Arbeitssicherheit: Gefährdungsbeurteilungen, Unterweisungen, PSA, Freigabeprozess
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Anhang Arbeitssicherheit
Geltungsbereich. Der Auftragnehmer hat für sämtliche im Rahmen des TTS-Vertrags erbrachten Leistungen ein arbeitsschutzkonformes Sicherheitsmanagement für Mobilisierung, Regelbetrieb, Störungsbeseitigung, Instandhaltung, Inspektion, Prüfungen, Projektleistungen, Fremdfirmensteuerung und wiederkehrende Sondertätigkeiten einzurichten und fortlaufend zu betreiben. Das Sicherheitsmanagement muss mit den Betreiberpflichten des Auftraggebers, den Standortregeln, den Vorgaben der Baustellen- und Inbetriebnahmephase sowie den Anhängen A12, A13, A29 und A38 abgestimmt sein. Grundlage sind mindestens ArbSchG, BetrSichV, PSA-BV, GefStoffV, ASiG, BaustellV, DGUV Vorschrift 1, DGUV Vorschrift 3, TRBS 1111/1112, TRGS 400 sowie ASR A1.3, A2.2 und A2.3.
Anhang Arbeitssicherheit im technischen Betrieb
- Gefährdungsbeurteilung (GB)
- Für die Ausschreibung wird folgende Mindestmatrix festgelegt
- PSA
- Freigabeprozesse
- Schnittstellen
- Muster Unterweisungsnachweis – Pflichtfelder
- Muster Freigabeschein – Pflichtfelder
Gefährdungsbeurteilung (GB)
Der Auftragnehmer hat vor Aufnahme jeder Tätigkeit eine tätigkeits-, arbeitsmittel-, bereichs- und auftragsspezifische Gefährdungsbeurteilung zu erstellen, zu dokumentieren, freizugeben und aktuell zu halten. Vorhandene Gefährdungsbeurteilungen, Betriebsanweisungen, Herstellerunterlagen, Prüf- und Inbetriebnahmedokumente, SiGe-Plan-Unterlagen, Behördenauflagen und sonstige gleichwertige Dokumente des Auftraggebers sind zu übernehmen, auf Eignung zu prüfen und in die objektspezifische Beurteilung zu integrieren; dies gilt ausdrücklich auch für gleichartige Tätigkeiten und vergleichbare Arbeitsplätze. Gefährdungsbeurteilungen müssen mindestens Gefährdungen, Schutzmaßnahmen nach dem STOP-Prinzip, notwendige PSA, Unterweisungserfordernisse, Freigabepflichten, Notfallmaßnahmen, Schnittstellen zu anderen Arbeitgebern, Qualifikationsanforderungen und Prüffristen enthalten. Ohne gültige Gefährdungsbeurteilung dürfen keine Arbeiten mit erhöhtem Risiko ausgeführt werden. Liefergegenstände sind ein GB-Matrixverzeichnis, Tätigkeit-GBs, bereichsbezogene Sonder-GBs, eine Änderungs- und Versionshistorie sowie ein Maßnahmenverfolgungsregister. Abnahmekriterien sind Vollständigkeit, Freigabestatus, Nachvollziehbarkeit der Schutzmaßnahmen und Nachweis der Wirksamkeitskontrolle. KPI: Anteil der Tätigkeiten mit gültiger GB 100 %, fristgerecht geschlossene Maßnahmen ≥ 95 %, überfällige GB-Aktualisierungen 0.
Unterweisungen
Der Auftragnehmer hat alle eingesetzten Personen vor Tätigkeitsaufnahme, bei Tätigkeitsänderung, bei Änderung von Arbeitsmitteln, Verfahren oder Gefährdungslage sowie danach in angemessenen Intervallen, mindestens jedoch jährlich, zu unterweisen. Unterweisungen müssen arbeitsplatz- und tätigkeitsbezogen sein; bei PSA gegen tödliche Gefahren oder bleibende Gesundheitsschäden sind Unterweisungen mit praktischen Übungen durchzuführen. Die Unterweisung ist zu dokumentieren.
