Start-up- und Mobilisierungsplan
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Regelungszweck und Geltungsbereich: Anlage – Start-up- und Mobilisierungsplan TTS
Dieser Start-up- und Mobilisierungsplan regelt verbindlich die Vorbereitung, Übernahme, Implementierung, Testierung, Freigabe und Stabilisierung des TTS-Betriebsmodells vom Vertragszuschlag bis zum Übergang in den Regelbetrieb. Er ist Bestandteil der übergeordneten Leistungsbeschreibung und konkretisiert insbesondere deren Regelungen zu Start-up, Prozessintegration, CAFM-Führungssystem, Service Desk, Betreiberpflichtenunterstützung, Reporting, Go-live und Abnahme.
Der Plan gilt für alle im Anlagenverzeichnis erfassten technischen Assets, Prozesse und Nachweisstrukturen sowie für alle an der Implementierung beteiligten Rollen auf Seiten des AG, des AN und der im Start-up relevanten Dritten, insbesondere GU/Errichter, Prüforganisationen, IT/OT/CAFM, HSE/BCM und Produktion/Nutzer. Maßgeblich sind ausschließlich die in diesem Plan geregelten Meilensteine, Deliverables, Freigaben und Go-live-Kriterien.
Start-up- und Mobilisierungsplan im TTS
- Zielbild des Start-up
- Grundsätze des Start-up
- Phasenmodell und Regeldauer
- Arbeitspakete und Deliverables
- Rollen und Mitwirkungspflichten im Start-up
- Steuerung, Meetings und Reporting im Start-up
- Meilensteine, Freigaben und Abnahme
- Go-live-Kriterien
- Go-live-Hindernisse
- Hypercare- und Stabilisierungsphase
- Risiko-, Issue- und Eskalationsmanagement
- Änderungsmanagement im Start-up
- Formblatt für projektspezifische Terminierung
- Schlussbestimmung
Der Start-up verfolgt mindestens die folgenden Ziele:
geordnete und nachweisfähige Übernahme des technischen Betriebs ohne Verantwortungs- oder Dokumentationslücken,
vollständige Betriebs- und Prozessfähigkeit des AN ab Go-live,
direkte Arbeitsfähigkeit des AN im führenden CAFM-System des AG, online und mobil,
implementierte und getestete Service-Desk-, Ticket-, Eskalations- und Rückmeldelogik,
abgestimmte und auditkonforme TTS-Prozesslandschaft in Anlehnung an die Prozesse der KTE,
freigegebene Rollen-, Kontakt-, Eskalations- und Bereitschaftsstruktur,
aktivierter Wartungs-, Prüf- und Fristenkalender,
belastbare Baseline zu offenen Mängeln, Restpunkten, Gewährleistungen und Claims,
sichere und dokumentierte Betriebsfähigkeit für 24/7-Bereitschaft, Notfall, Evakuierung, Krisenmanagement und BCM,
Go-live nur bei nachgewiesener rechtlicher, technischer, organisatorischer und datenbezogener Betriebsbereitschaft.
Terminlogik
T0 ist der Tag des Vertragszuschlags bzw. der formalen Beauftragung durch den AG. Der Regelfahrplan orientiert sich an der vorgesehenen Vergabe im September 2026 und einem Start-up ab Oktober 2026; die konkrete Terminierung erfolgt projektspezifisch über die nachstehende T0-Logik.
Führende Systeme und Prozesse
Das CAFM-System des AG ist im Start-up wie im Regelbetrieb das führende System. Alle Tickets, Maßnahmen, Prüfkalender, Nachweise, Freigaben, Asset-Daten, Restpunkte und Start-up-Deliverables mit Systembezug sind dort oder in einer abgestimmt angebundenen Projektlogik nachzuführen. Der AN arbeitet online und mobil auf den Verfahren des AG/KTE. Der Service Desk ist die operative Eingangsstelle für Meldung, Triage, Dispatching und Statuskommunikation.
Prozessharmonisierung
Der AN übernimmt die relevanten Betriebs-, Service-, Prüf-, HSE-, Reporting- und Eskalationsprozesse in eine TTS-Prozesslandschaft und passt diese an die Prozesse der KTE an. Dies ist Bestandteil der Lieferanten-/Kundenentwicklung und integraler Teil der Start-up-Leistung. Ergebnis des Start-up ist eine auditkonforme und zertifizierungsfähige Prozesslandschaft.
