Leistungsbeschreibung Inbetriebnahme
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Kalkulationsfähige Leistungsbeschreibung für die Inbetriebnahme eines technisierten Großgebäudes
Die Inbetriebnahme eines technisierten Großgebäudes ist keine punktuelle Schlussprüfung, sondern ein strukturierter, phasenübergreifender Qualitätssicherungsprozess zwischen Planung, Ausführung, Übergabe und erstem Nutzungsbetrieb. Die Arbeitsgemeinschaft für wirtschaftliche Verwaltung bezeichnet funktionierende technische Anlagen ausdrücklich als wesentliche Voraussetzung für einen energieeffizienten, funktions- und bedarfsgerechten Gebäudebetrieb; sie hebt zugleich hervor, dass Technisches Monitoring die Qualität technischer Anlagen verbessern kann und die Schnittstellen zwischen klassischen Werkleistungen und ergänzender Qualitätssicherung präzisiert. Die gleiche Empfehlung verweist darauf, dass für die wichtige Phase der Inbetriebnahme zusätzliche Maßnahmen und Schnittstellen zum technischen Inbetriebnahmemanagement erforderlich sind.
Für große Nichtwohngebäude ist die Inbetriebnahme inzwischen auch gesetzlich aufgewertet. Das Gebäudeenergiegesetz verlangt für neue Nichtwohngebäude oberhalb der dort genannten Leistungsschwellen ein System der Gebäudeautomatisierung, digitale Energieüberwachung, eine frei konfigurierbare Datenschnittstelle, eine benannte für das Gebäude-Energiemanagement zuständige Person oder ein beauftragtes Unternehmen sowie ein technisches Inbetriebnahme-Management einschließlich Einregelung der gebäudetechnischen Anlagen. Dieses Management muss mindestens den Zeitraum einer Heizperiode und einer Kühlperiode erfassen.
Die Arbeitsgemeinschaft für wirtschaftliche Verwaltung beschreibt außerdem, dass technische Anlagen oder Gebäudeteile schon vor der Gesamtabnahme in einen Zwischenbetrieb übergeben werden können und dass gegen Ende der Inbetriebnahme ein zusammenhängender Zwischenbetrieb aller technischen Anlagen stattfinden soll, damit das Zusammenspiel der Systeme unter realen Betriebszuständen überprüft und für den bestimmungsgemäßen Betrieb optimiert werden kann. Genau dieser Schritt trennt ein formal fertiggestelltes von einem tatsächlich funktionsfähigen Gebäude.
Die nachfolgende Leistungsbeschreibung ist deshalb so aufgebaut, dass sie unmittelbar als Ausschreibungstext verwendet werden kann. Die Sortierung erfolgt nach Kostengruppen der Kostengliederung nach DIN 276, die von der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure als Grundlage der Kostenermittlung herangezogen wird. Innerhalb der Kostengruppe für technische Anlagen erfolgt zusätzlich eine Gliederung entlang der Anlagengruppen der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure, damit die Ausschreibung sowohl kostenstrukturell als auch gewerklich sauber kalkuliert werden kann.
Anforderungen an eine strukturierte Inbetriebnahme
- Grundlagen und Annahmen
- Übergreifende Leistungen der Inbetriebnahme
- Übergreifende Leistungspositionen
- Kostengruppe Bauwerk und Baukonstruktionen
- Kostengruppe Bauwerk und Technische Anlagen
- Wärmeversorgung, Lüftung, Klima und Kälte
- Elektrotechnik, Sicherheits- und Informationstechnik sowie Förderanlagen
- Nutzungsspezifische und verfahrenstechnische Anlagen sowie Gebäudeautomation
- Kostengruppen Außenanlagen und Ausstattung
- Vertragsklauseln für Ausschreibung und Abnahme
- Offene Punkte und Grenzen
Grundlagen und Annahmen
Die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure knüpft die anrechenbaren Kosten an die Kostenermittlung nach DIN 276. DIN 276 führt in der ersten Ebene acht Kostengruppen und weist ausdrücklich darauf hin, dass die Kostengruppen 300 und 400 überarbeitet wurden und die Kostengruppe 500 auf Außenanlagen von Bauwerken sowie selbständige Freiflächen erstreckt wurde. Für die technische Ausrüstung unterscheidet die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure acht Anlagengruppen, darunter Abwasser-, Wasser- und Gasanlagen, Wärmeversorgungsanlagen, lufttechnische Anlagen, Starkstromanlagen, fernmelde- und informationstechnische Anlagen, Förderanlagen, nutzungsspezifische und verfahrenstechnische Anlagen sowie Gebäudeautomation.
Da der Gebäudetyp, das Nutzungsprofil, die Hygienestufe, die Anzahl der Aufzüge, die Anzahl der Krananlagen, die Anzahl der Küchenbereiche, die Redundanzanforderungen, die Zahl der Brandabschnitte und die Leistungsgrenzen einzelner Medienanlagen nicht spezifiziert wurden, verwendet die folgende Leistungsbeschreibung variable Positionen mit Platzhaltern. Für die Ausschreibung sind diese Platzhalter durch projektspezifische Mengen, Stückzahlen, Funktionsbereiche und Betriebszustände zu ergänzen.
| Projektdatenfeld | Platzhalter für Ausschreibung | Erläuterung zur Kalkulation |
|---|---|---|
| Gebäudetyp | [Büro / Klinik / Labor / Hotel / Universität / Rechenzentrum / Mischnutzung / Produktion / Logistik] | Beeinflusst Hygiene, Verfügbarkeiten, Sicherheits- und Abnahmeanforderungen |
| Nutzungsprofil | [Tagesbetrieb / Schichtbetrieb / Vierundzwanzig-Stunden-Betrieb / Veranstaltungsbetrieb] | Beeinflusst Prüffenster, Probebetrieb und saisonale Nachweise |
| Bruttogrundfläche | [Wert eintragen] | Nur als Projektparameter, nicht als Abrechnungseinheit |
| Brandabschnitte | [Anzahl eintragen] | Beeinflusst Brandfallsteuerungen, Brandmelde- und Abschottungsprüfungen |
| Aufzüge | [Anzahl eintragen] | Abrechnung vorzugsweise je Anlage |
| Krananlagen | [Anzahl und Typ eintragen] | Abrechnung je Krananlage oder Kranbahnabschnitt |
| Küchenbereiche | [Anzahl / Typ eintragen] | Unterscheidung Teeküche, Aufwärmküche, Großküche, Produktionsküche |
| Druckluftsysteme | [Anzahl Netze / Reinheitsklassen / Abnahmestellen] | Abrechnung je Netz, Aufbereitungseinheit und Messpunkt |
| Trinkwasseranlage | [Großanlage ja oder nein / Zirkulationsstränge] | Beeinflusst Hygieneproben und Temperaturmessraster |
| Redundanzkonzept | [keine / n plus eins / zwei mal vorhanden] | Beeinflusst Integrations- und Ausfalltests |
Die Prozesslogik der Inbetriebnahme folgt in der Praxis einem phasenübergreifenden Ablauf mit frühem Festlegen der Anforderungen, strukturierter Schnittstellenarbeit, Vorprüfungen, funktionalen Einzelprüfungen, integrierten Wirkzusammenhangsprüfungen, Zwischenbetrieb, Übergabe, Schulung und anschließendem Monitoring. Diese Logik entspricht sowohl den Empfehlungen der Arbeitsgemeinschaft für wirtschaftliche Verwaltung als auch den Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes an große neue Nichtwohngebäude. [5]
Übergreifende Leistungen der Inbetriebnahme
Die folgenden Positionen sind stets gewerkeübergreifend auszuschreiben. Sie bilden die organisatorische und methodische Grundlage für alle späteren Einzelpositionen. Ohne diese Leistungen bleiben Prüfungen fragmentiert, Schnittstellen undefiniert und Mängelursachen im späteren Betrieb nicht mehr sauber zuordenbar. Die Arbeitsgemeinschaft für wirtschaftliche Verwaltung beschreibt gerade diese Übergänge zwischen Planung, Bau, Inbetriebnahme und erster Nutzungsphase als kritischen Bereich; das Gebäudeenergiegesetz verlangt für bestimmte Gebäude darüber hinaus ein technisches Inbetriebnahme-Management einschließlich Einregelung und Monitoring.