Für die Ausschreibung wird folgende Mindestmatrix festgelegt:
| Zielgruppe | Mindestinhalte | Frequenz | Nachweis |
|---|---|---|---|
| Alle TTS-Beschäftigten | Standortregeln, Verkehrswege, Meldewege, Notruf, Fremdfirmenregeln, Basic-LOTO, Meldepflichten, Verhalten im Brand-/Störfall | vor Erstaufnahme, danach jährlich, zusätzlich anlassbezogen | elektronischer oder unterschriebener Unterweisungsnachweis |
| Objektleitung / Schichtleitung / Teamleitung | Führungsverantwortung, Freigabesystem, Eskalation, Koordination mehrerer Arbeitgeber, Maßnahmenverfolgung | vor Funktionsübernahme, danach jährlich | Rollenbezogener Nachweis |
| Instandhaltung / Störungseinsatz | Arbeitsmittel, Energieisolation, Wiederinbetriebnahme, sichere Instandhaltung, Permit-to-Work | vor Erstaufnahme, danach jährlich und anlassbezogen | Tätigkeitsbezogener Nachweis |
| Elektrofachkräfte / elektrotechnisch unterwiesene Personen | Freischalten, Sichern gegen Wiedereinschalten, Spannungsfreiheit, Grenzen der Beauftragung, Dokumentation | vor Erstaufnahme, danach jährlich und anlassbezogen | Qualifikations- und Unterweisungsnachweis |
| Arbeiten mit Heißarbeiten / Brandwachen | Heißarbeitsschein, Brandschutzmaßnahmen, Brandwache, Nachkontrolle | vor erster Tätigkeit, danach jährlich und vor jeder Freigabe | Heißarbeitsunterweisung / Permit-Protokoll |
| Arbeiten in engen Räumen / Behältern / Schächten | Freimessen, Rettungskette, LOTO, Atemschutz, Sicherungsposten | vor erster Tätigkeit, danach jährlich und vor jeder Freigabe | Sachbezogener Freigabe- und Unterweisungsnachweis |
| PSA gegen Absturz / Atemschutz / sonstige PSA Kat. III | Auswahl, Anlegen, Benutzung, Grenzen, Aufbewahrung, Erkennen von Schäden, praktische Übungen | vor Erstbenutzung, danach mindestens jährlich mit Übung | Praktischer Unterweisungsnachweis |
PSA
Der Auftragnehmer hat die erforderliche PSA aus der Gefährdungsbeurteilung abzuleiten, bereitzustellen, personen- und tätigkeitsbezogen auszugeben, ihren ordnungsgemäßen Zustand sicherzustellen und die Benutzungsinformationen in verständlicher Form bereitzuhalten. PSA muss individuell passen und ist grundsätzlich personengebunden zu verwenden. Für das TTS-Leistungsmodell werden mindestens folgende standardisierte PSA-Kategorien als Ausschreibungsbasis festgelegt; die tatsächliche Bereitstellung erfolgt risikobasiert je Tätigkeit und Bereich.
| PSA-Kategorie | Typische Normreferenz | Typische Einsatzfälle im TTS | Anforderungen an Lagerung und Prüfung |
|---|---|---|---|
| Sicherheitsschuhe | DIN EN ISO 20345 | Regelbetrieb Technikflächen, Werkstatt, Außenanlagen, Materialhandling | sauber, trocken, beschädigungsfrei; Sichtkontrolle vor Benutzung |
| Industrieschutzhelm | DIN EN 397 | Technikzentralen, Baustellen-Schnittstellen, Montage-/Wartungsbereiche | trocken/UV-geschützt; Sichtkontrolle vor Benutzung |
| Augenschutz | DIN EN 166 | Schleifen, Trennen, Bohren, Umgang mit Partikeln/Flüssigkeiten | in Schutzbehälter; Sichtkontrolle vor Benutzung |
| Warnschutzkleidung | DIN EN ISO 20471 | Außenflächen, Verkehrs- und Andienbereiche, Nacht-/Dämmerungseinsätze | sauber und funktionsfähig; Austausch bei Reflexionsverlust |
| Schutzhandschuhe mechanisch | DIN EN 388 | Montage, Instandhaltung, Handling von Bauteilen/Werkzeugen | trocken, sauber; Austausch nach Verschleiß |
