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Betriebsprozesse: Regelbetrieb, Störungsmanagement, Wartungsplanung

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Betriebsprozesse im Facility Management mit Regelbetrieb Störungsmanagement und Wartungsplanung

Betriebsprozesse

Es empfiehlt sich ein geschlossenes Betriebsmodell mit drei miteinander verzahnten Prozessfeldern: Regelbetrieb, Störungsmanagement und Wartungsplanung. Der Anhang sollte diese drei Felder nicht getrennt nebeneinander beschreiben, sondern auf eine einheitliche Objekt-, Ticket- und Freigabelogik stellen. Führend sind dabei eine eindeutige Anlagenreferenz, ein einziges führendes Ereignis- bzw. Arbeitsticket, definierte Rollen, dokumentierte Zeitstempel, geregelte Sicherheits- und Zutrittsvorgaben sowie belastbare Schnittstellen zwischen Service Desk, CAFM, GLT und ERP. Diese Struktur ist mit den arbeitsschutz- und betriebssicherheitsrechtlichen Pflichten des Arbeitgebers, den Anforderungen an Instandhaltung und Prüfung sowie den Betreiber- und TGA-orientierten Prozessansätzen konsistent.

Für die Ausschreibung ist zweckmäßig, die Betriebsprozesse als verbindlichen Betriebsanhang mit Prozessbeschreibungen nach Zweck, Geltungsbereich, Ablauf, Schnittstellen, Rollen, Nachweisen und Eskalation aufzubauen. Die Reaktions- und Wiederherstellungszeiten sollten risikobasiert nach Prioritätsklassen vorgeschlagen werden; konkrete Zielwerte können im Anhang bereits als Standardvorschläge hinterlegt werden, müssen aber als verifizierbare Ausschreibungsparameter ausweisbar bleiben. Für die Störungslogik ist die Ausrichtung an Service-Desk-, Incident-, Monitoring- und Event-Management-Praktiken sinnvoll.

Störungsmanagement und Wartungsplanung im TFM

Ableitungsrahmen

A08 sollte als operativer Kernanhang des TTS-Modells festlegen, wie der bestimmungsgemäße Tagesbetrieb geführt, wie auf Abweichungen reagiert und wie präventive Instandhaltung geplant, freigegeben, durchgeführt und nachgewiesen wird. Inhaltlich ist der Anhang deshalb auf drei Prozessfamilien zu fokussieren. Der Regelbetrieb umfasst die planmäßige Führung des Soll-Zustands durch Bedienen, Überwachen, Kontrollgänge, Funktionsprüfungen, Schichtübergaben, Routinen der Nachweisführung und die Behandlung kleiner Abweichungen. Das Störungsmanagement umfasst Annahme, Klassifikation, Sicherung, Disposition, Entstörung, Wiederherstellung, Eskalation und Abschluss von Ereignissen. Die Wartungsplanung umfasst Jahres-, Quartals-, Wochen- und Tagesplanung einschließlich Material, Personal, Freigaben, Arbeitsfenstern, Prüfschritten, Rückmeldungen und Rückführung in den Regelbetrieb.

Systemseitig sollten Betriebsprozesse ein klares Führungsprinzip vorgeben. Der Service Desk beziehungsweise das CAFM führt Ticket, Arbeitsauftrag, Status, SLA-Zeitstempel und Nachweisobjekte. Die GLT führt Betriebszustände, Alarme, Trends, Quittierungen und Automationsereignisse. SAP/ERP führt Bestellungen, Material, Kostenobjekte, Auftragswerte und kreditorische Vorgänge. Seitenschnittstellen zu Arbeitssicherheit, Brandschutz und Betreiberorganisation sind keine Parallelprozesse, sondern verbindliche Freigabegates. Die BSI-Bausteine zum Technischen Gebäudemanagement und zur Gebäudeautomation verlangen hierfür die abgestimmte Behandlung von Monitoring-Parametern, Schwellwerten, Alarmierung und Fernzugriffen; die ITIL-Praxis ergänzt die klare Trennung von Service Desk, Incident Management, Service Requests sowie Monitoring and Event Management.

