Technische Verfügbarkeit entsteht häufig erst aus dem Zusammenwirken mehrerer Systeme
Eine Produktionsanlage kann elektrische Energie, Kühlung, Druckluft, Absaugung und Gebäudeautomation gleichzeitig benötigen. Jedes einzelne System kann für sich verfügbar sein und dennoch kann die Gesamtfunktion an einer Schnittstelle scheitern. FM-Connect.com betrachtet deshalb technische Funktionsketten ausgehend von der benötigten Unternehmensfunktion. Die relevante Versorgungskette wird über Gewerkegrenzen hinweg dargestellt. Dadurch wird sichtbar, welche vorgelagerten und unterstützenden Anlagen tatsächlich gemeinsam für eine kritische Funktion erforderlich sind.
Funktionsketten und Abhängigkeiten transparent steuern
Direkte, indirekte und gemeinsame technische Abhängigkeiten voneinander unterscheiden
Nicht jede Abhängigkeit ist sofort erkennbar. Zwei redundante Anlagen können beispielsweise dieselbe Stromversorgung oder denselben Steuerungsserver nutzen und dadurch einen gemeinsamen Single Point of Failure besitzen. FM-Connect.com erfasst direkte Versorgungsabhängigkeiten ebenso wie gemeinsame Infrastruktur, Systeme und räumliche Risiken. Die Betrachtung ergänzt klassische Anlagenkritikalität. Eine scheinbar weniger wichtige Komponente kann dadurch eine hohe Bedeutung erhalten, weil mehrere kritische Funktionen von ihr abhängen.
Abhängigkeit
Beispiel
Risiko
Energie
Kälte benötigt Strom
Versorgungsverlust
Medium
Produktion benötigt Druckluft
Prozessstillstand
Automation
mehrere Anlagen an einer GLT
gemeinsamer Ausfall
Raum
Systeme im selben Technikraum
gemeinsames Ereignis
IT/OT
Steuerung über Netzwerk
Kommunikationsausfall
Personal
Spezialwissen einer Person
Organisationsrisiko
Versorgungssicherheit auf Basis vollständiger Funktionsketten bewerten
FM-Connect.com verbindet Funktionsketten mit Kritikalitäts- und Resilienzanalyse. Dadurch lässt sich erkennen, welche Komponenten und Schnittstellen für bestimmte Unternehmensprozesse besonders relevant sind. Redundanz wird nicht nur auf Anlagenebene betrachtet, sondern hinsichtlich der gesamten Kette bewertet. Maßnahmen können technische Redundanz, Ersatzverfahren, Monitoring oder organisatorische Vorsorge umfassen. Investitionen konzentrieren sich damit stärker auf tatsächliche Schwachstellen statt auf isolierte Einzelanlagen.
Umbauten und Projekte auf Auswirkungen auf bestehende Funktionsketten untersuchen
Neue Anlagen oder geänderte Versorgungsstrukturen können Abhängigkeiten verschieben. FM-Connect.com integriert die Funktionskettenanalyse deshalb in technische Änderungsprozesse. Wird beispielsweise eine neue zentrale Kälteversorgung eingeführt, wird geprüft, welche bisherigen Redundanzen verändert werden. Ebenso können Software- oder Netzwerkprojekte technische Anlagen betreffen. Die systemische Betrachtung verhindert, dass lokale Optimierungen unbeabsichtigt die Resilienz einer übergeordneten Betriebsfunktion verschlechtern.
Funktionsketten für Störung, Notfall und Wiederanlauf praktisch nutzbar machen
Im Störungsfall hilft eine bekannte Abhängigkeitsstruktur, Auswirkungen schneller einzuschätzen. Betriebsteams erkennen, welche weiteren Systeme gefährdet sind und welche Funktionen priorisiert werden müssen. Auch Wiederanlaufsequenzen können daraus abgeleitet werden. FM-Connect.com stellt Funktionsketten deshalb nicht nur als strategische Grafik dar, sondern verbindet sie mit Notfall-, Störungs- und Betriebsprozessen. Technische Zusammenhänge werden so zu handlungsfähigem Betriebswissen.