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KPI-Katalog: Lesitungskennzahlen gesamt und je Gewerk

Technisches Facility Management: TFM » Konzept » Anhänge zum Betriebskonzept TTS im TFM » KPI-Katalog: Lesitungskennzahlen gesamt und je Gewerk

KPI Katalog mit Leistungskennzahlen für Gesamtleistung und Gewerke im Facility Management

KPI-Katalog

Der KPI-Katalog ist als einheitliches Mess-, Steuerungs- und Eskalationsmodell für den technischen FM-Betrieb, die zugehörigen Serviceprozesse und die angrenzenden Unterstützungsprozesse zu verwenden. Er setzt die im TTS-Konzept angelegte Trennung zwischen KPI, SLA, Berichtswesen, Shopfloor-Steuerung, Qualitätsgesprächen und Managementreviews in eine belastbare Kennzahlenarchitektur um.

Die Kataloglogik ist auf sechs Steuerungszwecke auszurichten: Sicherstellung von Verfügbarkeit und Betreiberstabilität, Nachweis der Serviceerfüllung, Steuerung von Instandhaltung und Compliance, Transparenz über Energie-, Flächen- und Kostenleistung, Sicherung von Datenqualität und Systemintegration sowie Bewertung der Lieferanten- und Nutzerwirkung. Die fachliche Ableitung folgt der FM-Managementlogik der DIN EN ISO 41001, der Nutzer- und Experience-Perspektive aus ISO 41015, den Instandhaltungs-KPI- und Prozessstandards EN 15341 und EN 17007, der Instandhaltungsterminologie EN 13306, der energiebezogenen Leistungsbewertung nach ISO 50001, ISO 50006 und ISO 50015 sowie dem lebenszyklusorientierten Asset-Management-Rahmen der ISO 55000.

Die KPI-Berechnung ist ausschließlich aus prüffähigen Primärdaten zu speisen. CAFM ist führend für Asset-, Ticket-, Prüf-, Auftrags- und Dokumentenmetadaten; GLT/BMS ist führend für Alarme, Laufzeiten, Overrides und Energierohdaten; das ERP ist führend für Budget-, Kosten-, Beschaffungs- und Lagerdaten; Survey- und Qualitätswerkzeuge sind führend für CSAT, NPS, Reinigungs- und Auditwerte. Für den strukturierten Datenaustausch ist ein IFC-basierter, systemneutraler Standard wie CAFM-Connect zu verwenden; für TGM und Gebäudeautomation sind Integrität, Protokollierung und Informationssicherheit im Betrieb als integrale Anforderungen zu behandeln.

KPI-Katalog für FM-Leistungskennzahlen

Gesamtübersicht

Die nachstehende Tabelle ist als Standardkatalog zu verwenden. P1 kennzeichnet betriebs- und vertragkritische Kennzahlen, P2 kennzeichnet steuerungs- und qualitätsrelevante Kennzahlen, P3 kennzeichnet strategische und entwicklungsorientierte Kennzahlen. Für Kritikalitätsklasse A der Anlagen gelten verschärfte Schwellen. Für Energie-, Flächen- und Kostenkennzahlen gelten die freigegebenen Baselines, Budgets und Cluster-Zielkorridore.