Regelbetrieb

Der Prozess Regelbetrieb sollte im Anhang als planmäßige, wiederkehrende Betriebsführung aller im Leistungsumfang enthaltenen Anlagen und Systeme beschrieben werden. Sein Zweck ist die Aufrechterhaltung des freigegebenen Betriebszustands, die frühzeitige Erkennung von Abweichungen, die Sicherstellung eines dokumentierten Anlagenzustands und die ordnungsgemäße Übergabe offener Sachverhalte an Entstörung, Wartung oder Betreiberentscheidung. Inhaltlich gehören hierzu mindestens Zustandskontrollen, Bedien- und Schalthandlungen im freigegebenen Umfang, Kontrollgänge, Wochen- und Schichtchecks, Funktionsbeobachtung, Soll-Ist-Abgleich, Medien- und Alarmverfolgung, Freigabeprüfung vor Eingriffen sowie die Fortschreibung von Betriebsbuch, Tagesprotokoll und Übergabeliste. Diese Ausrichtung entspricht der Betreiber- und TGA-Logik der VDI 3810 sowie den Pflichten aus ArbSchG und BetrSichV.

Der Ablauf sollte mit einem definierten Startpunkt je Schicht, Betriebsfenster oder Tageslauf beginnen. Zu Beginn sind offene Tickets, abgeschaltete Funktionen, Sperrungen, Fire-Safety-Impairments, Sonderfreigaben, offene Provisorien und fällige Wartungen aus CAFM und GLT zu übernehmen. Im laufenden Betrieb werden Regelkontrollen dokumentiert; jede relevante Abweichung wird entweder sofort innerhalb des Regelbetriebs bereinigt oder unmittelbar in ein Störungsticket beziehungsweise einen Arbeitsauftrag überführt. Keine Abweichung verbleibt ausschließlich in mündlicher Übergabe. Jede Schicht endet mit einer formalen Übergabe, die offene Störungen, Sicherheitsbeeinträchtigungen, deaktivierte oder überbrückte Funktionen, laufende Fremdfirmeneinsätze, ausstehende Freigaben und fällige Folgemaßnahmen umfasst. Unterweisungs- und Dokumentationspflichten sind dabei nicht optional, sondern Teil der Prozesswirksamkeit.

Für sicherheitsrelevante oder eingriffsintensive Tätigkeiten sollte der Regelbetrieb im Anhang ausdrücklich auf ein Freigabe- und Zutrittsregime verweisen. Vor jedem Eingriff mit Einfluss auf Energie, Brandfallsteuerungen, Schutzfunktionen, Drucksysteme, Medienversorgung, enge Räume, Heißarbeiten, Arbeiten in Höhen oder Eingriffe in GLT/GA sind Ticketbezug, Gefährdungsbeurteilung, erforderliche Erlaubnisscheine, Zugangsfreigabe, Einweisung, PSA und Freigabezuständigkeit zu prüfen. Bei gleichzeitigem Tätigwerden mehrerer Arbeitgeber sind Koordination, Einweisung, Abstimmung der Schutzmaßnahmen und bei besonderen Gefahren die Benennung einer koordinierenden Person mit Weisungsbefugnis zu hinterlegen.