| Schutzhandschuhe chemisch | DIN EN ISO 374-1 | Chemikalien-, Reinigungs- und Medienkontakte | getrennte Lagerung; Austausch gemäß Herstellerangaben |
| PSA gegen Absturz | DIN EN 361, DIN EN 363, DIN EN 365 | Dachflächen, Steigleitern, erhöhte Arbeitsplätze | dokumentierte regelmäßige Überprüfung nach anwendbarer Norm und Herstellerangaben |
| Atemschutz | DGUV Regel 112-190; je nach Gerät einschlägige PSA-Normen | Staub, Dämpfe, Gase, Notfall- oder Sondertätigkeiten | hygienische Aufbewahrung, Funktionskontrolle, Austausch nach Herstellerangaben |
Die Normreferenzen und Prüfanforderungen stützen sich auf DIN-Mediennachweise und DGUV-Regeln; für PSAgA und Atemschutz gelten zusätzlich die speziellen Unterweisungs- und Benutzungsanforderungen. Liefergegenstände sind eine PSA-Matrix, Ausgabelisten, Prüflisten, Sperr- und Aussonderungslisten sowie Betriebsanweisungen. Abnahmekriterien sind vollständige Verfügbarkeit, personenscharfe Zuordnung, keine überfälligen Prüfungen und dokumentierte Mängelbeseitigung. KPI: PSA-Verfügbarkeit 100 %, überfällige Prüfungen 0, dokumentierte PSA-Mängel binnen Frist beseitigt ≥ 95 %.
Freigabeprozesse
Für alle risikobehafteten Tätigkeiten ist ein formales Freigabesystem einzuführen. Freigaben sind mindestens für Heißarbeiten, Energieisolation/LOTO, Arbeiten in Behältern/Silos/engen Räumen, Arbeiten mit erhöhter Absturzgefahr, Tätigkeiten an oder in der Nähe elektrischer Anlagen, Eingriffe in brandschutzrelevante Systeme sowie sonstige vom Auftraggeber definierte Sondertätigkeiten zu verwenden. Kein freigabepflichtiger Auftrag darf ohne vollständig ausgefüllte und genehmigte Freigabe, eindeutige Verantwortungszuordnung und dokumentierte Rückgabe/Wiederinbetriebnahme durchgeführt werden.
| Freigabeart | Mindestinhalt | Freigabeberechtigte | Abschluss |
|---|---|---|---|
| Allgemeiner Permit-to-Work | Arbeitsort, Tätigkeit, Dauer, Risiken, Schutzmaßnahmen, Verantwortliche | Objektleitung TTS + benannte AG-Seite | Rückgabe mit Status und Abweichungen |
| Heißarbeitsschein | Brand-/Explosionsgefährdung, Brennstoffe entfernen/abschirmen, Brandwache, Nachkontrolle | AG-Freigabestelle + TTS-Verantwortliche | dokumentierte Nachschau |
| LOTO-/Energieisolation | Energiequellen, Trennstellen, Verriegelung, Kennzeichnung, Restenergien, Rücknahme | Anlagenverantwortliche + Ausführende | dokumentierte Entsperrung |
| Enge-Räume-/Behälterfreigabe | Freimessen, Lüftung, Rettungskette, Sicherungsposten, Kommunikation, PSA/Atemschutz | AG-Freigabestelle + fachkundige Person | dokumentierte Räumung und Wiederfreigabe |
| Elektrische Arbeitsfreigabe | Betriebszustand, Freischalten, Sperren, Prüfen, Abgrenzen | Verantwortliche Elektrofachkraft / beauftragte Person | dokumentierte Wiederinbetriebnahme |
Die Permit-Struktur stützt sich auf VdS 2036, VdS 2008, das DGUV-Heißarbeitsmuster, DGUV 113-004 sowie BAuA-Fremdfirmenvorgaben. Liefergegenstände sind Permit-Muster, Rollenmatrix, Freigaberegister, Archiv und Auditnachweise. Abnahmekriterien sind Vollständigkeit der Permit-Muster, digitale Nachverfolgbarkeit und dokumentierte Abschlusslogik. KPI: Permit-Vollständigkeit ≥ 98 %, Permit-Verstöße 0, nicht rückgemeldete Freigaben 0.