Personalqualifikationen und allgemeine Prüfmittel
| Rolle | Mindestanforderung an Qualifikation | Typische Aufgaben |
|---|---|---|
| Gesamtverantwortliche Inbetriebnahmeleitung | Ingenieurwissenschaftliche oder gleichwertige technische Qualifikation mit nachweisbarer Erfahrung in komplexen Gebäuden | Gesamtkoordination, Prüfbuch, Freigaben, Schnittstellensteuerung |
| Fachverantwortliche für Trinkwasserhygiene | Nachweislich qualifiziert für Tätigkeiten nach Richtlinie VDI 6023 Blatt 1 | Hygiene-Freigabe, Spül- und Desinfektionskonzepte, Temperatur- und Probenahmefreigaben |
| Fachverantwortliche für Raumlufttechnik und Hygiene | Nachweislich qualifiziert für Tätigkeiten nach Richtlinie VDI 6022 Blatt 1 | Hygieneinspektionen, Luftmengenabgleich, Filter- und Reinigungsfreigaben |
| Elektrofachkraft | Nachweislich befähigt für Prüfungen und Betrieb elektrischer Anlagen | Schutzmaßnahmenprüfung, Umschalt- und Sicherheitsprüfungen |
| Sachverständige beziehungsweise zugelassene Überwachungsstelle | Je nach Rechtsgebiet zugelassen oder anerkannt | Pflichtprüfungen bei Aufzügen, Druckanlagen und vergleichbaren Anlagen |
| Fachkundige für Förder- und Krananlagen | Nachweisliche Erfahrung in Prüfung und Inbetriebnahme der jeweiligen Anlage | Lastversuche, Sicherheitsketten, Dokumentationsprüfung |
| Fachverantwortliche für Gebäudeautomation | Nachweisliche Erfahrung mit Systemintegration, Datenschnittstellen und Regelstrategien | Datenpunktprüfung, Wirkzusammenhang, Trend- und Alarmstrategie |
| Allgemeine Prüfmittel | Mindestanforderung |
|---|---|
| Kalibrierte Messmittel | Gültiger Kalibriernachweis beziehungsweise Rückführbarkeit |
| Elektrische Prüfgeräte | Installationstester, Isolationsmessgerät, Schleifenimpedanzmessgerät, Erdungsmessgerät, Leistungsmessgerät |
| Strömungs- und Komfortmessgeräte | Luftmengenmesshaube, Flügelrad- oder Hitzdrahtanemometer, Differenzdruckmessgerät, Thermometer, Hygrometer |
| Sanitär- und Druckprüfmittel | Druckprüfpumpe, geeichte Manometer, Temperaturdatenlogger, mobile Probenahmeeinrichtung |
| Sicherheits- und Kraftmessmittel | Luxmeter, Kraftmessgerät für Türen und Tore, Schallpegelmessgerät, Prüfkörper für Sensorik |
| Dokumentationsmittel | Digitale Prüflisten, Fotodokumentation, Mängelverfolgungssystem, Datenspeicher für Trend- und Protokolldaten |
Übergreifende Leistungspositionen
| Position | Einheit | Kalkulationsansatz | Leistungsumfang | Prüfkriterien und Abnahmebedingungen | Erforderliche Protokolle und Prüfmittel | Personalqualifikation und Zeitbedarf | Schnittstellen und Übergabedokumentation |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Inbetriebnahmekonzept | pauschal | je Gebäude | Erstellen eines gewerkeübergreifenden Inbetriebnahmekonzepts mit Rollen, Freigaben, Prüfstufen, Abhängigkeiten, Abnahmewegen und Eskalationsregeln | Konzept vollständig, freigegeben, mit Termin- und Nachweislogik | Inbetriebnahmehandbuch, Terminplan, Verantwortungsmatrix | Gesamtverantwortliche Inbetriebnahmeleitung; projektabhängig | Übergabe freigegebenes Handbuch an Bauherrschaft, Fachplanung, Ausführung und Betrieb |
| Anforderungs- und Funktionsmatrix | pauschal | je Funktionsbereich | Zusammenführen aller Sollzustände aus Planung, Betreiberanforderungen, Brandschutz-, Hygiene- und Sicherheitskonzepten | Alle Hauptfunktionen und Grenzwerte hinterlegt; keine offenen Schnittstellen | Funktionsmatrix, Sollwertliste, Freigabevermerk | Gesamtverantwortliche Inbetriebnahmeleitung mit Fachverantwortlichen; projektabhängig | Verknüpfung mit Gebäudeautomation, Brandfallmatrix, Notfallkonzept |
| Prüfbuch und Prüfscripte | pauschal | je Anlage und Funktionskette | Erstellen systematischer Prüfschritte für Vorprüfung, Inbetriebsetzung, Funktionstest, Integrationstest, Abnahme und Nachprüfung | Prüfschritte vollständig, nachvollziehbar und freigegeben | Prüfbuch, Prüfscripte, Checklisten | Fachverantwortliche je Gewerk; projektabhängig | Einheitliche Nummerierung für alle Mängel und Nachweise |
| Schnittestellenmanagement | pauschal | je Gewerkeschnittstelle | Erstellen und Fortschreiben einer Schnittstellenliste zwischen Baukonstruktion, Medien, Sicherheit, Automation und Betrieb | Keine ungeklärten Übergabepunkte; alle Verantwortungen eindeutig | Schnittstellenliste, Klärungsprotokolle | Gesamtverantwortliche Inbetriebnahmeleitung; projektabhängig | Relevante Übergabepunkte in Revisionsunterlagen markiert |
| Vorabnahmen und Montagefreigaben | pauschal | je Systemabschnitt | Sicht- und Plausibilitätsprüfungen vor Energieaufschaltung oder Medienfreigabe | Vollständige Montage, Kennzeichnung, Zugänglichkeit, Sicherung, Schutz und Reinigung gegeben | Vorabnahmeprotokolle, Fotodokumentation | Fachverantwortliche je Gewerk; projektabhängig | Freigabe an Folgegewerke |
| Mängelmanagement | pauschal | je Projekt | Erfassung, Priorisierung, Fristsetzung, Nachverfolgung, Nachprüfung und Schlussverfolgung aller Mängel | Kein offener sicherheits-, hygiene- oder funktionskritischer Mangel bei Abnahme | Mängelliste, Statusberichte, Nachprüfprotokolle | Gesamtverantwortliche Inbetriebnahmeleitung; projektabhängig | Abschlussbericht mit Restmängelliste und Zuständigkeiten |
| Zwischenbetrieb | pauschal | je Gebäude oder Teilbereich | Organisieren und begleiten eines zusammenhängenden Testbetriebs unter realistischen Last- und Zeitprogrammen | Stabile Betriebszustände, nachweisbare Interaktion aller relevanten Systeme, keine unzulässigen Störungen | Betriebsprotokolle, Trendaufzeichnungen, Alarmhistorien | Inbetriebnahmeleitung, Betriebspersonal, Fachverantwortliche; projektabhängig, mit Tag- und Nachtphasen | Niederschrift über Übergabe in den Zwischenbetrieb |
| Schulungen | pauschal | je Nutzer- und Betreibergruppe | Schulung von Betrieb, Sicherheitsdienst, Haustechnik, Küchenpersonal, Aufzugsbefreiungspersonal und sonstigen Nutzenden | Vollständige Schulungsinhalte, Teilnehmernachweise, praktische Einweisung | Schulungsunterlagen, Teilnehmerlisten, Einweisungsprotokolle | Fachverantwortliche je Anlage; projektabhängig | Übergabe digitaler Schulungsunterlagen |
| Übergabedokumentation | pauschal | je Anlage und Gesamtgebäude | Zusammenstellen und Prüfen der Revisions-, Bedien-, Wartungs-, Prüf- und Zulassungsunterlagen | Vollständigkeit, Plausibilität, Übereinstimmung mit tatsächlicher Ausführung | Dokumentenverzeichnis, Revisionsordner, Datenträger | Dokumentationskoordination, Fachverantwortliche; projektabhängig | Übergabe in strukturierter Papier- und Digitalform |
| Saisonale Nachweise und Nachoptimierung | pauschal | je Wärme-, Kälte- und Lüftungssystem | Wiederholungsprüfungen unter Heiz- und Kühlbedingungen, Feinjustage, Sollwertnachführung, Energie- und Komfortauswertung | Nachweis der Sollwerte unter jahreszeitlich relevanten Randbedingungen | Saisonprotokolle, Trendberichte, Optimierungsprotokolle | Fachverantwortliche Wärme, Kälte, Lüftung, Automation; projektabhängig | Ergänzung der Betreiberunterlagen um optimierte Sollwerte |
| Technisches Monitoring | pauschal | je Gebäude | Auswertung definierter Betriebsdaten, Erkennen von Effizienzverlusten und Fehlparametrierungen, Ableitung von Korrekturen | Datenvollständigkeit, belastbare Bewertung, dokumentierte Optimierungsmaßnahmen | Monitoringberichte, Datenexporte, Maßnahmenliste | Fachverantwortliche Automation und Betrieb; projektabhängig | Abschlussbericht mit Empfehlungen für Regelbetrieb |
Die Positionen dieser Tabelle leiten sich aus den Prozessbeschreibungen zum Inbetriebnahmemanagement, den Hinweisen der Arbeitsgemeinschaft für wirtschaftliche Verwaltung zum Technischen Monitoring sowie aus den Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes an Gebäudeautomation, Energieüberwachung und technisches Inbetriebnahme-Management ab.
Kostengruppe Bauwerk und Baukonstruktionen
Die Inbetriebnahme technischer Gebäude hängt wesentlich von der Funktion der Baukonstruktion ab. Luftdichtheit, Schlagregendichtheit, Dachentwässerung, sichere Bedienbarkeit von Fenstern, Fassadenanschlüssen sowie die sichere Funktion kraftbetätigter Türen und Tore beeinflussen direkt Energiebedarf, Feuchteschutz, Komfort, Brandschutz und Betriebsstabilität. Für Dächer sind insbesondere die Normenreihe DIN 18531 und die Entwässerungsnormen relevant; für Fenster und Fassaden sind Produktnormen, Klassifizierungs- und Prüfverfahren zu Luft- und Schlagregendichtheit sowie die Gebäude-Luftdichtheit nach DIN EN ISO 9972 maßgeblich; für kraftbetätigte Türen und Tore sind Arbeitsstättenrecht und produktspezifische Sicherheitsnormen maßgebend.