Für die Eingangskanäle des Regel- und Störbetriebs ist folgende Zuordnung zweckmäßig:

Melde- oder Eingangskanal

Führender Anwendungsfall

Führender Datensatz

Telefon

akute Störung, Sicherheitsereignis, Rückfalleingang außerhalb Portalzugang

Service-Desk-Ticket

E-Mail

nicht zeitkritische Meldung, Rückfrage, Dokumentennachreichung

Service-Desk-Ticket nach Übernahme

CAFM / Service-Desk-Portal

Standardmeldung, Service Request, geplanter Auftrag

Ticket / Arbeitsauftrag

GLT / Monitoring

automatischer Alarm, Grenzwertverletzung, Statuswechsel

Alarmereignis mit Pflichtübernahme in Ticket bei Relevanz

Wartungsplan aus CAFM

präventive Tätigkeit, Inspektion, Funktionskontrolle

Arbeitsauftrag

Projektübergabe / Abnahmeprotokoll

Übergang Projekt zu Betrieb

Handover-Paket mit Folgearbeitsaufträgen

Die Zuordnung folgt dem Prinzip, dass jedes betriebsrelevante Ereignis in genau einen führenden Vorgang überführt wird und dass Alarm-, Ticket- und Dokumentationslogik ohne Schattenlisten geführt werden.

Störungsmanagement

Das Störungsmanagement sollte im Anhang als durchgängiger Incident-Prozess beschrieben werden, der mit dem Eingang einer Meldung oder eines automatischen Alarms beginnt und erst mit dokumentierter Wiederherstellung, Nachweisführung und Abschlussfreigabe endet. Für die Annahme sind Telefon, E-Mail, CAFM/Service-Desk und automatisierte Alarme aus GLT/Monitoring vorzusehen. Unmittelbar nach Eingang erfolgt die Erfassung eines einzigen führenden Tickets mit Zeitstempel, Asset-Bezug, Ortsbezug, Priorität, Gefährdungsbezug, Meldeweg und verantwortlicher Bearbeitungseinheit. Die Priorisierung sollte auf P1 bis P4 beruhen; P1 umfasst Ereignisse mit unmittelbarer Sicherheits-, Brandschutz-, Medien- oder Verfügbarkeitsrelevanz, P2 erhebliche technische Beeinträchtigungen, P3 Standardstörungen des Betriebs und P4 gering priorisierte Mängel oder Service Requests.

Der Prozess selbst sollte nach dem Muster Absichern, Diagnostizieren, Disposition, Freigeben, Entstören, Verifizieren, Dokumentieren geführt werden. Bei Gefährdungslagen oder Beeinträchtigungen von Brandfallsteuerungen, sicherheitsrelevanten Anlagen, Fluchtwegen oder kritischer Versorgung steht die Sofortsicherung vor der Ursachenbearbeitung. Erst danach erfolgt die technische Diagnose und, soweit möglich, die Remote-Unterstützung über GLT beziehungsweise Fernzugang. Vor-Ort-Einsätze starten nur nach Prüfung von Zutritt, Freigabe, Sicherheitsmaßnahmen und eventuellen Fremdfirmenauflagen. Wiederkehrende Störungen sind nicht nur zu schließen, sondern in eine Ursachenanalyse beziehungsweise in das Verbesserungs- oder Wartungsregime zu überführen.

    • Betriebsprozesse für Regelbetrieb, Störungsmanagement und Wartungsplanung im technischen Facility Management
    • Prozesse für Störungsmanagement und Wartungsplanung im technischen Facility Management
    • Regelbetrieb technischer Anlagen im Total Technical Service Konzept

Wartungsplanung

Die Wartungsplanung sollte im Anhang als rollierender Präventivprozess mit Jahres-, Quartals-, Monats- und Wochenplanung festgelegt werden. Ausgangsbasis sind Anlagenkritikalität, gesetzliche und herstellerbezogene Intervalle, Betriebsfenster, Rückstände, Störungshistorie, Zustandsdaten und verfügbare Ressourcen. Inhaltlich sollte der Anhang sich ausdrücklich auf die Systematik von Wartung, Inspektion, Instandsetzung und Verbesserung stützen und zugleich deren Anbindung an Asset Management und Leistungskennzahlen sicherstellen. Dafür geben DIN 31051, DIN EN 13306, DIN EN 16646 und DIN EN 15341 den sachlichen Rahmen vor.

