlogik lautet:

Zielbild festlegen → Verantwortlichkeiten konkretisieren → Assets strukturieren → Betriebsprozesse definieren → Betreiberpflichten integrieren → IT-Systeme verbinden → Performance messen → Veränderungen steuern → Nachweise revisionsfähig führen.

So wird aus dem Betriebskonzept ein im Tagesgeschäft anwendbares TTS-Modell: Die Anhänge übersetzen strategische Vorgaben in konkrete Rollen, Prozesse, Daten, Freigaben und Nachweise und schaffen damit die Grundlage für einen sicheren, transparenten und dauerhaft steuerbaren technischen Gebäudebetrieb.