Rollen und Verantwortlichkeiten. Der Auftraggeber stellt Standortregeln, Gefährdungsinformationen, Betreiber- und Freigabestrukturen, Alarmierungswege, brandschutzrelevante Standortvorgaben sowie vorhandene Dokumente bereit und benennt die freigabeberechtigten Funktionen. Der Auftragnehmer erfüllt die Arbeitgeberpflichten für sein eigenes Personal, erstellt und aktualisiert Gefährdungsbeurteilungen und Betriebsanweisungen, führt Unterweisungen durch, stellt PSA bereit, steuert Nachunternehmer, beantragt Freigaben, setzt Schutzmaßnahmen um und dokumentiert Ausführung sowie Rückgabe. Die Objektleitung TTS ist für das operative Sicherheitsmanagement des gesamten ausgeschriebenen Leistungsumfangs verantwortlich. Fachkraft für Arbeitssicherheit und Betriebsarzt sind mindestens in die Erstellung/Änderung sicherheitsrelevanter Grundprozesse einzubinden. Während der Restbau-, Inbetriebnahme- und Übergabephase sind die Schnittstellen zu Bauherr, SiGeKo und Errichtern schriftlich festzulegen.
Dokumentation und Nachweisführung. Sämtliche arbeitsschutzrelevanten Dokumente sind revisionssicher, versionsgeführt und objektbezogen in der Dokumentenstruktur nach A38 zu führen. Mindestdokumente sind: GB-Verzeichnis, Einzel-GB, Betriebsanweisungen, Unterweisungsnachweise, Qualifikations-/Befähigungsnachweise, PSA-Register, Permit-Register, LOTO-Register, Unfall-/Beinaheunfallmeldungen, Maßnahmenlisten, Begehungsprotokolle, Freigaben zur Wiederinbetriebnahme sowie Auditnachweise. Unterweisungen sind zu dokumentieren; als vertragliche Mindestanforderung sind Inhalte, Datum, Zielgruppe, Unterweisende und Unterwiesene nachweisbar zu führen. Für Unterweisungsnachweise wird eine Aufbewahrung von mindestens zwei Jahren festgelegt; weitergehende gesetzliche oder betriebliche Aufbewahrungsfristen bleiben unberührt. Abnahmekriterien sind Vollständigkeit, Lesbarkeit, Revisionsstatus, Suchbarkeit und Auditfähigkeit. KPI: fristgerecht abgelegte Nachweise ≥ 98 %, fehlende Pflichtdokumente 0, Auditfeststellungen mit Kritikalität hoch 0.
Schnittstellen
Zu Instandhaltungskonzept besteht die Schnittstelle über Wartungs- und Prüfverfahren, sichere Instandhaltung, LOTO, Ersatzteilzugriff und Wiederinbetriebnahme. Zu Service Desk Konzept besteht die Schnittstelle über Ticketklassifikation, freigabepflichtige Aufträge, Störungseskalation und Ereignismeldung. Zu Brandschutz besteht die Schnittstelle über Heißarbeiten, Brandwachen, Abschaltungen brandschutztechnischer Einrichtungen und Alarmorganisation. Zu Dokumentationsstruktur besteht die Schnittstelle über revisionssichere Ablage, Versionierung, Prüf- und Nachweisdokumentation sowie Auditpfade. Diese Schnittstellen sind vom Auftragnehmer in einer A01-Schnittstellenliste im Sinne einer Zuordnung von Prozess, Dokument, System und Verantwortlichkeit auszuweisen.