Leistungspositionen der Baukonstruktion
| Position | Einheit | Kalkulationsansatz | Leistungsumfang | Prüfkriterien und Abnahmebedingungen | Erforderliche Mess- und Prüfprotokolle | Erforderliche Prüfmittel | Personalqualifikation | Zeitbedarfsschätzung | Schnittstellen | Übergabedokumentation |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Dachabdichtung und Dachanschlüsse | Dachabschnitt | je Dachfläche, Aufbau, Durchdringung und Anschlusszone | Sichtprüfung, Detailprüfung aller Anschlüsse, Kontrolle von Aufkantungen, Durchdringungen, Befestigungen, Schutzlagen, Wartungswegen und Einbauten auf Dachflächen | Keine Undichtigkeit, keine unzulässige Pfützenbildung außerhalb der Planung, alle Anschlüsse vollständig, wartbar und zugänglich | Dachprüfprotokoll, Fotodokumentation, gegebenenfalls Wasserbelastungsprotokoll | Sichtprüfwerkzeug, Feuchtemessgerät, Endoskop, Wasserbeaufschlagungseinrichtung | Fachkundige Dachabdichtung mit Inbetriebnahmeleitung | wetter- und objektabhängig | Dachentwässerung, Blitzschutz, Photovoltaik-Unterkonstruktion, Lüftungs- und Kälteeinbauten | Revisionspläne, Herstellerfreigaben, Wartungshinweise, Gewährleistungsunterlagen |
| Dachentwässerung und Notentwässerung | Dachabschnitt | je Hauptablauf, Notablauf, Strang und Dachzone | Funktionsprüfung von Dachabläufen, Notüberläufen, Freigefälle, Beheizung sofern vorhanden, Anbindung an Fallleitungen | Vollständiger Ablauf ohne Rückstau; Notentwässerung frei; Kennzeichnung und Zugang vorhanden | Funktionsprotokoll Wasserlauf, Fotodokumentation, Mängelvermerk | Schlauch oder Pumpe, Durchflussbeobachtung, Kamera | Fachkundige Dach- und Entwässerungstechnik | wetter- und objektabhängig | Innenentwässerung, Fassade, Außenanlagen | Revisionsplan, Wartungsplan, Reinigungsintervalle |
| Fassade und Vorhangfassade | Fassadenabschnitt | je Fassadenachse oder Prüfabschnitt | Kontrolle von Befestigungen, Dichtstoffen, Entwässerungsebenen, Reinigungs- und Wartungszugänglichkeit, Bewegungsfugen, Anschlüssen und gegebenenfalls Funktionsprüfung motorischer Fassadenelemente | Keine Undichtigkeit, keine unzulässigen Verformungen, keine mangelhafte Anschlussausbildung, Wartbarkeit gewährleistet | Fassadenprüfprotokoll, Fotodokumentation, gegebenenfalls Schlagregenprüfprotokoll | Sichtprüfmittel, Messmittel für Fugen, Prüfgerät für Schlagregen falls vorgesehen | Fachkundige Fassadentechnik | abschnitts- und wetterabhängig | Fenster, Sonnenschutz, kraftbetätigte Lüftungsflügel, Brandriegel, Gebäudeautomation | Fassadenrevisionspläne, Wartungsanweisungen, Reinigungsanweisungen |
| Fenster und Außentüren ohne Kraftantrieb | Element | je Fenstertyp und Stichprobe, bei kritischen Bereichen hundert Prozent | Funktionsprüfung auf Bedienbarkeit, Verriegelung, Dichtheit, Anschläge, Sicherheitsbeschläge, Öffnungsbegrenzer, Verglasungskennzeichnung, Verformungsfreiheit | Leichtgängigkeit, vollständige Verriegelung, keine Fehljustage, projektkonforme Luft- und Schlagregendichtheit | Elementprüfprotokoll, Einstellprotokoll, Fotodokumentation | Handwerkzeug, Lehren, gegebenenfalls Differenzdruck- oder Beregnungseinrichtung | Fachkundige Fenstertechnik | element- und abschnittsabhängig | Fassade, Sonnenschutz, Rauch- und Wärmefreihaltung, Gebäudeautomation bei Kontakten | Wartungsanleitung, Einstellhinweise, Ersatzteilliste |
| Gebäude-Luftdichtheit | Messabschnitt oder Gesamtgebäude | je Messzone und Gesamtgebäude | Differenzdruckmessung, Leckageortung, Dokumentation der Leckagebilder und Nachprüfung nach Mangelbeseitigung | Einhaltung projektbezogener Grenzwerte; dokumentierte Leckagebeseitigung; keine kritischen Leckagen an Hüllübergängen | Messprotokoll nach Differenzdruckverfahren, Leckageliste, Fotodokumentation | Gebläseeinrichtung, Differenzdruckmessgerät, Nebel- oder Thermografieunterstützung | Qualifiziertes Messteam für Luftdichtheitsmessungen | zonen- und nacharbeitsabhängig | Dach, Fassade, Fenster, Türen, Installationsdurchdringungen | Messbericht, Leckageplan, Freigabeprotokoll |
| Kraftbetätigte Türen | Türelement | je Türelement und Betriebsart | Prüfung von Sensorik, Schutzfeldern, Öffnungs- und Schließbewegung, Rettungswegfunktion, Notentriegelung, Brand- und Rauchschutzfunktion, Schnittstellen zur Gebäudeautomation | Sichere Nutzung ohne Quetsch-, Scher- oder Stoßgefährdung; sichere Funktion in Flucht- und Rettungswegbetrieb; dokumentierte Notfunktion | Türsicherheitsprotokoll, Kraftmessprotokoll, Funktionsprotokoll, Störmeldeliste | Kraftmessgerät, Prüfkörper für Sensoren, Prüfsoftware sofern vorhanden | Fachkundige Türtechnik, Elektrotechnik, Brandschutzkoordination | element- und szenarioabhängig | Brandmeldeanlage, Zutrittskontrolle, Sicherheitsstromversorgung, Gebäudeautomation | Bedienungsanleitung, Prüfnachweise, Schalt- und Parametrierunterlagen |
| Kraftbetätigte Tore und Schranken | Toranlage | je Toranlage oder Schrankenanlage | Prüfung von Sicherheitsleisten, Lichtschranken, Endlagen, Handnotbetrieb, Verwindungsfreiheit, Schließkraft, Freigabeschnittstellen, Betrieb unter Regel- und Störfall | Sichere Nutzung im Personen- und Fahrzeugverkehr; sichere Stop- und Reversierfunktion; sichere Notöffnung | Torprüfprotokoll, Kraftmessprotokoll, Funktionsprotokoll, Mängelliste | Kraftmessgerät, Prüfkörper, Handnotbedienmittel, Sichtprüfung | Fachkundige Tor- und Steuerungstechnik | anlagen- und szenarioabhängig | Zutrittskontrolle, Feuerwehrfreischaltung, Außenanlagen, Elektrotechnik | Betriebsanleitung, Wartungsplan, Ersatzteilliste |
Die Prüfinhalte dieser Kostengruppe stützen sich insbesondere auf DIN 18531-1 „Abdichtung von Dächern sowie von Balkonen, Loggien und Laubengängen – Teil 1: Nicht genutzte und genutzte Dächer – Anforderungen, Planungs- und Ausführungsgrundsätze“, DIN 18531-3 „Abdichtung von Dächern sowie von Balkonen, Loggien und Laubengängen – Teil 3: Nicht genutzte und genutzte Dächer – Abdichtungsbauarten, Ausführung und Details“, DIN EN 13830 „Vorhangfassaden – Produktnorm“, DIN EN 12154 „Vorhangfassaden – Schlagregendichtheit – Leistungsanforderungen und Klassifizierung“, DIN EN 12155 „Vorhangfassaden – Schlagregendichtheit – Laborprüfung unter Aufbringung von statischem Druck“, DIN EN 14351-1 „Fenster und Türen – Produktnorm, Leistungseigenschaften – Teil 1: Fenster und Außentüren“, DIN EN 12207 „Fenster und Türen – Luftdurchlässigkeit – Klassifizierung“, DIN EN 12208 „Fenster und Türen – Schlagregendichtheit – Klassifizierung“, DIN EN 1026 „Fenster und Türen – Luftdurchlässigkeit – Prüfverfahren“, DIN EN 1027 „Fenster und Türen – Schlagregendichtheit – Prüfverfahren“, DIN EN ISO 9972 „Wärmetechnisches Verhalten von Gebäuden – Bestimmung der Luftdurchlässigkeit von Gebäuden – Differenzdruckverfahren“, DIN EN 16005 „Kraftbetätigte Türen – Nutzungssicherheit – Anforderungen und Prüfverfahren“, DIN EN 16361 „Kraftbetätigte Türen – Produktnorm, Leistungseigenschaften“, DIN EN 12453 „Tore – Nutzungssicherheit kraftbetätigter Tore – Anforderungen und Prüfverfahren“, DIN EN 12635 „Tore – Einbau und Nutzung“, Arbeitsstättenregel A1.6 „Fenster, Oberlichter, lichtdurchlässige Wände“, Arbeitsstättenregel A1.7 „Türen und Tore“ sowie DIN 18008-4 „Glas im Bauwesen – Bemessungs- und Konstruktionsregeln – Teil 4: Zusatzanforderungen an absturzsichernde Verglasungen“.
Kostengruppe Bauwerk und Technische Anlagen
Die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure ordnet technische Ausrüstung in acht Anlagengruppen. Für die Inbetriebnahme eines technisierten Großgebäudes ist diese Systematik besonders hilfreich, weil sie die Gewerke in funktionsfähige Medien- und Sicherheitsketten gliedert. Die Objektliste der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure nennt ausdrücklich Trinkwasserzirkulationsanlagen, Druckerhöhungsanlagen, Gebäudeheizungsanlagen, Klimaanlagen, Photovoltaik-Anlagen, Blitzschutzanlagen mit besonderen Anforderungen, Brand- und Sicherheitsanlagen, Aufzugsanlagen, Krananlagen sowie küchentechnische Anlagen bis hin zu Großküchen.