Betreiberpflichten und HSE
Gefährdungsbeurteilungen für den TTS-Leistungsbereich werden durch den AN erstellt, durch den AG geprüft und freigegeben und anschließend vom AN umgesetzt. Die DGUV-V3-/ZÜS-/TÜV-Beauftragungslogik des AG bleibt unberührt; der AN schuldet die Koordination, Begleitung, Dokumentation und Mängelverfolgung.
Phasenmodell und Regeldauer
Als Regeldauer wird ein Start-up von 12 Wochen ab T0 mit anschließender 8-wöchiger Hypercare-/Stabilisierungsphase festgelegt. Abweichungen sind projektspezifisch zulässig, bedürfen aber einer Fortschreibung dieses Plans und – sofern Leistung, Kosten oder Fristen betroffen sind – eines Change Requests.
| Phase | Zeitraum | Ziel | Ergebnis / Gate |
|---|---|---|---|
| P0 | T0 | Vertragszuschlag / Notice to Proceed | Start-up formal aktiviert |
| P1 Mobilisierung | T0 bis T0+2 Wochen | Governance, Team, Zugänge, Detailplanung | M1 Mobilisierung freigegeben |
| P2 Übernahme und Baseline | T0+1 bis T0+6 Wochen | Assets, Dokumente, Kritikalität, Restpunkte, Claims | M2 Übernahmebaseline freigegeben |
| P3 Prozess- und Systemintegration | T0+2 bis T0+8 Wochen | CAFM, Service Desk, mobile Prozesse, RACI, Prozesslandschaft | M3 System-/Prozessbereitschaft freigegeben |
| P4 Betriebsaufbau und Betriebsbereitschaft | T0+4 bis T0+10 Wochen | Prüf-/Wartkalender, HSE, Bereitschaft, Notfall, Reporting | M4 Betriebsbereitschaft freigegeben |
| P5 Test, Freigabe und Go-live | T0+8 bis T0+12 Wochen | End-to-End-Tests, Restpunktesteuerung, Go-live-Dossier | M5 Go-live freigegeben |
| P6 Hypercare / Stabilisierung | Go-live + 8 Wochen | Stabilisierung, Feinjustierung, kontrollierter Übergang in Routine | M6 Hypercare abgeschlossen |
Übersicht Arbeitspakete
| AP | Arbeitspaket | Kerninhalte | Hauptdeliverables | Fällig bis |
|---|---|---|---|---|
| AP01 | Governance und Mobilisierung | Kick-off, Detailterminplan, Stakeholder, Eskalation, Entscheidungslogik | D01, D02, D03 | Ende W2 |
| AP02 | Organisation, Ressourcen, Qualifikation | Objektorganisation, Vertretung, 24/7-Bereitschaft, Qualifikationen, Unterweisungsplanung | D04, D05, D06 | Ende W4 |
| AP03 | Asset-, Dokumenten- und Restpunkteübernahme | Anlagenregister, Dokumentenabgleich, Kritikalität, Mängel-/Claim-Baseline | D07, D08, D09, D10 | Ende W6 |
| AP04 | CAFM-, GLT- und Service-Desk-Integration | Zugänge, Berechtigungen, mobile Prozesse, Ticketlogik, GLT-/Alarmhandling | D11, D12, D13, D14 | Ende W6 |
| AP05 | Prozesslandschaft und Schnittstellen | KTE-Prozessanpassung, RACI, Eskalation, PTW, Planned Downtime, auditkonforme Prozessdokumentation | D15, D16, D17, D18 | Ende W8 |
| AP06 | Wartung, Prüfung, ProvI und Ersatzteilstrategie | Wartungsplan v1, Prüfkalender, ProvI-Konzept, Ersatzteil-/Kritikalitätslogik | D19, D20, D21, D22 | Ende W8 |
| AP07 | HSE, GBU, Notfall, Evakuierung, BCM, Fremdfirmen | GBU-Register, Notfall- und Bereitschaftskonzept, Fremdfirmenkoordination, Evakuierungslogik | D23, D24, D25, D26 | Ende W9 |
| AP08 | Externe Prüfungen, Versichererauflagen, Gewährleistung | DGUV-V3-Koordination, ZÜS/TÜV-Planung, Versichererauflagen, Claim-Flow | D27, D28, D29, D30 | Ende W9 |