Für die Ausschreibung ist zweckmäßig, eine Planungsstruktur mit einem rollierenden 12-Monats-Plan, einem verbindlichen 3-Monats-Abrufhorizont, einem 4-Wochen-Freeze für terminierte Tätigkeiten und einer wöchentlichen Feinsteuerung vorzusehen. Jeder Wartungsauftrag sollte mindestens enthalten: Asset-ID, Leistungsinhalt, Gefährdungsbezug, notwendige Abschaltungen, Permit-Bedarf, Material und Ersatzteile, OEM-Beteiligung, Prüfpunkte, Wiederinbetriebnahmeschritte, Nachweisdokumente und Rückmeldefelder. Nach Ausführung sind Funktionsprüfung, Wiedereinschaltung, Dokumentation, Fristfortschreibung, Restpunkterfassung und gegebenenfalls Mangelklassifizierung verbindlich abzuschließen. TRBS 1112 ordnet Planung, Gefährdungsbeurteilung, Durchführung und Erprobung nach Instandsetzung ausdrücklich in denselben Prozess ein; die Prüfvorgaben der BetrSichV verlangen, dass prüfpflichtige Arbeitsmittel in die Prüf- und Fristenlogik integriert werden.

Schnittstellen zu anderen Prozessen sind im Wartungsprozess ausdrücklich zu benennen. Zu CAFM bestehen Schnittstellen für Stammdaten, Auftragsgenerierung, Rückmeldung und Fristfortschreibung. Zur GLT bestehen Schnittstellen für Alarmunterdrückung, Betriebsartenumschaltung, Trendprüfung und Funktionsverifikation. Zu ERP bestehen Schnittstellen für Material, Fremdleistung, Bestellanforderung, Kostenstellen und Budgetbezug. Zu Brandschutz und Arbeitssicherheit bestehen Schnittstellen für Abschaltungen, Erlaubnisscheine, Impairment-Management und Wiederfreigaben. Für die Übergabe von Projekten in den Betrieb sollte der Anhang ein Ready-for-Operations-Paket verlangen, bestehend aus freigegebenen Stammdaten, Wartungs- und Prüfplänen, Revisionsdokumentation, Funktions- und Abnahmeprotokollen, GLT-/CAFM-Schnittstellentest, Ersatzteilerstbevorratung und benannter Betreiber- beziehungsweise Service-Desk-Verantwortung. VDI 6026, VDI 6039 und VDI 6041 stützen diese Verknüpfung von Dokumentation, Inbetriebnahmemanagement und Monitoring.

Rollen, SLA/KPI und Eskalation

Die Rollenlogik sollte kurz, eindeutig und prozessbezogen bleiben. Zweckmäßig ist eine Rollenbeschreibung, die nicht nur Zuständigkeiten benennt, sondern auch Führungs- und Freigabeverantwortung trennt. Nach ArbSchG, BetrSichV und DGUV bleibt die Organisations- und Koordinationsverantwortung des Betreibers erhalten; der TTS-Leistungserbringer übernimmt den operativen Vollzug innerhalb der vertraglich geregelten Grenzen.

Rolle

Führende Verantwortlichkeiten in A08

Betreiber

Freigabe sicherheits-, brandschutz-, medien- und betriebsrelevanter Eingriffe; Entscheidung bei Eskalation; Festlegung retained Entscheidungen; Abnahme kritischer Wiederherstellungen; Vorgabe von Betriebsfenstern und Ausschlusszeiten

TTS-Leistungserbringer

Operative Betriebsführung; Durchführung des Regelbetriebs; Entstörung; präventive Leistungserbringung; Fremdfirmensteuerung im operativen Vollzug; Nachweisführung; Übergaben und Rückmeldungen

Service Desk

Annahme aller Meldungen; Ticketführung; Priorisierung nach Vorgabe; Dispatch; Fristenüberwachung; Kommunikationsführung; Eskalationsauslösung