Abwasser, Wasser, Gase, Sanitärtechnik und Trinkwassersysteme
Für Wasser- und Abwasseranlagen stehen Hygiene, Dichtheit, Fließverhalten, Temperaturhaltung, Rückflussverhütung, sichere Entwässerung und vollständige Dokumentation im Mittelpunkt. Die Trinkwasserverordnung, die Trinkwasserinstallationsnormen, die Hygieneregeln für Trinkwasser sowie die deutschen Regeln für Gebäude- und Grundstücksentwässerung sind hierfür maßgeblich. Für Gasinstallationen ist die Technische Regel für Gasinstallationen des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches einschlägig.
| Position | Einheit | Kalkulationsansatz | Leistungsumfang | Prüfkriterien und Abnahmebedingungen | Erforderliche Mess- und Prüfprotokolle | Erforderliche Prüfmittel | Personalqualifikation | Zeitbedarfsschätzung | Schnittstellen | Übergabedokumentation |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Schmutzwasser- und Regenwasser-Innenentwässerung | Strang oder Netzabschnitt | je Strang, Hebeanlage und Sonderfall | Sichtprüfung, Dichtheits- und Funktionsprüfung, Prüfung von Lüftung, Rückstauschutz, Bodenabläufen, Hebeanlagen, Kondensatableitungen | Dichtheit, freier Ablauf, definierte Gefälle und Rückstausicherungen, störungsfreier Pumpbetrieb | Dichtheitsprotokoll, Funktionsprotokoll Hebeanlage, Fotodokumentation | Druckprüfeinrichtung, Wasserbeaufschlagung, Kamera | Fachkundige Entwässerungstechnik | strang- und abschnittsabhängig | Dachentwässerung, Kälte, Sanitärgegenstände, Außenanlagen | Revisionspläne, Wartungsplan, Pumpendatenblätter |
| Trinkkalt- und Trinkwarmwasserverteilung | Leitungsnetz | je Netz, Steigzone und Verteiler | Spülung, Druckprüfung, Funktionsprüfung von Absperrungen, Zirkulation, Temperaturhaltung, Armaturen, Druckhaltung und Druckerhöhung | Dichtheit, temperaturkonformer Betrieb, funktionierende Zirkulation, sichere Bedienbarkeit, vollständige Kennzeichnung | Druckprüfprotokoll, Spülprotokoll, Temperaturmessprotokoll, Zirkulationsabgleich | Druckprüfpumpe, geeichte Manometer, Thermometer, Datenlogger | Fachkundige Sanitärtechnik und Trinkwasserhygiene | netz- und temperaturabhängig | Gebäudeautomation, Dämmung, Brandschutz, Küchentechnik | Strangschema, Revisionsplan, Einstellwerte, Wartungsanleitung |
| Trinkwasserhygiene und Hygiene-Freigabe | Anlage oder Teilanlage | je Anlage, Zirkulationsstrang und Probenset | Hygienisch saubere Inbetriebsetzung, Vermeidung unzulässiger Stagnation, Temperatur- und Zirkulationskontrolle, gegebenenfalls Reinigung und Desinfektion, Freigabe erst nach dokumentierter hygienischer Eignung | Hygieneanforderungen erfüllt; Freigabe erst nach dokumentierten Solltemperaturen und erforderlichen Nachweisen | Hygieneprotokoll, Temperaturmessraster, Spülprotokoll, gegebenenfalls Desinfektions- und Probenahmeprotokoll | Temperaturdatenlogger, Probenahmeeinrichtung, Hygienemessmittel nach Laborvorgaben | Qualifizierte Fachverantwortliche für Trinkwasserhygiene | temperatur- und nutzungsabhängig, mit Nachkontrollen | Nutzungsaufnahme, Küchen, Duschen, Gebäudeautomation | Hygiene-Freigabedokument, Probenahmeplan, Betreiberhinweise zur Stagnationsvermeidung |
| Sanitärgegenstände und Entnahmestellen | Sanitäreinheit | je Sanitärobjektgruppe | Funktionsprüfung von Spülungen, Mischerfunktion, Ablaufleistung, Spritzschutz, Warmwasserverfügbarkeit, barrierearmen Funktionen sofern geplant | Vollständige Funktion ohne Leckage, sichere Erreichbarkeit und bestimmungsgemäßer Ablauf | Objektprüfprotokoll, Fotodokumentation | Sichtprüfung, Temperaturmessgerät, Ablaufbeobachtung | Fachkundige Sanitärtechnik | objekt- und nutzungsabhängig | Fliesen, Möblierung, Gebäudeautomation bei berührungslosen Armaturen | Bedienungs- und Pflegehinweise |
| Gasinstallationen | Anlage oder Netzabschnitt | je Gasnetz, Übergabestation und Verbrauchergruppe | Dichtheitsprüfung, Funktionsprüfung von Sicherheits- und Absperreinrichtungen, Verbrennerfreigaben, Druck- und Strömungsverhalten, Auslösung von Stör- und Abschaltketten | Dichtheit, sichere Absperrung, dokumentierte Sicherheitskette, fachgerechte Verbraucherfreigabe | Dichtheitsprotokoll, Funktionsprotokoll Sicherheitskette, Freigabeprotokoll | Geeichte Manometer, Lecksuchmittel, gegebenenfalls Gasmessgerät | Fachkundige Gasinstallation | anlagen- und sicherheitsabhängig | Küchentechnik, Heizung, Gebäudeautomation, Sicherheitstechnik | Netzschema, Einstellwerte, Freigabebescheinigung |
| Wasseraufbereitung und Druckerhöhungsanlagen | Anlage | je Aufbereitungs- oder Druckerhöhungsanlage | Funktionsprüfung, Betriebsdruckprüfung, Störungsumschaltung, Druckhaltung, hygienische Eignung, Filterwechsel- und Wartungszugänglichkeit | Sollwerte erreicht, keine unzulässigen Druckschwankungen, sichere Störungsbehandlung | Funktionsprotokoll, Druckverlauf, Alarmtestprotokoll | Manometer, Datenlogger, Herstellerdiagnose | Fachkundige Anlagen- und Sanitärtechnik | last- und stufenabhängig | Trinkwasserverteilung, Gebäudeautomation, Elektrotechnik | Revisionsunterlagen, Wartungsplan, Filter- und Betriebsstoffliste |
Normen und Regelwerke dieser Untergruppe: Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch, DIN EN 806-4 „Technische Regeln für Trinkwasser-Installationen – Teil 4: Installation“, DIN EN 1717 „Schutz des Trinkwassers vor Verunreinigungen in Trinkwasser-Installationen und allgemeine Anforderungen an Sicherungseinrichtungen zur Verhütung von Trinkwasserverunreinigungen durch Rückfließen“, Richtlinie VDI 6023 Blatt 1 „Hygiene in Trinkwasser-Installationen – Anforderungen an Planung, Ausführung, Betrieb und Instandhaltung“, Arbeitsblatt W 551 des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches „Trinkwassererwärmungs- und Trinkwasserleitungsanlagen; Technische Maßnahmen zur Verminderung des Legionellenwachstums“, Arbeitsblatt W 557 des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches „Reinigung und Desinfektion von Trinkwasser-Installationen“, DIN EN 12056-2 „Schwerkraftentwässerungsanlagen innerhalb von Gebäuden – Teil 2: Schmutzwasseranlagen, Planung und Berechnung“, DIN EN 12056-3 „Schwerkraftentwässerungsanlagen innerhalb von Gebäuden – Teil 3: Dachentwässerung, Planung und Bemessung“, DIN 1986-100 „Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke – Teil 100: Bestimmungen in Verbindung mit DIN EN 752 und DIN EN 12056“, DIN 1986-3 „Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke – Teil 3: Regeln für Betrieb und Wartung“, Arbeitsblatt G 600 des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches „Technische Regel für Gasinstallationen“.
Wärmeversorgung, Lüftung, Klima und Kälte
Für Wärme-, Lüftungs-, Klima- und Kälteanlagen stehen Einregelung, hygienische Sauberkeit, Leistungsnachweis, Schutz- und Sicherheitsfunktionen, Wärmerückgewinnung, Energieeffizienz und stabile Regelgüte im Vordergrund. Für große Nichtwohngebäude fordert das Gebäudeenergiegesetz zusätzlich, dass Automation und technisches Inbetriebnahme-Management den optimalen Betrieb sicherstellen und Heiz- wie Kühlperiode umfassen.