KPI-Name

Kurzbeschreibung

Formel

Einheit

Zielwert

Messintervall

Datenquelle

Verantwortlichkeit

Priorität

Relevanz SLA/XLA

Betrieb | Technische Verfügbarkeit

Verfügbarkeit kritischer technischer Systeme und Medien

(Betriebszeit – ungeplante Ausfallzeit) / Betriebszeit × 100

%

kritisch ≥ 99,5; Warn < 99,5; Esk < 99,0

täglich / monatlich

GLT/BMS, CAFM, Incident-Log

Leitung Technischer Betrieb

P1

SLA

Instandhaltung | Präventivquote termingerecht

Termingerechter Abschluss fälliger PM-Leistungen

fristgerecht abgeschlossene PM-Aufträge / fällige PM-Aufträge × 100

%

≥ 95; Warn < 95; Esk < 90

wöchentlich / monatlich

CAFM, EAM/ERP

Instandhaltungsleitung

P1

SLA

Instandhaltung | MTTR

Mittlere Wiederherstellungsdauer je Störung

Σ Entstördauer / Anzahl Störungen

h

kritisch ≤ 4; Warn > 4; Esk > 6

täglich / monatlich

CAFM, GLT/BMS

Instandhaltungsleitung

P1

SLA

Instandhaltung | MTBF

Mittlere störungsfreie Betriebszeit

Σ Betriebsstunden / Anzahl Ausfälle

h

≥ Baseline; Warn < Baseline; Esk < -10 % ggü. Baseline

monatlich / R12

GLT/BMS, CAFM

Leitung Technischer Betrieb

P2

SLA

Instandhaltung | Ersatzteilverfügbarkeit kritisch

Verfügbarkeit definierter kritischer Ersatzteile

verfügbare kritische Ersatzteile / definierte kritische Ersatzteile × 100

%

≥ 95; Warn < 95; Esk < 90

wöchentlich / monatlich

Lager, ERP, CAFM

Material- / Ersatzteilmanagement

P1

SLA

Steuerung | Gesamt-SLA-Erfüllungsgrad

Erfüllung aller vertraglich relevanten SLA-Fälle

erfüllte SLA-Fälle / alle SLA-relevanten Fälle × 100

%

≥ 92; Warn < 92; Esk < 88

monatlich

Service Desk, CAFM

Vertrags- / Leistungssteuerung

P1

SLA

Service Desk | First-Response-SLA

Erstreaktion innerhalb definierter Frist

Tickets mit qualifizierter Erstreaktion in SLA / SLA-Tickets × 100

%

≥ 95; Warn < 95; Esk < 90

täglich / monatlich

Service-Desk-System

Leitung Service Desk

P1

SLA

Service Desk | Behebungszeit-SLA

Behebung innerhalb definierter Frist

Tickets mit Behebung in SLA / SLA-Tickets × 100

%

≥ 90; Warn < 90; Esk < 85

täglich / monatlich

Service Desk, CAFM

Leitung Service Desk

P1

SLA/XLA

Service Desk | Ticket-Backlog-Quote

Verhältnis offener Tickets zum durchschnittlichen Eingang

offene Tickets / Ø Ticket-Eingänge der letzten 3 Monate

Quotient

≤ 0,50; Warn > 0,50; Esk > 0,75

täglich / wöchentlich

Service-Desk-System

Leitung Service Desk

P2

SLA

Service Desk | First-Time-Fix-Rate

Lösung ohne Zweiteinsatz oder Wiedervorlage

beim ersten Einsatz gelöste Tickets / disponierte Tickets × 100

%

≥ 75; Warn < 75; Esk < 65

wöchentlich / monatlich

Service Desk, CAFM

Leitung Technischer Betrieb

P2

SLA/XLA

Compliance | Prüfquote gesetzlich/vertraglich

Fristgerechte Erledigung fälliger Prüfungen

fristgerecht erledigte Prüfungen / fällige Prüfungen × 100

%

100; Warn < 100; Esk < 99

wöchentlich / monatlich

ProVI/CAFM, DMS

Compliance- / Prüfmanagement

P1

SLA

Qualität | Audit-Findings-Closure-Rate