Fachverantwortliche

Technische Freigaben; Fachdiagnose; Entscheidung bei Abweichung vom Standardprozess; Freigabe von Provisorien, Abschaltungen und Wiederinbetriebnahmen im definierten Verantwortungsbereich

Externe Dienstleister

Erbringung beauftragter Spezial- oder OEM-Leistungen; Einhaltung von Zutritts-, Sicherheits- und Freigaberegeln; Rückmeldung der durchgeführten Leistungen; Vorlage von Nachweisen, Prüfberichten und Übergabevermerken

Die folgende SLA-/KPI-Matrix ist als pragmatischer Ausschreibungsvorschlag zu lesen. Die Begriffe werden vertraglich eindeutiger, wenn TTR als Reaktionszeit, TTF als vertraglich definierte Zeit bis zur funktionalen Wiederherstellung und MTTR als durchschnittliche Wiederherstellungszeit im Berichtszeitraum festgelegt werden. Diese Trennung ist für ein FM-/TTS-Modell zweckmäßig, weil Instandhaltungs- und Incident-Quellen zwar die KPI- und Wiederherstellungslogik vorgeben, aber die konkrete Kurzbezeichnung im Vertrag eindeutig selbst definiert werden muss.

Kennzahl

Definition im Anhang A08

Start / Stop

Vorschlag

TTR

Zeit von qualifiziertem Eingang der Meldung bis zur ersten qualifizierten Reaktion oder Disposition

Ticketeingang / Dispatch oder qualifizierte Rückmeldung

P1 15 min, P2 30 min, P3 4 h, P4 1 Arbeitstag

TTF

Zeit von qualifiziertem Eingang bis zur funktionalen Wiederherstellung des geforderten Betriebszustands oder eines freigegebenen Provisoriums

Ticketeingang / funktionsbestätigte Wiederherstellung

P1 2 h provisorisch, 8 h final; P2 4 h; P3 3 Arbeitstage; P4 nächstes Planfenster

MTTR

Durchschnittliche Wiederherstellungszeit aller abgeschlossenen Störungen im Berichtszeitraum

Summe Restore-Zeiten / Anzahl Störungen

Berichts-KPI je Prioritätsklasse; Ziel: sinkender Trend

Technische Verfügbarkeit

Anteil verfügbarer Zeit an der definierten Servicezeit des Assets oder Systems

Servicezeit minus Störungsstillstand / Servicezeit

Kritische Systeme ≥ 99,5 % monatlich, Standard ≥ 98,5 %

First Time Fix Rate

Anteil der Störungen, die ohne Wiederholungstermin vollständig behoben werden

Sofort abgeschlossene Tickets / alle Störungstickets

≥ 80 % bei P2–P4

Planerfüllungsgrad Wartung

Anteil termingerecht abgeschlossener präventiver Aufträge

fristgerecht geschlossen / fällig

≥ 95 % monatlich

Rückstandsquote kritisch

Anteil überfälliger kritischer Maßnahmen

überfällige kritische Aufträge / alle kritischen Aufträge

0 % im Endzustand; Eskalation ab erstem Verzug

Die Zeitwerte sollten im Anhang ausdrücklich als Vorschlagswerte gekennzeichnet und in der Ausschreibung nach Kritikalität, Betriebsfenster, Bereitschaftsmodell und räumlicher Disposition bestätigt werden. Für P1-Ereignisse ist zusätzlich ein zweistufiges Zielbild sinnvoll: provisorische Stabilisierung binnen kurzer Frist und finale Wiederherstellung binnen definierter Maximalfrist oder freigegebenem Bypass-Regime.