| Position | Einheit | Kalkulationsansatz | Leistungsumfang | Prüfkriterien und Abnahmebedingungen | Erforderliche Mess- und Prüfprotokolle | Erforderliche Prüfmittel | Personalqualifikation | Zeitbedarfsschätzung | Schnittstellen | Übergabedokumentation |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Wärmeerzeugung | Anlage | je Wärmeerzeuger und Anlagenverbund | Inbetriebsetzung von Kessel, Fernwärmeübergabe, Wärmepumpe, Blockheizkraftwerk oder sonstigem Wärmeerzeuger; Prüfung aller Sicherheitsketten, Freigaben, Pumpen, Sicherheitsventile, Ausdehnungsgefäße und Störmeldungen | Sichere Freigabe des Wärmeerzeugers, Solltemperaturen und Sollvolumenströme erreichbar, keine unzulässigen Schalthäufigkeiten | Inbetriebsetzungsprotokoll Hersteller, Sicherheitskettenprotokoll, Temperatur- und Leistungsprotokoll | Thermometer, Leistungs- und Strommessgerät, Differenzdruckmessgerät | Fachkundige Wärmeversorgung mit Herstellervertretung sofern erforderlich | last- und sicherheitsabhängig | Abgasanlage, Elektroversorgung, Gebäudeautomation, Brandschutz | Anlagenbuch, Einstellwerte, Herstellerprotokolle, Wartungsunterlagen |
| Wärmeverteilung und hydraulischer Abgleich | Heizkreis oder Strang | je Heizkreis, Verteiler und Endgruppe | Abgleich von Volumenströmen, Pumpenkennlinien, Ventileinstellungen, Reglerparametern, Test von Nacht- und Lastabsenkung | Hydraulischer Abgleich dokumentiert, stabile Temperaturen, keine Unter- oder Überversorgung | Abgleichprotokoll, Pumpenprotokoll, Trenddaten, Heizkreisprotokoll | Differenzdruckmessgerät, Temperaturfühler, Ultraschall- oder Einregelmessgerät | Fachkundige Heiztechnik und Gebäudeautomation | stranganlagen- und lastabhängig | Gebäudeautomation, Nutzerzonen, Dämmung, Elektrotechnik | Einstellwertliste, Reglerparameter, Abgleichdokumentation |
| Kälteerzeugung, Wärmepumpen, Rückkühlung | Anlage | je Kälteerzeuger, Wärmepumpe, Rückkühler, Kaltwassersatz | Inbetriebsetzung, Sicherheits- und Dichtheitsprüfung, Temperatur- und Volumenstromnachweis, Stör- und Ausfalltests, Umschaltung redundanter Komponenten | Sichere Kälte- oder Wärmepumpenfunktion, stabile Temperaturhaltung, keine unzulässigen Alarme, dokumentierte Sicherheitsmaßnahmen | Inbetriebsetzungsprotokoll, Dichtheits- und Sicherheitsprotokoll, Leistungsprotokoll, Trenddaten | Temperatur- und Druckmessgeräte, Datenlogger, herstellerspezifische Diagnosesoftware | Fachkundige Kälte- und Wärmepumpentechnik | last- und witterungsabhängig | Gebäudeautomation, Elektroversorgung, Entwässerung, Rückkühlwasser | Kälteschema, Einstellwerte, Wartungsunterlagen, Alarmmatrix |
| Raumlufttechnische Zentralgeräte | Gerät und Teilanlage | je Gerät, Filterstufe, Wärmerückgewinnung und Ventilatorstrecke | Prüfung von Aufstellung, Hygienestatus, Filtereinbau, Dichtheit, Kondensatabführung, Ventilatorfunktion, Brandschutzklappenanbindung, Wärmerückgewinnung | Hygienische Sauberkeit, Kondensatabfluss, Sollfunktion aller Komponenten, sichere Zugänglichkeit | Hygieneprotokoll, Geräteprüfprotokoll, Filter- und Dichtheitscheck, Fotodokumentation | Luftmengenmessung, Differenzdruckmessung, Sichtprüfung, Hygienekontrollmittel | Fachkundige Raumlufttechnik mit Hygienekompetenz | geräte- und zugangsabhängig | Baukonstruktion, Kälte, Heizung, Elektroversorgung, Brandschutz, Gebäudeautomation | Revisionsunterlagen, Filterlisten, Wartungsplan, Reinigungsnachweise |
| Luftmengenabgleich und Raumfunktion | Raum, Zone oder Nutzungseinheit | je Raumtyp und Messpunkt | Messen und Einregeln von Zu-, Ab-, Außen- und Fortluft, Prüfung von Druckkaskaden, Temperatur, Feuchte und Betriebszeiten | Alle Sollwerte innerhalb vereinbarter Toleranzen; Druckkaskaden und Komfortwerte eingehalten | Luftmengenprotokoll, Raumfunktionsprotokoll, Trenddaten | Luftmengenhaube, Anemometer, Thermometer, Hygrometer, Differenzdruckmessgerät | Fachkundige Raumlufttechnik | raum- und nutzungsabhängig | Raumautomation, Türen, Fassade, Nutzung | Raumdatenblatt mit Soll- und Istwerten |
| Druckbelüftung, Rauchabzug und maschinelle Entrauchung sofern vorhanden | Anlage oder Funktionskette | je Brandfallzone und Steuerkette | Prüfen der Brandfallsteuerung, der Ansteuerung von Ventilatoren, Klappen, Türen und Druckstufen sowie Ausfall- und Rückfallverhalten | Sichere Brandfallfunktion in allen Szenarien; dokumentierte Ursache-Wirkungs-Ketten | Funktionsprotokoll Brandfall, Alarm- und Störfallprotokoll, Druckmessprotokoll | Druckmessgerät, Anlagendiagnose, Funkauslösung sofern erforderlich | Fachkundige Raumlufttechnik, Brandschutz, Elektrotechnik, Gebäudeautomation | szenarioabhängig | Brandmeldeanlage, Türen, Fassade, Stromversorgung | Ursache-Wirkungs-Matrix, Freigabedokument, Revisionsschemata |
Normen und Regelwerke dieser Untergruppe: DIN EN 14336 „Heizungsanlagen in Gebäuden – Installation und Abnahme der Warmwasser-Heizungsanlagen“, Gebäudeenergiegesetz § 60c „Hydraulischer Abgleich und weitere Maßnahmen zur Heizungsoptimierung“, Richtlinie VDI 2035 Blatt 1 „Vermeidung von Schäden in Warmwasser-Heizungsanlagen – Steinbildung in Trinkwassererwärmungs- und Warmwasser-Heizungsanlagen“, DIN EN 12599 „Lüftung von Gebäuden – Prüf- und Messverfahren für die Übergabe raumlufttechnischer Anlagen“, DIN EN 13053 „Lüftung von Gebäuden – Zentrale raumlufttechnische Geräte – Leistungskenndaten für Geräte, Komponenten und Baueinheiten“, DIN EN 16798-3 „Energetische Bewertung von Gebäuden – Lüftung von Gebäuden – Teil 3: Lüftung von Nichtwohngebäuden – Leistungsanforderungen an Lüftungs- und Klimaanlagen und Raumkühlsysteme“, Richtlinie VDI 6022 Blatt 1 „Raumlufttechnik, Raumluftqualität – Hygieneanforderungen an raumlufttechnische Anlagen und Geräte“, DIN EN 378-1 „Kälteanlagen und Wärmepumpen – Sicherheitstechnische und umweltrelevante Anforderungen – Teil 1: Grundlegende Anforderungen, Begriffe, Klassifikationen und Auswahlkriterien“, Gebäudeenergiegesetz § 71a „Gebäudeautomation“.
Elektrotechnik, Sicherheits- und Informationstechnik sowie Förderanlagen
Elektrische Anlagen, Sicherheitsanlagen und Förderanlagen sind besonders abnahmekritisch, weil hier Personensicherheit, Brandschutz, Betriebsstabilität und gesetzliche Pflichtprüfungen zusammenkommen. Für Aufzugsanlagen schreibt die Betriebssicherheitsverordnung vor, dass sie vor erstmaliger Inbetriebnahme durch eine zugelassene Überwachungsstelle zu prüfen sind. Für Sicherheitsbeleuchtungsanlagen fordert DIN EN 50172 Mindestanforderungen an elektrische Anlage, Erstprüfung, Überwachung und Wartung. Für Photovoltaik sind Errichtungs- und Prüfregeln eigenständig zu berücksichtigen. Für Blitzschutz und Erdung sind aktuelle Normen für Erdungsanlagen und Blitzschutzsysteme maßgeblich. Krananlagen unterliegen den Unfallverhütungsvorschriften und Prüfgrundsätzen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung.
| Position | Einheit | Kalkulationsansatz | Leistungsumfang | Prüfkriterien und Abnahmebedingungen | Erforderliche Mess- und Prüfprotokolle | Erforderliche Prüfmittel | Personalqualifikation | Zeitbedarfsschätzung | Schnittstellen | Übergabedokumentation |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Netzanschluss, Hauptverteilungen und Unterverteilungen | Anlage und Verteilungsebene | je Hauptverteilung, Unterverteilung, Stromkreisgruppe | Sichtprüfung, Schutzmaßnahmenprüfung, Selektivitäts- und Phasenprüfung, Beschriftung, freie Zugänglichkeit, Lasttests soweit vorgesehen | Elektrische Sicherheit, richtige Zuordnung, störungsfreie Zuschaltung, vollständige Kennzeichnung | Erstprüfprotokoll, Schutzmaßnahmenprotokoll, Lastmessprotokoll | Installationstester, Leistungsmessgerät, Isolationsmessgerät | Elektrofachkraft | verteilungs- und lastabhängig | Gebäudeautomation, Sicherheitstechnik, Förderanlagen | Stromlaufpläne, Beschriftungslisten, Prüfprotokolle |
| Beleuchtung und Sicherheitsbeleuchtung | Bereich oder Anlage | je Leuchtengruppe, Zentralanlage, Brandabschnitt | Funktionsprüfung der Normalbeleuchtung, Schaltung, Dimmung, Szenen, Sicherheitsbeleuchtung, Umschaltverhalten, Dauer und Fernüberwachung | Sollbeleuchtungsfunktion gegeben; Sicherheitsbeleuchtung schaltet sicher und dokumentiert; Kennzeichnung vollständig | Beleuchtungsprotokoll, Sicherheitsbeleuchtungsprotokoll, Umschaltprotokoll, Messprotokoll Beleuchtungsstärke | Luxmeter, Netzsimulator, Diagnosesoftware | Elektrofachkraft und Sicherheitstechnik | bereichs- und funktionsabhängig | Rettungswege, Brandmeldeanlage, Sicherheitsstromversorgung, Gebäudeautomation | Leuchtenverzeichnis, Stromkreislisten, Wartungs- und Prüffristen |
