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Vertragskataster: Vertragsübersicht, Fristenmanagement, SLA-/KPI-Zuordnung

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Vertragskataster mit Fristenmanagement sowie SLA und KPI Zuordnung im Facility Management

Anhang: Vertragskataster

Das Vertragskataster wird als führendes, nicht öffentliches Verzeichnis aller TTS-relevanten Verträge und vertragsähnlichen Bindungen eingerichtet. Es dient der vollständigen Erfassung von Vertragsdaten, Rechten, Pflichten, Leistungsgrenzen, Fristen, Änderungen und Nachweisen. Die Struktur orientiert sich an den FM-Standards von ISO: Vereinbarungen, Verantwortlichkeiten und FM-Informationssysteme sind in einer einheitlichen Führungslogik zu entwickeln und so zu führen, dass die technischen Leistungen die Ziele des Auftraggebers wirksam und effizient unterstützen.

Erfasst werden der TTS-Hauptvertrag, alle Vertragsanlagen, Nachträge, Verlängerungen, Abrufe, Gewährleistungs- und Herstellerbindungen, Prüf-, Wartungs-, Entstörungs-, Bereitschafts-, Software-, Lizenz- und sonstigen technisch betriebsrelevanten Leistungen sowie dokumentierte Sondervereinbarungen mit Leistungs-, Kosten-, Risiko- oder Fristenwirkung. Das Kataster ersetzt nicht die Vertragsurkunden; es bildet die verbindliche Metadaten-, Steuerungs- und Kontrollschicht. Grundlage jeder Eintragung ist eine strukturierte Auswertung der Vertragsbedingungen, Rechte, Pflichten, Prozesse und Mechanismen des jeweiligen Vertragsstands.

Anhang Vertragskataster im technischen Facility Management

Vertragsübersicht

Jeder Datensatz erhält eine eindeutige Vertrags-ID und enthält mindestens Vertragsbezeichnung, Vertragsart, internen Referenzschlüssel, Vergabe- oder Abrufbezug, Vertragspartner, Vertragsverantwortung, Gewerk, Anlagen-, Flächen- und Standortbezug, Zuschlagsdatum, Leistungsbeginn, Vertragsende, Verlängerungsoptionen, Vertragswert beziehungsweise Vergütungslogik, Zahlungsfenster, Kategorisierungscode, Status sowie die Verlinkung auf die maßgeblichen Vertragsdokumente. Zusätzlich werden Vertragsbeschreibung, Leistungsabgrenzung, kritische Schnittstellen, zugeordnete Nachunternehmer, Versicherungs- und Nachweispflichten, Sicherheiten sowie kündigungs-, haftungs- und eskalationsrelevante Besonderheiten geführt. Die Vertragsübersicht ist so auszulegen, dass aus jedem Datensatz die operative und kommerzielle Führungsinformation unmittelbar hervorgeht.

Rahmenverträge, Einzelabrufe, Nachträge, Change-Dokumente sowie Kündigungs- oder Verlängerungsschreiben sind hierarchisch miteinander zu verknüpfen. Für jeden Vertrag werden eine nicht öffentliche Dokumenten- und Notizebene, eine revisionsfähige Änderungshistorie und eine klare Zuordnung zur verantwortlichen Organisationseinheit geführt, damit Fristen, Leistungsänderungen und Eskalationen jederzeit aus dem vollständigen, aktuellen Vertragsstand abgeleitet werden können. Vertragsmodifikationen sind mit ihrer Auswirkung auf Laufzeit, Wert und Vertragsinhalt im Register fortzuschreiben; der vollständige Änderungsverlauf bleibt auditierbar.

Fristenmanagement

Das Fristenmanagement umfasst sämtliche primären und abgeleiteten Vertragstermine. Hierzu gehören insbesondere Zuschlagsdatum, Leistungsbeginn, Vertragsende, Verlängerungsfristen, Kündigungsfristen, Erinnerungsdatum zur Verlängerungs- oder Neuvergabeentscheidung, Abrechnungs- und Zahlungsfenster, Berichtstermine, Prüf- und Audittermine, Fristen aus Betreiber- und Nachweispflichten, Versicherungs- und Bürgschaftslaufzeiten, Gewährleistungsenden sowie vertraglich bestimmte Review-, Benchmarking-, Wartungs- und Lifecycle-Termine. Wiederkehrende Verträge werden als fortlaufend zu steuernde Vertragsbeziehungen mit gesonderter Verlängerungs- und Erneuerungslogik geführt.

Für alle Fristen werden eine verantwortliche Rolle, eine Vorwarnzeit, ein Eskalationspfad und ein Status geführt. Das Kataster erzeugt terminbezogene Aufgaben und Erinnerungen; Fristen mit Betriebs-, Kosten- oder Rechtswirkung bleiben bis zur vollständigen Erledigung offen. Änderungen aus Nachträgen, Verlängerungen, Vertragsstörungen, Refinanzierungen, Leistungsanpassungen oder auslaufbezogenen Entscheidungen werden unverzüglich in den Datensatz übernommen und in den Governance-Kalender sowie in die operativen Besprechungszyklen überführt. Die Fristensteuerung ist mit dem Risiko- und Maßnahmenmanagement zu verknüpfen, damit versäumte Fristen nicht isoliert, sondern stets mit Leistungs-, Finanz- und Betriebswirkung bewertet werden.