Eskalationsstufe

Auslöser

Führende Rolle

Eskalationsfrist

Ergebnis

Stufe Betrieb

Ticket eröffnet, Standardbearbeitung möglich

Service Desk / Disposition

sofort

Ticket, Priorität, Zuweisung

Stufe Technik

Fristgefährdung, Rückfrage zur Diagnose, zusätzlicher Ressourceneinsatz

Fachkoordination TTS

binnen 30 min bei P1/P2

erweiterte Disposition, Fachentscheidung

Stufe Betreiber

Sicherheitsbezug, Brandschutzbezug, kritische Versorgung, Abschaltung, Provisorium > Standard

Fachverantwortliche / Betreiber

sofort bei P1, sonst binnen 60 min

Freigabe, Restrisikoentscheidung, zusätzliche Maßnahmen

Stufe Krise

Personengefährdung, Brandereignis, gravierender Medienausfall, nicht beherrschbare Lage

Betreiberorganisation / Notfallstruktur

unverzüglich

Notfall- oder Krisenregime, Sonderkommunikation

Die Eskalation sollte nie nur zeitgetrieben, sondern auch sachverhaltsgetrieben ausgelöst werden. Sicherheits- und Arbeitsschutzverstöße, Brandfallsteuerungen, Ausfälle von Schutzfunktionen, parallele Fremdfirmeneinsätze mit Konfliktpotenzial und länger andauernde Provisorien müssen unabhängig vom Ticketalter unmittelbar hochgestuft werden. DGUV, ArbSchG und BetrSichV stützen diese Logik ausdrücklich.

Angaben, die im Zuge der Ausschreibung noch zu präzisieren sind:

  • endgültige Anlagen- und Bereichsabgrenzung des Prozessumfangs, insbesondere gegenüber OEM-, Produktions- und Fremdsystemen

  • verbindliche Kritikalitäts- und Prioritätslogik je Anlagenfamilie, Bereich und Servicezeitfenster

  • konkrete Servicezeiten des Service Desk sowie die genaue Ausgestaltung von Bereitschaft, Rufbereitschaft und Vor-Ort-Präsenz

  • finaler Katalog der Freigaben und Erlaubnisscheine, einschließlich Heißarbeiten, Arbeiten in engen Räumen, Abschaltungen, GLT-/GA-Eingriffe, Fire-Safety-Impairments und elektrische Freischaltungen

  • konkrete Reaktions-, Anfahrts-, provisorische Wiederherstellungs- und finale Wiederherstellungszeiten je Prioritätsklasse

  • namentliche Rollen, Vertretungen, Eskalationskontakte und retained Entscheidungen des Auftraggebers

  • verbindliche Tickettypen, Statuswerte, Ursachecodes, Abschlusscodes und Pflichtdatenfelder im Service-Desk-/CAFM-System

  • eindeutige System-of-Record-Festlegung für CAFM, GLT, Monitoring und ERP einschließlich Schreib- und Leserechten

  • technische Schnittstellenbeschreibung zu CAFM, GLT und ERP, insbesondere für Alarme, Arbeitsaufträge, Rückmeldungen, Material, Bestellungen und Kostenobjekte

  • Freigabelogik für Abschaltungen, Umgehungen, Provisorien und Rückkehr in den Normalbetrieb

  • Anforderungen an Nachweise, Prüfberichte, Foto- und Messdokumentation, Audit-Trail und Aufbewahrungsfristen

  • Definition der Betriebs- und Wartungsfenster, Stillstandsfenster, gesperrten Zeiten und projektbedingten Sonderfenster

  • konkrete Anforderungen an Projekt-zu-Betrieb-Handover, insbesondere Ready-for-Operations-Kriterien, Datenübergabe, Ersatzteilerstbestand, Dokumentationsvollständigkeit und Schnittstellentests

  • Regeln für den Einsatz externer Dienstleister, OEM-Leistungen und Subunternehmer einschließlich Zugang, Einweisung, Koordination und Leistungsnachweisen

  • projektspezifische Mindestwerte für technische Verfügbarkeit, First-Time-Fix, Planerfüllungsgrad und zulässige Rückstände kritischer Maßnahmen.