| Erdung, Schutzpotentialausgleich, Blitzschutz und Überspannungsschutz | Anlage | je Gebäude, Erdungsanlage, Blitzschutzsystem | Prüfung von Erdungsanlage, Haupterdungsschiene, Ableitungen, Verbindern, Trennstellen, Überspannungsschutz und Dokumentation der Erdungsführung | Durchgängigkeit, normgerechte Ausführung, vollständige Dokumentation, sichere Einbindung aller fremden leitfähigen Teile | Erdungsprotokoll, Durchgangsprotokoll, Blitzschutzprüfprotokoll, Fotodokumentation | Erdungsmessgerät, Durchgangsmessgerät, Sichtprüfung | Elektrofachkraft und Blitzschutzfachkraft | gebäude- und zugangsabhängig | Dach, Fassade, Photovoltaik, Starkstrom, Gebäudeautomation | Erdungsplan, Blitzschutzplan, Messprotokolle |
| Sicherheitsstromversorgung und unterbrechungsfreie Stromversorgung | Anlage | je Aggregat, Batterieanlage, Systemverbund | Prüfungen von Start, Lastaufschaltung, Rückschaltung, Überbrückungszeit, Störung, Alarmierung, Fernmeldung und Redundanz | Sicherer Start und sichere Übernahme aller zugeordneten Verbraucher; Rückschaltlogik korrekt dokumentiert | Lasttestprotokoll, Umschaltprotokoll, Alarmprotokoll | Leistungsmessgerät, Lastsimulator, Batterietester | Elektrofachkraft mit Herstellerunterstützung | last- und laufzeitabhängig | Brandmeldeanlage, Sicherheitsbeleuchtung, Förderanlagen, Gebäudeautomation | Stromlaufpläne, Wartungsplan, Betriebsstoffliste |
| Photovoltaik-Anlage und Netzschnittstelle | Anlage | je Wechselrichter-, Feld- und Zählerverbund | Prüfung von Schutzmaßnahmen, Stringzuordnung, Polung, Wechselrichterfunktion, Netzanschluss, Abschaltverhalten, Kennzeichnung, Datenübertragung und Monitoring | Sichere Netzparallelfunktion, richtige Kennzeichnung, vollständige Datenübergabe an Monitoring und Betrieb | Inbetriebsetzungsprotokoll, elektrische Prüfprotokolle, Monitoringnachweis | Installationstester, Kennlinien- und Isolationsmessmittel, Leistungsmessgerät | Elektrofachkraft mit Photovoltaik-Erfahrung | wetter- und lastabhängig | Dach, Blitzschutz, Netzanschluss, Energiemanagement, Gebäudeautomation | Stringplan, Wechselrichterprotokolle, Monitoringzugänge |
| Fernmelde-, Daten- und Kommunikationsnetze | System oder Teilnetz | je Netzsegment, Verteiler, Endgerätebereich | Prüfung von Verkabelung, aktiven Komponenten soweit vertraglich, Beschriftung, Energieversorgung, Patchmanagement, Kommunikationspfaden und Alarmwegen | Lückenlose Dokumentation, funktionierende Datenpfade, saubere Beschriftung und Übergabe | Messprotokolle Kommunikationsverkabelung, Funktionsprotokolle, Beschriftungslisten | geeignete Netz- und Verkabelungsprüfmittel | Fachkundige Nachrichtentechnik und Informationstechnik | netz- und verteilerabhängig | Gebäudeautomation, Sicherheitsanlagen, Leitstelle, Energiemanagement | Port- und Adresslisten, Schemata, Administrationsunterlagen |
| Gefahrenmeldeanlagen, Zutrittskontrolle, Video und Sprachalarmierung | System | je System und Funktionskette | Prüfung von Detektion, Alarmierung, Weiterleitung, Verriegelungen, Freigaben, Betrieb in Regel-, Stör- und Ausfallfall | Vollständige Wirkung aller programmierten Szenarien; keine Fehlverknüpfungen; dokumentierte Rechte- und Eskalationslogik | Ursache-Wirkungs-Protokoll, Alarm- und Weiterleitungsprotokoll, Berechtigungs- und Freigabelisten | Prüfauslöser, Funktionssimulatoren, Diagnosesoftware | Fachkundige Sicherheitstechnik | szenarioabhängig | Türen und Tore, Brandfallsteuerung, Leitstelle, Gebäudeautomation | Ursache-Wirkungs-Matrix, Nutzer- und Rollenhandbuch, Revisionspläne |
| Brandmeldeanlage | Anlage oder Brandabschnitt | je Brandabschnitt und Melderlinie | Hundert-Prozent-Prüfung aller Melder, Alarmgeber, Steuerungen, Abschaltungen, Ansteuerungen, Feuerwehrschnittstellen und Störmeldungen | Vollständige Ursache-Wirkungs-Funktion; dokumentierte Freigabe aller Brandfallsteuerungen; keine offenen kritischen Mängel | Abnahmeprotokolle Brandmeldetechnik, Melderprüfprotokolle, Ursache-Wirkungs-Protokoll | Melderprüfmittel, Alarm- und Szenarioprüfmittel, Diagnosesoftware | Fachkundige Brandmeldetechnik, Brandschutz, Elektrotechnik | brandabschnitts- und szenarioabhängig | Lüftung, Türen, Aufzüge, Rauchabzug, Sicherheitsstrom, Gebäudeautomation | Feuerwehrunterlagen, Laufkarten, Ursache-Wirkungs-Matrix, Revisionspläne |
| Aufzüge, Fahrtreppen und Fahrsteige soweit vorhanden | Anlage | je Aufzugs- oder Fahrtreppenanlage | Technische Vorprüfung, Sicherheits- und Funktionsprüfung, Notruf, Personenbefreiung, Betriebsarten, Brandfallfunktionen, Dokumentationsvorbereitung für Pflichtprüfung | Pflichtprüfung vor Inbetriebnahme bestanden; Notruf und Befreiungskonzept freigegeben; störungsfreier Regelbetrieb | Herstellerprotokolle, Funktionsprotokolle, Prüfbescheide der zugelassenen Überwachungsstelle | Anlagendiagnose, Funktionssimulatoren | Herstellerfachkraft, Fachkundige Aufzugstechnik, zugelassene Überwachungsstelle | anlagen- und szenarioabhängig | Brandmeldeanlage, Sicherheitsstromversorgung, Zutrittskontrolle, Gebäudeautomation | Prüfbescheid, Notfallplan, Bedienungs- und Wartungsunterlagen |
| Krananlagen, Hebezeuge und Ladebrücken | Anlage | je Krananlage, Kranbahn oder Ladebrücke | Prüfung von Fahrbewegungen, Endabschaltungen, Nothalt, Lastanzeige, Lastbegrenzung, Hub- und Senkbewegung, Sicherheitsabstände, Dokumentation und gegebenenfalls Lastversuche nach Herstellervorgabe oder Prüfkonzept | Sichere Funktion ohne unzulässige Bewegungen; Sicherheitseinrichtungen vollständig wirksam; dokumentierte Prüffreigabe | Funktions- und Sicherheitsprotokoll, gegebenenfalls Lastversuchsprotokoll, Prüfbericht | Mess- und Prüflastmittel, Diagnosesysteme | Fachkundige Förder- und Krantechnik | anlagen- und sicherheitsabhängig | Stahlbau, Stromversorgung, Hallennutzung, Sicherheitstechnik | Kranbuch, Prüfberichte, Betriebsanweisungen |
Normen und Regelwerke dieser Untergruppe: Betriebssicherheitsverordnung, Technische Regel für Betriebssicherheit 3121 „Betrieb von Aufzugsanlagen“, DIN EN 81-28 „Sicherheitsregeln für die Konstruktion und den Einbau von Aufzügen – Teil 28: Fern-Notruf für Personen- und Lastenaufzüge“, DIN EN 81-72 „Sicherheitsregeln für die Konstruktion und den Einbau von Aufzügen – Teil 72: Feuerwehraufzüge“, DIN EN 50172 „Sicherheitsbeleuchtungsanlagen“, DIN EN 1838 „Angewandte Lichttechnik – Notbeleuchtung für bauliche Anlagen“, DIN VDE 0100-712 „Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 7-712: Anforderungen für Betriebsstätten, Räume und Anlagen besonderer Art – Photovoltaik-Stromversorgungssysteme“, VDE-Anwendungsregel VDE-AR-N 4105 „Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz“, DIN 18014 „Erdungsanlagen für Gebäude – Planung, Ausführung und Dokumentation“, DIN EN IEC 62305-3 „Blitzschutz – Teil 3: Schutz von baulichen Anlagen und Personen“, DIN EN IEC 62305-4 „Blitzschutz – Teil 4: Elektrische und elektronische Systeme in baulichen Anlagen“, DIN 14675-1 „Brandmeldeanlagen – Aufbau und Betrieb – Teil 1“, DIN 14675-2 „Brandmeldeanlagen – Aufbau und Betrieb – Teil 2“, DIN VDE 0833-1 „Gefahrenmeldeanlagen – Allgemeine Festlegungen“, DIN VDE 0833-2 „Gefahrenmeldeanlagen – Festlegungen für Brandmeldeanlagen“, DIN EN 15011 „Krane – Brücken- und Portalkrane“, DIN EN IEC 60204-32 „Sicherheit von Maschinen – Elektrische Ausrüstung von Maschinen – Teil 32: Anforderungen für Hebezeuge“, DGUV Vorschrift 52 „Krane“, DGUV Grundsatz 309-001 „Prüfung von Kranen“.
Nutzungsspezifische und verfahrenstechnische Anlagen sowie Gebäudeautomation
Die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure nennt in ihrer Objektliste ausdrücklich küchentechnische Anlagen bis hin zu Großküchen, Krananlagen sowie weitere nutzungsspezifische Anlagen. Für Druckluftanlagen, Druckbehälter und andere druckbeaufschlagte Systeme ergeben sich zusätzliche Pflichten aus der Betriebssicherheitsverordnung und den Technischen Regeln für Betriebssicherheit. Für Gebäudeautomation nennt das Gebäudeenergiegesetz ausdrücklich digitale Energieüberwachung, frei konfigurierbare Datenschnittstellen und einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess; die Arbeitsgemeinschaft für wirtschaftliche Verwaltung betont zusätzlich die hohe Schnittstellenrelevanz der Gebäudeautomation. DIN EN ISO 16484-5 beschreibt ein Datenkommunikationsprotokoll, mit dem Geräte der Gebäudeautomation anlagenübergreifend Informationen austauschen können; Richtlinie VDI 3814 Blatt 2.2 behandelt den Planungsprozess mit Schwerpunkt Systemintegration und Schnittstellen.
