Zum Inhalt springen
FM-Connect Chat

Hallo! Ich bin Ihr FM-Connect Chat-Assistent. Wie kann ich Ihnen helfen?

FM-Solutionmaker: Gemeinsam Facility Management neu denken

Referenzprojektliste

Technisches Facility Management: TFM » Ausschreibung » Vertrag » Referenzprojektliste

Montagearbeiter auf Baustelle mit Referenzprojektliste im Facility Management

Erfahrung und Leistungsfähigkeit nachvollziehbar belegen

Die Referenzprojektliste ist ein wesentliches Instrument zur Bewertung der fachlichen und organisatorischen Eignung von Bietern im Technischen Facility Management. Sie soll zeigen, ob ein Unternehmen bereits vergleichbare Leistungen unter ähnlichen technischen, organisatorischen und betrieblichen Rahmenbedingungen erfolgreich erbracht hat. Entscheidend ist dabei nicht allein die Anzahl der Referenzen, sondern deren tatsächliche Vergleichbarkeit hinsichtlich Anlagenkomplexität, Leistungsumfang, Betriebszeiten, Betreiberverantwortung und Standortstruktur. Eine klar strukturierte Referenzprojektliste erleichtert die objektive Bewertung und erhöht die Transparenz im Auswahlverfahren.

Referenzprojekte als Nachweis der Leistungsfähigkeit

Vergleichbarkeit durch einheitliche Angaben herstellen

Damit Referenzen belastbar bewertet werden können, sollten alle Bieter dieselben Angaben machen. Dazu gehören Auftraggeber, Projektart, Laufzeit, Vertragsvolumen, betreute Flächen, Anlagenumfang, Leistungsmodell, eingesetztes Personal und gegebenenfalls besondere technische oder regulatorische Anforderungen. Zusätzlich sollte beschrieben werden, welche Leistungen tatsächlich selbst erbracht und welche über Nachunternehmer abgedeckt wurden. Einheitliche Vorgaben verhindern, dass umfangreiche Marketingdarstellungen mit knappen Referenzangaben anderer Bieter verglichen werden müssen.

Referenzangabe

Typische Inhalte

Bedeutung für die Bewertung

Auftraggeber und Branche

Unternehmen, Nutzung, Standortart

Einordnung des betrieblichen Umfelds

Vertragslaufzeit

Beginn, Ende, laufender Vertrag

Nachweis dauerhafter Leistungserbringung

Leistungsumfang

Betriebsführung, Wartung, Prüfung, Störung

Vergleichbarkeit mit der Ausschreibung

Anlagenkomplexität

TGA, Produktionsmedien, Sondertechnik

Bewertung technischer Erfahrung

Flächen und Standorte

m², Gebäude, Anzahl Standorte

Vergleich der Größenordnung

Vertragsvolumen

Jahres- oder Gesamtvolumen

Wirtschaftliche Vergleichbarkeit

Personalmodell

Objektleitung, Techniker, Bereitschaften

Nachweis organisatorischer Leistungsfähigkeit

Eigenleistungsanteil

Eigene Leistungen und Nachunternehmer

Transparenz über tatsächliche Kompetenz

Technische und organisatorische Vergleichbarkeit bewerten

Eine Referenz ist besonders aussagekräftig, wenn sie wesentliche Merkmale des ausgeschriebenen Leistungsmodells widerspiegelt. Bei komplexen TFM-Ausschreibungen können beispielsweise 24/7-Betrieb, hohe Anlagenkritikalität, Produktionsumgebungen, umfangreiche Betreiberpflichten oder integrierte Service-Desk-Strukturen relevant sein. Auch Erfahrung mit vergleichbaren CAFM-, Reporting- oder Governance-Modellen kann berücksichtigt werden. Bewertet werden sollte deshalb nicht nur, ob ein Unternehmen „Facility Management“ erbracht hat, sondern wie ähnlich Aufgabenstellung, Verantwortung und Komplexität tatsächlich sind.

Mindestanforderungen und Bewertungskriterien trennen

Bei der Gestaltung der Referenzanforderungen sollte klar zwischen Eignungsmindestanforderungen und weitergehenden Bewertungskriterien unterschieden werden. Beispielsweise kann eine bestimmte Anzahl vergleichbarer Referenzen zwingend vorausgesetzt werden, während besondere Erfahrung mit Produktionsstandorten oder integrierter technischer Betriebsführung zusätzlich positiv bewertet wird. Diese Trennung erhöht die Nachvollziehbarkeit des Verfahrens und verhindert, dass Eignungsprüfung und Zuschlagswertung vermischt werden. Die Kriterien sollten bereits in den Vergabeunterlagen eindeutig beschrieben sein.

Referenzprojekte plausibilisieren und dokumentieren

Referenzangaben sollten soweit erforderlich überprüfbar sein. Ansprechpartner, Projektlaufzeiten oder Leistungsumfänge können dazu dienen, wesentliche Angaben zu plausibilisieren. Dabei ist auf einen angemessenen Prüfungsumfang und die Gleichbehandlung aller Bieter zu achten. Erkenntnisse aus der Referenzprüfung sollten nachvollziehbar dokumentiert und anhand der vorab festgelegten Kriterien bewertet werden. So wird die Referenzprojektliste zu einem belastbaren Eignungsinstrument, das nicht auf Selbstdarstellung, sondern auf nachweisbarer Erfahrung und tatsächlicher Leistungsfähigkeit im Technischen Facility Management basiert.