SLA- und KPI-Zuordnung

Jedem Vertrag werden die vertraglich geschuldeten Service Levels und Key Performance Indicators in einer eigenen Zuordnungsmatrix zugewiesen. Je Kennzahl werden mindestens Leistungsobjekt, betroffener Bereich oder betroffenes Asset, vertragliche Grundlage, Definition, Messgröße, Formel, Zielwert, Toleranzband, Ausschlussregeln, Datenquelle, Messintervall, Berichtsperiode, verantwortliche Stelle, Eskalationsstufe sowie die Folge bei Zielverfehlung hinterlegt. Damit werden Reaktionszeiten, Wiederherstellungszeiten, Verfügbarkeiten, Präventionsquoten, Mängelabarbeitung, Dokumentationsqualität, Berichtstreue und sonstige vertraglich geschuldete Leistungszusagen unmittelbar dem jeweiligen Vertrag zugeordnet.

Die Zuordnung unterscheidet zwischen mobilisierungs- und übergangsbezogenen Kennzahlen einerseits und Kennzahlen des Regelbetriebs andererseits. Materiale KPI können im Lebenszyklus eines Vertrags wechseln; das Kataster hält deshalb den jeweils gültigen Kennzahlensatz mit Wirksamkeitsdatum, Version, Freigabe, Bewertungslogik und Verknüpfung zu Abzugs-, Bonus-/Malus-, Eskalations- oder Maßnahmenmechaniken nach. Vertragsübergreifende KPI werden auf Hauptvertragsebene geführt und auf nachgelagerte Leistungs- oder Abrufverhältnisse heruntergebrochen. Die KPI-/SLA-Zuordnung ist so zu führen, dass sowohl die operative Leistungsbewertung als auch die periodische Managementbewertung aus demselben Datenstand erfolgen.

Pflege, Änderungsführung und Berichtspflichten

Das Vertragskataster wird systemgestützt in einer führenden Vertrags- beziehungsweise Dokumentenumgebung mit kontrollierten Zugriffsrechten, Dokumentenlenkung und exportfähiger Berichtsebene geführt. Zuschlag, Vertragsänderung, Nachtrag, Verlängerung, Teilkündigung, Lieferantenwechsel, KPI-Anpassung, Rollenwechsel und Vertragsende lösen jeweils eine Pflichtaktualisierung des Datensatzes aus. Jede Änderung wird mit Anlass, Datum, Verantwortlichem, betroffenen Vertragsbestandteilen, Auswirkung auf Laufzeit, Wert, Leistung, Fristen und Kennzahlen sowie mit Verweis auf die unterzeichneten Änderungsdokumente dokumentiert. Die Pflege des Registers hat so zu erfolgen, dass Dokumentation, operative Steuerung und Wissenssicherung bei Personalwechsel, Audit, Streitfall oder Dienstleisterwechsel ohne Informationsbruch fortgeführt werden können.

Die laufende Pflege erfolgt durch die auf Auftraggeberseite benannte Vertragsverantwortung; der Auftragnehmer liefert die vertragsrelevanten Nachweise, Berichte, Protokolle und Leistungsdaten in der vereinbarten Form und Frist zu. Das Kataster ist mindestens monatlich operativ zu prüfen und in den regelmäßigen Governance-Terminen fortzuschreiben. Offene Punkte, Risiken, Maßnahmen, Besprechungsprotokolle und Eskalationen sind mit dem jeweiligen Vertragseintrag zu verknüpfen, damit bei Leistungsreview, Fristenentscheidung, Audit, Verlängerung oder Exit jederzeit ein vollständiger, belastbarer Vertragsstand vorliegt.

Angaben, die im Zuge der Ausschreibung noch zu präzisieren sind

Noch festzulegen sind die vollständige Liste der beim Betriebsstart zu übernehmenden Verträge einschließlich aller Hersteller-, Gewährleistungs- und Rahmenvertragsbindungen, die endgültige Vertragsstruktur des TTS-Hauptvertrags mit etwaigen Losen, Abrufen und Nachtragslogiken, die führende Systemlandschaft für Vertragskataster, DMS, CAFM und ERP, die verbindliche Vertrags-ID- und Klassifikationslogik, die finalen Rollen der Vertragsverantwortung, die konkreten Vorwarn- und Eskalationsfristen, die je Vertrag zu führenden SLA-/KPI-Sets einschließlich Formeln, Schwellenwerten und Folgen bei Zielverfehlung, die Vertraulichkeits- und Berechtigungsklassen für Dokumente und Metadaten sowie die Standardberichte und Reviewzyklen je Empfängerkreis.