| Position | Einheit | Kalkulationsansatz | Leistungsumfang | Prüfkriterien und Abnahmebedingungen | Erforderliche Mess- und Prüfprotokolle | Erforderliche Prüfmittel | Personalqualifikation | Zeitbedarfsschätzung | Schnittstellen | Übergabedokumentation |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Feuerlöschanlagen und Löschwasseranlagen soweit vorhanden | Anlage oder Löschabschnitt | je Sprinklernetz, Hydrantenanlage, Gaslöschbereich oder Feinsprühanlage | Prüfung von Wasser- oder Löschmittelversorgung, Armaturen, Auslösung, Überwachung, Alarmweiterleitung, Feuerwehrschnittstellen, Netztrennung und Wiederherstellung | Vollständige Funktionsfähigkeit aller Schutz- und Auslöseeinrichtungen; dokumentierte Brandfallwirkung | Funktionsprotokoll, Auslöseprotokoll, Alarm- und Abschaltprotokoll | Anlagenspezifische Prüfeinrichtungen, Messmittel für Druck und Durchfluss | Fachkundige Löschtechnik, Brandschutz, Elektrotechnik | szenario- und abschnittsabhängig | Brandmeldeanlage, Türen, Lüftung, Sicherheitsstrom | Revisionsunterlagen, Freigabebescheinigungen, Wartungsunterlagen |
| Rauch- und Wärmeabzugsanlagen, Druckbelüftung und Brandfallsteuerungen | Anlage | je Anlagengruppe und Brandfallszenario | Integrale Prüfung aller Brandfallszenarien einschließlich Öffnungen, Klappen, Ventilatoren, Verriegelungen, Rückfall in sicheren Zustand | Alle Szenarien vollständig und wiederholbar; keine unzulässigen Gegeneffekte; vollständige Dokumentation | Szenarioprotokoll, Ursache-Wirkungs-Protokoll, Alarmhistorie | Simulations- und Auslösemittel, Differenzdruckmessung | Fachkundige Brandschutz- und Steuerungstechnik | szenarioabhängig | Brandmeldeanlage, Fassade, Türen, Aufzüge, Lüftung, Gebäudeautomation | Matrix aller Brandfallfunktionen |
| Küchentechnische Anlagen und Küchentechnik | Anlage oder Küchenblock | je Küchenbereich, Gerätegruppe, Ablufthaube und Lagerbereich | Inbetriebsetzung von Koch-, Gar-, Kühl-, Spül-, Ausgabe- und Lagertechnik; Prüfung aller Medienanschlüsse, Sicherheitseinrichtungen, Interlocks, Abzugserfassung, Reinigung und Hygiene | Sichere Funktion aller Geräte; wirksame Erfassung von Wärme, Aerosolen und Dämpfen; sichere Abschaltung bei Störung; vollständige Reinigbarkeit | Geräteprotokolle, Sicherheitskettenprotokolle, Luftmengen- und Erfassungsprotokolle, Hygienefreigabe | Temperaturmessmittel, Luftmengenmessgerät, elektrische Prüfmittel, gegebenenfalls Kraftstoff- oder Gasprüfmittel | Fachkundige Küchentechnik, Raumlufttechnik, Sanitär-, Elektro- und Gastechnik | nutzungs- und geräteabhängig | Küchenausbau, Lüftung, Löschtechnik, Fettabscheider, Gebäudeautomation | Geräteverzeichnis, Betriebs- und Reinigungsanweisungen, Wartungsplan |
| Druckluftsysteme und Druckluftaufbereitung | Netz oder Aufbereitungseinheit | je Druckluftnetz, Verdichterstation, Behälter und Messpunkt | Dichtheitsprüfung, Funktionsprüfung von Verdichtern, Trocknern, Filtern, Kondensatableitung, Druckbehältern, Sicherheitsventilen, Betriebsarten und Reinheitsklassen | Sichere Betriebsdrücke, nachgewiesene Dichtheit, dokumentierte Reinheitsklasse, sichere Abschaltung und Kondensatbehandlung | Dichtheitsprotokoll, Reinheits- und Taupunktprotokoll, Sicherheitsprotokoll, Alarmtest | Druckmessgerät, Taupunktmessgerät, Messsysteme für Reinheitsklasse, Leckagesuchgerät | Fachkundige Druckluft- und Druckanlagentechnik, gegebenenfalls befähigte Person | netz- und lastabhängig | Elektrotechnik, Nutztechnik, Gebäudeautomation, Sicherheit | Netzschema, Behälter- und Prüfunterlagen, Wartungs- und Filterwechselplan |
| Nutzungsspezifische Prozessmedien und Sonderanlagen | Anlage | je Sonderanlage | Variable Position für Labor-, Medizin-, Prozesskälte-, technische Gas- und sonstige Sonderanlagen einschließlich Sicherheits- und Integrationsprüfung | Projektspezifische Sollwerte und Sicherheitsfunktionen eingehalten | projektspezifische Protokolle | projektspezifische Prüfmittel | projektspezifisch nach Fachdisziplin | projektspezifisch | abhängige Medien und Sicherheitssysteme | Vollständige Fach- und Betreiberunterlagen |
| Automationshardware und Schaltschränke | Anlage | je Schaltschrank, Automationsstation und Feldverteiler | Sichtprüfung, Verdrahtungsprüfung, Spannungsversorgung, Kennzeichnung, Schutz, Zugänglichkeit, Datenträger- und Sicherungskonzept | Vollständige, sichere und dokumentierte Ausführung | Schaltschrankprotokoll, Ein- und Ausgangsprüfung, Fotodokumentation | elektrische Prüfmittel, Diagnosesoftware | Fachkundige Gebäudeautomation und Elektrotechnik | schrank- und feldgeräteabhängig | Starkstrom, Nachrichtentechnik, Baukonstruktion | Stromlaufpläne, Klemmenpläne, Datensicherung |
| Datenpunktprüfung und Ursache-Wirkungs-Prüfung | Datenpunkt, Funktion oder Szenario | je Datenpunktliste, je Funktionskette, je Szenario | Prüfen aller Datenpunkte, Betriebsarten, Meldungen, Sollwerte, Grenzen, Verriegelungen, Prioritäten, Zeitprogramme, Trendpunkte und Alarmtexte | Vollständige Funktionsdeckung ohne Fehladressierung; klare Alarmtexte; sichere Fail-Safe-Logik | Datenpunktlistenprotokoll, Ursache-Wirkungs-Protokoll, Alarmprotokoll | Gebäudeautomationsarbeitsplatz, Simulation, mobile Prüfmittel | Fachkundige Gebäudeautomation | datenpunkt- und szenarioabhängig | alle technischen Gewerke | Freigegebene Datenpunktliste, Sicherung der Applikationen, Benutzerrollen |
| Systemintegration und gewerkeübergreifende Funktionsketten | Funktionskette | je Wirkzusammenhang | Prüfen der Interaktion zwischen Heizung, Kälte, Lüftung, Sonnenschutz, Beleuchtung, Zutritt, Brandfall, Energiemanagement und Nutzungslogik | Alle Sollreaktionen vollständig und reproduzierbar; keine Zielkonflikte | Integrationsprotokoll, Trendauswertung, Szenarioberichte | Gebäudeautomationsarbeitsplatz, Diagnose- und Trendwerkzeuge | Fachkundige Gebäudeautomation mit Fachverantwortlichen aller beteiligten Systeme | szenario- und saisonabhängig | alle Gewerke | Freigegebene Funktionsmatrix |
| Energieüberwachung und Energiemanagement | pauschal oder System | je Hauptenergieträger und Systemgruppe | Einrichten, Prüfen und Übergabe der Messstruktur, Zählpunkte, Trends, Berichte, Alarmierungen und Datenexporte für Betrieb und Optimierung | Kontinuierliche Überwachung, Protokollierung und Analyse der Hauptenergieträger und gebäudetechnischen Systeme möglich; Daten herstellerunabhängig zugänglich | Zähler- und Messstellenprotokoll, Trendnachweis, Datenexportprüfung | Messwertvergleich, Datenanalysewerkzeuge | Fachkundige Gebäudeautomation und Betrieb | messstellen- und auswerteabhängig | Starkstrom, Wärme, Kälte, Wasser, Lüftung | Messstellenverzeichnis, Datenmodell, Standardberichte |
| Nachregelung, Probebetrieb und Optimierung | Anlage oder Gesamtgebäude | je Systemverbund | Betriebsbegleitung nach Erstinbetriebnahme, Sollwertfeinabstimmung, Alarmbereinigung, Optimierung der Schaltlogik und Übergabe stabiler Parametrierung | Stabiler Betrieb ohne wiederkehrende Fehlalarme; dokumentierte Optimierungen | Trendberichte, Optimierungsprotokolle, Abschlussbericht | Analyse- und Trendwerkzeuge | Fachkundige Gebäudeautomation mit beteiligten Fachgewerken | betrieblich und saisonal abhängig | Betriebspersonal, alle Hauptanlagen | finale Parameterlisten, Sicherungskopien, Betriebsfreigabe |
Normen und Regelwerke dieser Untergruppe: Betriebssicherheitsverordnung, Technische Regel für Betriebssicherheit 1201 „Prüfungen und Kontrollen von Arbeitsmitteln und überwachungsbedürftigen Anlagen“, Technische Regel für Betriebssicherheit 1201 Teil 2 „Prüfungen und Kontrollen bei Gefährdungen durch Dampf und Druck“, Technische Regel für Betriebssicherheit 2141 „Gefährdungen durch Dampf und Druck“, ISO 8573-1 „Druckluft – Teil 1: Verunreinigungen und Reinheitsklassen“, VDMA 15390-1 „Druckluftreinheit – Teil 1: Typische anwendungsspezifische Reinheitsklassen gemäß ISO 8573-1:2010 und Anleitung zur Erzeugung und Überprüfung von entsprechenden Druckluftreinheiten für Industrieanwendungen“, VDMA 15390-2 „Druckluftreinheit – Teil 2: Typische anwendungsspezifische Reinheitsklassen gemäß ISO 8573-1:2010 und Anleitung zur Erzeugung und Überprüfung von entsprechenden Druckluftreinheiten für Anwendungen im Lebensmittel- oder Pharmabereich“, Richtlinie VDI 2052 Blatt 1 „Raumlufttechnik – Küchen“, DIN EN 16282-6 „Einrichtungen in gewerblichen Küchen – Elemente zur Be- und Entlüftung – Teil 6: Aerosolabscheider; Gestaltungs- und Sicherheitsanforderungen“, DIN EN 12845 „Ortsfeste Brandbekämpfungsanlagen – Automatische Sprinkleranlagen – Planung, Installation und Instandhaltung“, DIN EN 14972-1 „Ortsfeste Brandbekämpfungsanlagen – Feinsprüh-Löschanlagen – Teil 1: Planung, Errichtung, Prüfung und Instandhaltung“, DIN EN ISO 16484-2 „Systeme der Gebäudeautomation – Teil 2: Hardware“, DIN EN ISO 16484-3 „Systeme der Gebäudeautomation – Teil 3: Funktionen“, DIN EN ISO 16484-5 „Systeme der Gebäudeautomation – Teil 5: Datenkommunikationsprotokoll“, Richtlinie VDI 3814 Blatt 2.2 „Gebäudeautomation – Planungsprozess mit Schwerpunkt Systemintegration und Schnittstellen“, DIN 18386 „Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen – Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen – Gebäudeautomation“, DIN EN ISO 50001 „Energiemanagementsysteme – Anforderungen mit Anleitung zur Anwendung“.