| AP09 | Reporting, KPI, Budget, Risiko, KVP, ISO | Reporttemplates, KPI-Messlogik, OPEX/CAPEX-Zuarbeit, Risikobewertung, Auditmap | D31, D32, D33, D34 | Ende W10 |
| AP10 | Go-live-Dossier und Hypercare | End-to-End-Testnachweise, Go-live-Dossier, Stabilisierungsplan, Übergabe in Routine | D35, D36, D37, D38 | Ende W12 / Hypercare-Ende |
Deliverable-Liste
| Deliverable | Inhalt | Mindestanforderung |
|---|---|---|
| D01 | Detaillierter Start-up-Terminplan | Phasen, Termine, Verantwortliche, Gate-Logik |
| D02 | Stakeholder-, Kontakt- und Eskalationsmatrix | Ansprechpartner, 24/7-Erreichbarkeit, Eskalationsstufen |
| D03 | Risiko-, Issue- und Entscheidungslog | laufend gepflegt, versioniert |
| D04 | Organigramm TTS-Objektorganisation | Objektleiter, Stellvertretung, Fachrollen, Service Desk, Bereitschaft |
| D05 | Ressourcen- und Bereitschaftsplan | Personalbesetzung, Rufbereitschaft, Stellvertretung |
| D06 | Qualifikations- und Unterweisungsplan | Befähigungen, Pflichtunterweisungen, Nachweisstruktur |
| D07 | Asset-Register v1 | vollständiger Abgleich gegen Anlagenbestand / Revisionsunterlagen |
| D08 | Dokumenten- und Datenlückenliste | fehlende Unterlagen, Verantwortliche, Zieltermine |
| D09 | Mängel-, Restpunkte- und Claimregister v1 | Trennung Bau-/Betriebswelt, Status, Verantwortliche |
| D10 | Kritikalitätsmatrix A/B/C | eindeutige Asset-Zuordnung |
| D11 | CAFM-Berechtigungs- und Rollenkonzept | Nutzer, Rollen, Rechte, Freigaben |
| D12 | Testprotokoll mobile und onlinegestützte Bearbeitung | Ticketanlage, Bearbeitung, Rückmeldung, Abschluss |
| D13 | Ticket-, Prioritäts- und Dispatch-Modell | Meldung, Triage, Dispatch, Eskalation |
| D14 | GLT-/Alarm-/CAFM-Handling-Konzept | Alarmweiterleitung, Meldelogik, Verantwortlichkeiten |
| D15 | Prozesslandkarte TTS Soll-Zustand | an KTE-Prozesse angepasst, versioniert |
| D16 | finale RACI- und Schnittstellenmatrix | mit verbindlicher Rollenlogik |
| D17 | Planned-Downtime- und Permit-to-Work-Verfahren | Freigaben, Schnittstellen, Dokumentation |
| D18 | Audit- und Zertifizierungsfähigkeitsnachweis der Prozesslandschaft | Prozessdokumentation, Freigabestatus |
| D19 | Wartungsplan v1 | alle Assets mit Intervallen und Verantwortlichen |
| D20 | Prüfkalender v1 | gesetzliche, normative, versicherungsbedingte Prüfungen |
| D21 | ProvI-Konzept | Zustandsüberwachung, Trendanalyse, vorbeugende Maßnahmen |
| D22 | Ersatzteil- und Kritikalitätskonzept | kritische Teile, Beschaffungs- oder Bevorratungslogik |
| D23 | GBU-Register und GBU-Entwürfe | für TTS-relevante Tätigkeiten |
| D24 | Notfall-, Bereitschafts-, Evakuierungs- und BCM-Konzept | Alarmierung, Rollen, Wiederanlauf |
| D25 | Fremdfirmenkoordinations- und Sicherheitskonzept | Einweisung, PTW, Mehrarbeitgeberkoordination |
| D26 | Gefahrstoffprozess TTS | SDS-/Betriebsanweisungs-/GBU-Schnittstellen |
| D27 | DGUV-V3-/ZÜS-/TÜV-Koordinationsplan | Termine, Verantwortliche, Begleitung, Nachweise |
| D28 | Masterplan externe Prüfungen | Prüftermine, Anlagenzugänge, Sperrfenster |