Muster Gefährdungsbeurteilung – Pflichtfelder
| Feld | Mindestinhalt |
|---|---|
| Dokumentkopf | Standort, Bereich, Tätigkeit, Gewerk, Version, Datum, Ersteller, Freigeber |
| Tätigkeitsbeschreibung | Arbeitsauftrag, Regel-/Sondertätigkeit, beteiligte Firmen |
| Arbeitsumgebung | Raum/Anlage, Medien, Nachbargefahren, Parallelgewerke |
| Arbeitsmittel / Stoffe | Maschinen, Werkzeuge, Gefahrstoffe, Energiequellen |
| Gefährdungen | mechanisch, elektrisch, thermisch, chemisch, Brand/Explosion, Absturz, Enge Räume, Ergonomie |
| Maßnahmen | STOP, Abgrenzung, Freigaben, Messungen, Prüfungen, Notfallmaßnahmen |
| PSA | erforderliche Ausrüstung je Personengruppe |
| Unterweisung / Qualifikation | notwendige Unterweisungen, Befähigungen, Beauftragungen |
| Dokumente / Anhänge | Permit-Referenz, Betriebsanweisung, Herstellerangaben, Lageplan |
| Wirksamkeitskontrolle | Prüfung vor Arbeitsbeginn, Verantwortliche, Termin zur Überprüfung |
Muster Unterweisungsnachweis – Pflichtfelder
| Feld | Mindestinhalt |
|---|---|
| Stammdaten | Name, Firma, Funktion, Gewerk, Eintrittsdatum |
| Unterweisungsart | Erst-, Wiederholungs-, anlassbezogene, PSA-Spezialunterweisung |
| Inhalte | konkrete Themen und Bezug zur Tätigkeit |
| Praxisanteil | ja/nein, Art der Übung |
| Unterweisende | Name, Funktion, Qualifikation |
| Datum / Ort / Medium | Präsenz, digital, kombiniert |
| Verständnisnachweis | Rückfragen, Lernerfolgskontrolle, praktische Bestätigung |
| Freigabestatus | arbeitsfähig ja/nein, Einschränkungen |
Muster Freigabeschein – Pflichtfelder
| Feld | Mindestinhalt |
|---|---|
| Auftragsdaten | Ticket-/Auftragsnummer, Bereich, Anlage, Tätigkeit, Zeitraum |
| Risiken | Brand/Explosion, Energiequellen, Enge Räume, Absturz, Stoffe |
| Vorbedingungen | GB geprüft, Unterweisung gültig, Qualifikation gültig |
| Schutzmaßnahmen | Absperrung, LOTO, Gasmessung, Brandwache, Lüftung, PSA |
| Verantwortliche | Antragsteller, Ausführende, Aufsicht, Freigeber |
| Freigabe | Datum, Uhrzeit, Gültigkeit, Einschränkungen |
| Rückgabe | Arbeitsende, Restgefahren, Wiederinbetriebnahme, Abweichungen |
| Archivierung | Permit-Nummer, Ablageort, Verknüpfung mit DMS/CAFM |
Angaben, die im Zuge der Ausschreibung noch zu präzisieren sind
Für den endgültigen Vergabetext sind folgende Punkte objektiv erst nach Vorlage der finalen Auftraggeberunterlagen abschließend festlegbar:
Die anlagenspezifischen Gefährdungen können erst nach Vorlage von Anlagenlisten, GA-/MSR-Unterlagen, Stromlaufplänen, Explosionsschutzdokumenten, Medienlisten, Layouts, Brandschutzkonzept, SiGe-Plan, Inbetriebnahmeszenarien und Herstellerdokumentationen endgültig bewertet werden. Gleiches gilt für die abschließende Festlegung freigabepflichtiger Tätigkeiten, Prüfstellen, Messanforderungen, Rettungsketten und LOTO-Isolationspunkte.
Die rollenbezogene Unterweisungsmatrix ist nach endgültiger Organisationsstruktur, Schichtmodell, Fremdfirmenanteil, Gewerkezuschnitt, Befähigungsprofilen und tatsächlichen Sonderflächen zu konkretisieren; ebenso die personenscharfen Anforderungen an Objektleitung, Freigabestellen, Anlagenverantwortliche, Elektroverantwortung, Brandschutzfunktionen und Notfallrollen.
Die PSA-Matrix ist erst nach Abschluss der endgültigen Gefährdungsbeurteilungen, nach Klärung der Tätigkeitsprofile und nach Festlegung der eingesetzten Arbeitsmittel, Stoffe und Zugangssysteme final zu spezifizieren. Das betrifft insbesondere Atemschutz, PSAgA, chemische Schutzkleidung, elektrische Schutzausrüstung und ex-zonenspezifische Anforderungen.
Die Dokumentations- und Systemvorgaben sind nach Vorlage der endgültigen A38-Dokumentenstruktur, des CAFM-/DMS-Zielbilds, der Rechtekonzepte, der Archivierungs- und Auditvorgaben sowie der Schnittstellen und den Betreiberunterlagen zu finalisieren.