Fristgerechter Abschluss fälliger Auditmaßnahmen

fristgerecht geschlossene Findings / fällige Findings × 100

%

≥ 95; Warn < 95; Esk < 90

monatlich

Audit-Tracker, CAFM

Qualitätsmanagement

P2

SLA

Energie | Energieverbrauch pro m²

Energieintensität des Betriebs je Flächenbezug

Energieverbrauch / m²

kWh/m²

≤ Baseline; Warn > +3 %; Esk > +5 %

täglich / monatlich

GLT/BMS, Zähler, ERP

Energiekoordination

P1

SLA

Nachhaltigkeit | CO₂-Emissionen pro m²

Emissionsintensität auf Basis dokumentierter Faktoren

Σ Energie × Emissionsfaktor / m²

kgCO₂e/m²

≤ Baseline; Warn > +3 %; Esk > +5 %

monatlich

Zähler, Emissionsfaktor, ERP

Energiekoordination

P2

XLA/Steuerung

Finanzen | OPEX-Budgetabweichung

Abweichung der Istkosten vom Budget

(Ist – Budget) / Budget × 100

%

± 3; Warn > ± 3; Esk > ± 5

monatlich

ERP, Controlling

Kaufmännisches FM / Controlling

P1

SLA

Finanzen | CAPEX-Planerfüllung

Umsetzung des freigegebenen Maßnahmenplans

realisierter CAPEX / freigegebener CAPEX-Plan × 100

%

90–110; Warn außerhalb; Esk < 80 oder > 120

monatlich / Quartal

ERP, Projektcontrolling

CAPEX-Steuerung

P2

Steuerung

Finanzen | Kosten pro m²

FM-Gesamtkosten je Fläche

FM-OPEX / m²

€/m²

≤ Budget; Warn > +3 %; Esk > +5 %

monatlich

ERP, Flächenmodell

Kaufmännisches FM

P2

Steuerung

Finanzen | Kosten pro Ticket

Durchschnittliche Ticketvollkosten

(Service-Desk- + Field-Service-Kosten) / geschlossene Tickets

€/Ticket

≤ Budget; Warn > +5 %; Esk > +10 %

monatlich

ERP, Service Desk

Kaufmännisches FM / Service Desk

P2

Steuerung

Fläche | Flächenauslastung

Nutzung der verfügbaren Kapazität je Cluster

genutzte Kapazität / verfügbare Kapazität × 100

%

im freigegebenen Zielkorridor; Büro standard 60–80

monatlich

CAFM, Buchungssystem, Sensorik

Flächenmanagement

P3

XLA

Reinigung | Reinigungsqualitätsquote

Bestandene Kontrollpunkte aus Qualitätsprüfungen

bestandene Kontrollpunkte / geprüfte Kontrollpunkte × 100

%

≥ 95; Warn < 95; Esk < 92

wöchentlich / monatlich

QA-App, CAFM

Serviceleitung Reinigung

P2

XLA

Sicherheit | Incident-Closure-SLA

Fristgerechter Abschluss von Security-Incidents

SLA-konform geschlossene Security-Incidents / fällige Incidents × 100

%

≥ 95; Warn < 95; Esk < 90

täglich / monatlich

Security-System, Ticketing

Leitung Sicherheit

P1

SLA

Sicherheit | Zutrittssystem-Verfügbarkeit

Verfügbarkeit der physischen Zutrittsinfrastruktur

(Planzeit – Störzeit) / Planzeit × 100

%

≥ 99,8; Warn < 99,8; Esk < 99,5

täglich / monatlich

Zutrittssystem, GLT/BMS

Leitung Sicherheit

P1

SLA/XLA

Brandschutz | BMA/SAA-Verfügbarkeit

Verfügbarkeit der alarm- und steuerrelevanten Systeme

(Planzeit – Ausfallzeit) / Planzeit × 100

%

≥ 99,9; Warn < 99,9; Esk < 99,7

täglich / monatlich

BMA/SAA, CAFM

Brandschutzmanagement

P1

SLA

Brandschutz | Falschalarmquote

Falschalarme normiert auf Melderbestand

(Falschalarmmeldungen × 100) / Anzahl automatische Melder

Alarme/100 Melder*a (R12)