Kostengruppen Außenanlagen und Ausstattung
DIN 276 stellt klar, dass die Kostengruppe 500 auf Außenanlagen von Bauwerken und auf selbständige Freiflächen erstreckt wurde. Für die Inbetriebnahme eines Großgebäudes sind deshalb alle außenliegenden technischen Funktionsketten zu prüfen, die den sicheren Betrieb des Gebäudes beeinflussen: Grundstücksentwässerung, Außenbeleuchtung, Außentore und Schranken, technische Medienübergaben sowie gegebenenfalls Außenhydraulik und Sicherheitsperimeter. Ausstattung in Kostengruppe 600 ist dann in die Inbetriebnahme einzubeziehen, wenn sie technisch an Medien, Sicherheit oder Automation gekoppelt ist, besonders bei mobiler oder teilfester Küchenausstattung.
Leistungspositionen der Außenanlagen und Ausstattung
| Position | Einheit | Kalkulationsansatz | Leistungsumfang | Prüfkriterien und Abnahmebedingungen | Erforderliche Protokolle | Prüfmittel | Personalqualifikation | Zeitbedarfsschätzung | Schnittstellen | Übergabedokumentation |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Außenentwässerung, Rückhalt und Versickerung soweit vorhanden | Netzabschnitt oder Anlage | je Leitungsnetz, Rückhalteanlage, Versickerungselement | Funktionsprüfung aller ober- und unterirdischen Entwässerungsteile einschließlich Übergänge zwischen Dach, Hof und Grundstück | Freier Abfluss, keine Fehlanschlüsse, sichere Notwasserwege | Funktionsprotokoll, Fotodokumentation | Kamera, Wasserbeaufschlagung, Sichtprüfung | Fachkundige Entwässerungstechnik | abschnitts- und wetterabhängig | Dach, Fassade, Innenentwässerung, Freianlagen | Bestands- und Revisionspläne |
| Außenbeleuchtung und Sicherheitswege | Bereich | je Mast, Stromkreis und Wegesystem | Prüfen von Schaltung, Dämmerung, Zeitsteuerung, Sicherheitsbeleuchtung im Außenraum soweit vorgesehen | Gleichmäßige Funktion, sichere Wegeführung, robuste Störmeldung | Funktionsprotokoll, Schaltprotokoll | Luxmeter, elektrische Prüfmittel | Elektrofachkraft | bereichsabhängig | Zutritt, Sicherheit, Gebäudeautomation | Stromlaufplan, Leuchtenliste |
| Außentore, Schranken und Zufahrtssteuerung | Anlage | je Tor, Schranke und Zufahrt | Prüfen von Bewegungen, Sicherheitsfunktionen, Freigaben, Feuerwehrzuständen, Rückfall in sicheren Zustand | Sichere Fahrzeug- und Fußgängerführung; dokumentierte Sonderfreigaben | Funktions- und Kraftprotokoll | Kraftmessgerät, Prüfkörper, Diagnosemittel | Fachkundige Tor- und Steuerungstechnik | anlagenabhängig | Zutrittskontrolle, Brandfall, Sicherheitstechnik | Betriebs- und Wartungsunterlagen |
| Technische Medienübergaben im Außenraum | Übergabepunkt | je Übergabepunkt | Funktionsprüfung von Medienübergaben, Messung, Kennzeichnung und Absperrmöglichkeiten | Eindeutige Kennzeichnung, sichere Absperrung, messbare Übergabestellen | Übergabeprotokoll, Kennzeichnungsprotokoll | anlagenspezifische Messmittel | Fachkundige der jeweiligen Medienart | punktabhängig | Versorger, Hausanschlussräume, Gebäudeautomation | Übergabeprotokolle, Schemata |
| Mobile oder lose Ausstattung mit technischer Kopplung | Gerät oder Gerätegruppe | je Geräteart | Funktionsprüfung aller losen Ausstattungen mit Strom-, Wasser-, Abwasser-, Daten- oder Sicherheitskopplung, sofern Leistungsumfang vertraglich eingeschlossen | Sichere Medienkopplung, sichere Bedienung, dokumentierte Einweisung | Geräteprotokoll, Einweisungsprotokoll | anlagenspezifische Prüfmittel | Fachkundige je Geräteart | geräteabhängig | Küchen, Nutzerbereiche, Betrieb | Bedienungs- und Wartungsunterlagen |
Normen und Regelwerke dieser Kostengruppen: DIN 276 „Kosten im Bauwesen“, DIN EN 12056-3 „Schwerkraftentwässerungsanlagen innerhalb von Gebäuden – Teil 3: Dachentwässerung, Planung und Bemessung“, DIN 1986-100 „Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke – Teil 100: Bestimmungen in Verbindung mit DIN EN 752 und DIN EN 12056“, DIN EN 12453 „Tore – Nutzungssicherheit kraftbetätigter Tore – Anforderungen und Prüfverfahren“, DIN EN 12635 „Tore – Einbau und Nutzung“, Arbeitsstättenregel A1.7 „Türen und Tore“. Für lose oder mobile Ausstattung gelten zusätzlich die jeweils produktspezifischen Herstellervorgaben und die einschlägigen Sicherheitsregeln des konkreten Geräts.
Vertragsklauseln für Ausschreibung und Abnahme
Die nachfolgenden Formulierungen können unmittelbar in die Ausschreibungsunterlagen übernommen werden. Sie dienen dazu, die oben beschriebenen Tabellen in rechtssichere und kalkulierbare Vergabepositionen zu überführen. Die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure benennt im Zusammenhang mit den Leistungsphasen der technischen Ausrüstung ausdrücklich fachtechnische Abnahme, Mängelfeststellung, Teilnahme an behördlichen Abnahmen, Prüfung der Revisionsunterlagen und systematische Zusammenstellung der Dokumentation; die Arbeitsgemeinschaft für wirtschaftliche Verwaltung ergänzt dies um Zwischenbetrieb und Monitoring.
Musterklausel zum Leistungsumfang
Der Auftragnehmer schuldet die vollständige Vorbereitung, Durchführung, Dokumentation und Nachverfolgung aller für die betriebsbereite, sichere, hygienisch einwandfreie und energetisch funktionsfähige Inbetriebnahme erforderlichen Leistungen seines Leistungsbereichs einschließlich aller Mitwirkungen an gewerkeübergreifenden Prüfungen, Integrationsprüfungen, Zwischenbetrieben, Abnahmen, Nachprüfungen und Einweisungen. Der Leistungsumfang umfasst sämtliche personellen, organisatorischen und sachlichen Aufwendungen einschließlich erforderlicher Hilfsmittel, Messgeräte, Protokolle, Softwarezugänge, Parametrierungen, temporärer Laststellungen, Probeansteuerungen sowie der Beseitigung prüfungsbedingter Rückstellungen und Wiederherstellungen.
Musterklausel zu Prüfkriterien und Abnahme
Eine Teil- oder Schlussabnahme setzt voraus, dass die jeweilige Anlage vollständig montiert, gekennzeichnet, zugänglich, mit allen erforderlichen Medien versorgt, sicherheits- und hygieneseitig freigegeben, funktional geprüft, dokumentiert sowie mit den abhängigen Gewerken integriert getestet wurde. Offene Mängel der Klassen Sicherheit, Hygiene, Brandschutz, Trinkwasser, elektrische Schutzmaßnahmen, Drucksicherheit, Flucht- und Rettungswegsicherheit sowie funktionskritische Mängel schließen die Abnahmefähigkeit aus. Prüfungen behördlicher oder zugelassener Stellen, die vor Inbetriebnahme gesetzlich gefordert sind, müssen vorliegen.
Mindestinhalte der Übergabedokumentation
| Dokument | Mindestinhalt |
|---|---|
| Revisionsunterlagen | Revisionspläne, Strangschemata, Stromlaufpläne, Datenpunktlisten, Ursache-Wirkungs-Matrizen, Feldgeräte- und Betriebsmittellisten |
| Prüfunterlagen | Alle Erstprüfungen, Schutzmaßnahmenprüfungen, Dichtheitsprüfungen, Luftmengenabgleiche, Hygieneprotokolle, Alarm- und Brandfalltests, Pflichtprüfungen |
| Parametrierung | Sollwerte, Grenzwerte, Betriebszeiten, Regelparameter, Benutzerrollen, Alarmklassen, Sicherungskopien |
| Betreiberunterlagen | Bedienung, Störung, Wartung, Reinigung, Ersatzteile, Prüf- und Wartungsfristen, Notfallhinweise |
| Schulungsunterlagen | Präsentationen, Einweisungsnachweise, Teilnehmerlisten, Praxisnachweise |
| Freigaben | Abnahmeempfehlung, Restmängelliste, Zuständigkeiten, Fristen, Freigabe für Regelbetrieb |
Offene Punkte und Grenzen
Diese Leistungsbeschreibung ist bewusst vollständig und breit angelegt. Nicht spezifiziert sind jedoch Gebäudetyp, Nutzungsprofil, sicherheitstechnische Schutzklasse, hygienische Sonderanforderungen, Redundanzgrad, Zahl der Aufzüge, Zahl und Typ der Krananlagen, Art und Größe der Küchenbereiche, Vorhandensein von Gas-, Lösch-, Labor-, Medizin- oder Sonderprozessanlagen sowie die genaue Aufteilung zwischen fest eingebauter und loser Ausstattung. Diese Punkte müssen vor Ausschreibung projektspezifisch festgelegt werden, weil sie Messraster, Stichprobenumfang, Pflichtprüfungen, Probenahmen, Szenarien und Personalqualifikation unmittelbar beeinflussen.
Ferner gilt bei einzelnen Normen und technischen Regeln, dass deren Fassung sich fortschreiben kann oder im deutschen Baurecht beziehungsweise Arbeitsschutzrecht nur in eingeführter Fassung verbindlich wird. Für die Ausschreibung sollte deshalb ergänzend festgelegt werden, dass jeweils die zum Vergabestichtag gültige beziehungsweise am Ausführungsort eingeführte Fassung maßgeblich ist, soweit öffentlich-rechtliche Vorgaben nichts Abweichendes verlangen.