| D29 | Matrix Versichererauflagen | Prüf-/Inspektions-/Wartanforderungen inkl. Nachweislogik |
| D30 | Gewährleistungs- und Claim-Prozess | Anzeige, Fristen, Nachverfolgung |
| D31 | Reporting-Templates | Monat, Quartal, Jahr, Ad-hoc |
| D32 | KPI-/SLA-Messlogik | Datenfelder, Berechnung, Auswertungsregeln |
| D33 | OPEX-/CAPEX-Inputmatrix | priorisierte Maßnahmen und Budgetzuschläge |
| D34 | Risiko-/ISO-/Audit-Nachweismatrix | Nachweise, Verantwortlichkeiten, Terminplan |
| D35 | End-to-End-Testprotokolle | Service Desk, CAFM, Alarm, Eskalation, Reporting |
| D36 | Go-live-Dossier | Freigabestatus, Restpunkte, Risiken, Empfehlung |
| D37 | Hypercare- und Stabilisierungsplan | Taktung, Sondermonitoring, Eskalationslogik |
| D38 | Hypercare-Abschlussbericht | Stabilität, offene Punkte, Übergabe an Routine |
Rollen des AG
| Rolle | Mindestbeitrag |
|---|---|
| AG TFM / Betreibervertretung | Gesamtsteuerung, Freigaben, Entscheidungen, Schnittstelle zu Einkauf und Projekt |
| AG HSE / BCM | Prüfung und Freigabe von GBU, Notfall-/Evakuierungs-/BCM-relevanten Konzepten |
| AG IT/OT/CAFM | Berechtigungen, Systemzugänge, Workflow-/Schnittstellenfreigaben, Datensicherheit |
| AG Nutzer / Produktion | Definition von Betriebsfenstern, Planned Downtime, Zugängen und Betriebsrestriktionen |
| AG Einkauf / Commercial | kommerzielle Freigaben, Bestellungen, Vertrags- und CR-Unterstützung |
Rollen des AN
| Rolle | Mindestbeitrag |
|---|---|
| AN Objektleiter | Gesamtverantwortung Start-up, Koordination aller Arbeitspakete, zentrale Kommunikation |
| AN Stellvertretung | abgesicherte Vertretung mit Entscheidungsfähigkeit |
| AN Fachverantwortliche | Gewerkeübergreifende Umsetzung, Prüf-/Wart-/ProvI-Planung, HSE- und Notfallmitwirkung |
| AN CAFM-/Datenverantwortliche | Datenübernahme, Stammdaten, Bewegungsdaten, KPI-/Reportinglogik |
| Service Desk | Ticket- und Prozesslogik, Priorisierung, Triage, Dispatch, Statuskommunikation |
| Fremdfirmenkoordinator | grundsätzlich der Objektleiter oder eine gleichwertig benannte Person |
Dritte
| Rolle | Mindestbeitrag |
|---|---|
| GU / Errichter / Projektteam | Revisionsunterlagen, Restmängel, Gewährleistungs- und Claim-Informationen |
| Externe Prüforganisationen / ZÜS / TÜV | gesetzliche Prüfungen, Befunde, Protokolle |
| Versicherer / Risk | Anforderungen, Obliegenheiten, Nachweisformate |
Der AG stellt im Start-up insbesondere rechtzeitig zur Verfügung:
Bestands- und Projektdokumentation,
Zugang zu CAFM/GLT/OT im vereinbarten Umfang,
Ansprechpartner und Entscheidungswege,
Vorgaben zu Datenschutz, Datensicherheit, Berechtigungen und Dokumentenablage,
Versichererauflagen,
Informationen zu externer Beauftragung von DGUV-V3-/ZÜS-/TÜV-Leistungen,
Nutzer-/Produktionskalender und Betriebsfenster.
Steuerung, Meetings und Reporting im Start-up
Während des Start-up gilt ein verdichtetes Steuerungsmodell. Die in der Leistungsbeschreibung vorgesehenen Gesprächstakte werden bereits im Start-up praktisch vorweggenommen; insbesondere sind tägliche 15-Minuten- und wöchentliche 30-Minuten-Formate verbindlich zu nutzen. Arbeitsschutz- und Toolboxmeetings sind Bestandteil der Grundleistung.