≤ 1,0; Warn > 1,0; Esk > 1,5

monatlich / R12

BMA, Incident-Log

Brandschutzmanagement

P2

SLA/XLA

GA/GLT | Alarmannahme innerhalb Zielzeit

Quittierung kritischer Alarme innerhalb der Zielzeit

kritische Alarme ≤ 5 Min quittiert / kritische Alarme × 100

%

≥ 98; Warn < 98; Esk < 95

täglich / monatlich

GLT/BMS

GA/GLT-Management

P1

SLA

GA/GLT | Override-Rate > 24 h

Anteil manuell übersteuerter Punktstellen > 24 h

manuell übersteuerte Punkte > 24 h / aktive regelbare Punkte × 100

%

≤ 2; Warn > 2; Esk > 4

täglich / wöchentlich

GLT/BMS

GA/GLT-Management

P2

SLA

CAFM | Datenqualitätsindex

Qualität kritischer Stammdaten und Systemreferenzen

0,4 Vollständigkeit + 0,3 Konsistenz + 0,2 Aktualität + 0,1 DMS-Linkquote

Index %

≥ 98; Warn < 98; Esk < 95; kritische Assets 100

wöchentlich / monatlich

CAFM, DMS, ETL-Log

CAFM-Datenmanagement

P1

SLA

Nutzer | Kundenzufriedenheit CSAT

Durchschnittliche Bewertung abgeschlossener Vorgänge

Σ Bewertungen / Anzahl Bewertungen

Score 1–5

≥ 4,3; Warn < 4,3; Esk < 4,0

monatlich / Quartal

Survey, Service Desk

Leitung Service Desk

P2

XLA

Nutzer | NPS

Empfehlungsbereitschaft nach Promotoren-/Detraktorenlogik

% Promotoren – % Detraktoren

Score -100 bis 100

≥ 30; Warn < 30; Esk < 10

Quartal / Halbjahr

Survey

Leitung Service Desk

P3

XLA

Lieferanten | Lieferanten-Qualitätsindex

Gesamtbewertung je Lieferant über Termin, Qualität, Dokumentation, HSE

0,30 Termin + 0,30 Qualität + 0,20 Dokumentation + 0,20 HSE

Index %

≥ 90; Warn < 90; Esk < 80

monatlich / Quartal

ERP, Audit, Ticketing

Lieferantenmanagement

P2

SLA

                   
                   
                   
                   

Die Katalogstruktur stützt sich auf die Ziele eines FM-Managementsystems, auf Nutzer- und Outcome-Perspektiven, auf Instandhaltungs-KPI und Instandhaltungsprozesse, auf Energie- und Flächennormalisierung, auf Reinigungs- und Brandschutzqualität, auf strukturierte CAFM-Datenübergaben sowie auf standardisierte KPI-Domänen für Enterprise Asset Management. Für Kosten-, Verbrauchs- und Flächenkennzahlen ist die Einordnung gegen belastbare Benchmark- und Budgetwerte erforderlich; für ERP-/EAM-Integrationen können die Standard-KPI-Domänen aus Asset Management genutzt werden.

Betrieb und Instandhaltung

Begriff, Messlogik und Aggregation der Kennzahlen für Betrieb, Instandhaltung und Compliance sind an den Instandhaltungskonzepten und KPI-Standards nach EN 15341, EN 17007 und EN 13306 auszurichten; die produktseitige ERP-/EAM-Unterstützung bildet hierfür Standarddomänen für Maintenance Notification, Backlog, Cost und Performance ab.

Technische Verfügbarkeit. Zweck ist die Sicherstellung der Betriebs- und Medienverfügbarkeit je kritischem System. Berechnung erfolgt als Verhältnis aus planmäßiger Betriebszeit abzüglich ungeplanter Ausfallzeit zur planmäßigen Betriebszeit. Beispiel: 720 Stunden Planzeit und 2 Stunden ungeplanter Ausfall ergeben 99,72 %. Interpretation: Gelb zeigt Störungshäufung, fehlende Redundanz oder unzureichende Wiederherstellungsprozesse; Rot zeigt vertraglich und betrieblich relevante Unterdeckung. Maßnahmen bei Abweichung sind Ursachenanalyse, Prüfung der Redundanz, Anpassung des Bereitschaftsmodells, Materialbevorratung und Eskalation offener Freigaben. Abhängigkeiten sind Kritikalitätsmatrix, genehmigte Abschaltfenster und korrekte Kodierung geplanter Stillstände. Reporting und Dashboard erfolgt täglich im Betriebsdashboard und monatlich im Managementcockpit.