| Format | Takt | Dauer | Mindestinhalt |
|---|---|---|---|
| Kick-off-Workshop | 1x zu T0 | 240 min | Zielbild, Termine, Rollen, Eskalation, Risiken |
| Täglicher Start-up-Stand-up | arbeitstäglich | 15 min | Tageslage, Blocker, A-Punkte, Entscheidungen |
| Wöchentliches Start-up-Shopfloor | 1x / Woche | 30 min | Fortschritt, offene Punkte, Risiken, Tests |
| Monatliches Statusgespräch | 1x / Monat | 120 min | Meilensteine, Deliverables, Budget-/CR-Themen |
| Gate Review / Meilenstein-Review | je Meilenstein | 60–120 min | Abnahme, Restpunkte, Go-/No-go-Entscheidung |
| Arbeitsschutz-/Toolboxmeeting | nach Bedarf / turnusmäßig | gemäß Agenda | Unterweisung, Gefährdungen, Lessons Learned |
Meilensteine
| Meilenstein | Bezeichnung | Mindestinhalt / Gate-Kriterium |
|---|---|---|
| M0 | Vertragszuschlag / T0 | formale Beauftragung liegt vor |
| M1 | Mobilisierung freigegeben | D01–D03 liegen vor; Ansprechpartner benannt; Zugangsanträge gestellt |
| M2 | Übernahmebaseline freigegeben | D07–D10 liegen vor; Asset- und Dokumentenbaseline abgestimmt |
| M3 | System-/Prozessbereitschaft freigegeben | D11–D18 liegen vor; CAFM-/Service-Desk-/Prozess-Tests bestanden |
| M4 | Betriebsbereitschaft freigegeben | D19–D30 liegen vor; Bereitschaft, Prüfkalender, HSE- und Notfalllogik aktiv |
| M5 | Go-live freigegeben | D31–D37 liegen vor; alle Go-live-Kriterien erfüllt |
| M6 | Hypercare abgeschlossen | D38 liegt vor; Stabilisierung bestätigt, Übergang in Routine freigegeben |
Abnahmeform
Die Start-up-Ergebnisse sind abnahmefähige Deliverables. Die Prüfung und Freigabe erfolgt durch den AG TFM / die Betreibervertretung unter Mitwirkung der jeweils betroffenen Fachrollen. Soweit der FM-Rahmenvertrag keine abweichenden Fristen regelt, gilt für Deliverable-Prüfungen eine Regelfrist von 5 Arbeitstagen nach Vorlage.
Teilfreigaben sind zulässig, wenn nur nichtkritische Restpunkte offen sind und diese in einer Maßnahmenliste mit Termin und Verantwortlichem dokumentiert sind.
Asset- und Datenbasis
100 % aller A- und B-Assets sind im CAFM mit eindeutiger Kritikalität angelegt,
mindestens 98 % des Gesamtanlagenbestandes sind im Asset-Register erfasst,
offene Datenlücken sind bewertet, terminiert und verantwortet.
System- und Prozessfähigkeit
Ticketanlage, Triage, Dispatch, mobile Rückmeldung und Abschluss wurden erfolgreich getestet,
Service Desk, Eskalationslogik und Kommunikationswege sind aktiv,
RACI, Prozesslandkarte und Schnittstellenmatrix sind freigegeben.
Prüf-, Wart- und Betreiberpflichtenlogik
100 % der A- und B-Assets sind einem Wartungs- und Prüfregime zugeordnet,
Prüfkalender und Fristenüberwachung sind aktiv,
keine bekannten überfälligen gesetzlichen Prüfungen zum Go-live.
HSE und Notfall
erforderliche GBU für kritische Tätigkeiten liegen vor und sind freigegeben bzw. mit genehmigtem Übergangsmaßnahmenplan versehen,
Bereitschafts-, Notfall-, Evakuierungs- und BCM-Logik sind getestet,
Fremdfirmenkoordination und PTW-/Arbeitserlaubnisprozesse sind aktiv.
Go-live ist ausgeschlossen bei:
offenen A-Risiken ohne akzeptierte Übergangsmaßnahme,
nicht funktionsfähiger Service-Desk-/CAFM-Prozesskette,
fehlender 24/7-Bereitschaft für vereinbarte A-/B-Anlagen,
nicht geklärter Verantwortungsabgrenzung zu kritischen Assets,
fehlender Prüfterminierung für gesetzlich oder versicherungsseitig zwingende Prüfungen,
schwerwiegenden Datenschutz-/Berechtigungs- oder Datensicherheitsmängeln.
Hypercare- und Stabilisierungsphase
Nach Go-live folgt eine 8-wöchige Hypercare-Phase. Sie dient der kontrollierten Stabilisierung des Betriebsmodells und der Beseitigung von Kinderkrankheiten.
Der AN schuldet in der Hypercare mindestens:
tägliches Monitoring kritischer Tickets und Störungen,
wöchentliche Stabilitätsauswertung,
engmaschige Pflege von Restpunkten und Prozesskorrekturen,
Nachschärfung von Stammdaten, Prüfkalendern und Reportlogik,
Nachschulungen bei Prozess- oder Dokumentationsabweichungen,
30-Tage- und 60-Tage-Stabilitätsbericht,
Übergabe aller noch offenen Punkte in den Regelbetrieb.
Hypercare gilt als abgeschlossen, wenn:
keine ungeklärten A-Restpunkte mehr offen sind,
die Service-Desk-/CAFM-Prozesskette im Echtbetrieb stabil läuft,
Reports termingerecht und vollständig erstellt werden,
die offenen B-/C-Restpunkte mit Termin und Verantwortlichen in die Routineorganisation übergeben sind,
der AG die Stabilisierung schriftlich bestätigt.
Risiko-, Issue- und Eskalationsmanagement
Da nach den Grundlagen einzelne Systemausprägungen, Teile der Nutzerplanung und die Planung der „letzten Meile“ im Projektverlauf noch konkretisiert werden können, ist der Start-up- und Mobilisierungsplan versioniert zu führen und fortzuschreiben. Relevante Änderungen an Scope, Zeit, Datenmodell, Schnittstellen oder Prüf-/Wartlogik sind über das Change-Request-Verfahren abzubilden.
Start-up-Risiken (Mindestliste)
| Risiko | Auswirkung | Gegenmaßnahme | Owner |
|---|---|---|---|
| Unvollständige Revisionsunterlagen / As-built-Daten | Datenlücken, verspätete Prüf-/Wartplanung | D08 Lückenliste, Eskalation, Priorisierung A/B-Assets | AG Projekt / GU / AN Objektleiter |
| Späte CAFM-/GLT-Zugänge | Verzögerung bei Tests und Datenpflege | Frühzeitige Zugangsanträge, Eskalation über M1 | AG IT/OT/CAFM |
| Offene Baumängel / Restpunkte | Go-live-Risiken, unklare Verantwortlichkeiten | D09 Register, Trennung Bau-/Betriebswelt, Sofortmaßnahmen | AN Objektleiter / AG TFM |
| Nicht freigegebene GBU / Notfallprozesse | rechtliches und operatives Risiko | Frühzeitige Vorlage, Gate-Prüfung M4 | AG HSE / AN |
| Fehlende Prüftermine externer Organisationen | Betreiberpflichtenrisiko | Masterplan D28, Eskalation vor M4 | AG TFM / AN |
| Unzureichende Qualifikationsnachweise | Einsatzhemmnis, Auditrisiko | D06 Qualifikationsmatrix, Nachschulung, Ersatzbesetzung | AN Objektleiter |
Änderungsmanagement im Start-up
Jede Änderung des Start-up-Umfangs, der Deliverables, der Terminlogik, der Zuständigkeiten, der Datenstruktur, der Schnittstellen oder der Go-live-Kriterien erfolgt ausschließlich kontrolliert über das Change-Request-Verfahren der Leistungsbeschreibung. Start-up-spezifische Abweichungen werden zunächst im Issue-Log erfasst; sobald Kosten, Termine, Scope oder Vertragsinhalte betroffen sind, ist ein formaler CR anzulegen. Das Change-Request-Management ist Bestandteil der regelmäßigen Steuerung und der Quartalsgespräche.
Die nachstehende Tabelle ist bei Zuschlag mit konkreten Daten zu füllen:
| Parameter | Projektspezifischer Eintrag |
|---|---|
| T0 Vertragszuschlag / Notice to Proceed | [Datum] |
| Kick-off | [Datum] |
| Ende Phase P1 / M1 | [Datum] |
| Ende Phase P2 / M2 | [Datum] |
| Ende Phase P3 / M3 | [Datum] |
| Ende Phase P4 / M4 | [Datum] |
| Go-live / M5 | [Datum] |
| Ende Hypercare / M6 | [Datum] |
| Regelbetriebsaufnahme | [Datum] |
| Objektleiter AN | [Name] |
| Betreibervertretung AG | [Name] |
| Service-Desk-Lead | [Name] |
| CAFM-/IT-Lead | [Name] |
| HSE-/BCM-Lead | [Name] |
Schlussbestimmung
Dieser Start-up- und Mobilisierungsplan ist so auszulegen, dass der AN den technischen Betrieb nicht nur übernimmt, sondern ihn bis zum Go-live in eine rechtssichere, auditfähige, datenfähige und operativ belastbare TTS-Betriebsorganisation überführt. Maßstab ist nicht die bloße Dokumentenabgabe, sondern die nachweislich funktionierende Gesamtlogik aus Organisation, Systemen, Prozessen, Betreiberpflichten, Notfallfähigkeit und Reporting.