Präventivquote termingerecht

Zweck ist die Sicherstellung, dass präventive Instandhaltung nicht in korrektive Last verschoben wird. Berechnung erfolgt aus fristgerecht abgeschlossenen präventiven Aufträgen dividiert durch alle fälligen präventiven Aufträge. Beispiel: 190 fristgerecht erledigte PM-Aufträge bei 200 fälligen Aufträgen ergeben 95,0 %. Interpretation: Sinkende Werte erhöhen Ausfallrisiko, Prüf- und Mängellast sowie OPEX-Volatilität. Maßnahmen sind Ressourcenumschichtung, Priorisierung nach Kritikalität, Nachplanung gesperrter Aufträge und Prüfung externer Kapazitäten. Abhängigkeiten sind belastbare Wartungspläne, Freigabefenster und vollständige Auftragsrückmeldungen. Reporting erfolgt wöchentlich operativ und monatlich im Instandhaltungsreport.

MTTR

Zweck ist die Steuerung der mittleren Wiederherstellungsdauer je Störung. Berechnet wird die Summe aller Entstördauern dividiert durch die Anzahl der Störungen. Beispiel: 24 Störstunden bei 6 Störungen ergeben 4,0 Stunden MTTR. Interpretation: Ein steigender MTTR weist auf Diagnoseverzug, Materialmangel, Freigabehindernisse oder unzureichende Erstreaktion hin. Maßnahmen bei Abweichung sind Fehlerklassifikation, Schulung der Entstörteams, Ersatzteilanalyse, Anpassung der Eskalationsketten und Ursachenbeseitigung an Serienfehlern. Abhängigkeiten sind SLA-Klassen, Ticketqualität, Zeiterfassung und korrekte Start-/Endzeitpunkte. Reporting erfolgt täglich für P1/P2 und monatlich rollierend.

MTBF

Zweck ist die Beurteilung der störungsfreien Betriebsdauer je Anlage oder Anlagenfamilie. Berechnung erfolgt als Summe der Betriebsstunden dividiert durch die Anzahl der Ausfälle. Beispiel: 3.600 Betriebsstunden und 5 Ausfälle ergeben 720 Stunden MTBF. Interpretation: Werte unter Baseline zeigen sinkende Zuverlässigkeit; die Ursache kann in Obsoleszenz, unzureichender Prävention oder instabilen Betriebsweisen liegen. Maßnahmen sind Fokusanalyse je Asset-Familie, Überarbeitung von Wartungsintervallen, Verbesserungsmaßnahmen an Schwachstellen und gegebenenfalls CAPEX-Ableitung. Abhängigkeiten sind klare Ausfallcodierungen, durchgängige Betriebsstundenerfassung und stabile Asset-Struktur. Reporting erfolgt monatlich mit rollierendem Zwölfmonatswert.

Ersatzteilverfügbarkeit kritisch

Zweck ist die Sicherstellung der Wiederherstellbarkeit für definierte Ausfallbilder. Berechnet wird der Anteil verfügbarer kritischer Ersatzteile am freigegebenen Sollbestand. Beispiel: 57 verfügbare Positionen bei 60 definierten kritischen Positionen ergeben 95,0 %. Interpretation: Unterschreitungen weisen auf Beschaffungs-, Lager- oder Dispositionslücken hin und erhöhen unmittelbar MTTR und SLA-Risiko. Maßnahmen sind Nachbeschaffung, Sicherheitsbestandserhöhung, Lieferantenwechsel, Obsoleszenzprüfung und Verbrauchsprognose. Abhängigkeiten sind die Kritikalitätsliste, Materialstammdaten, ABC-/XYZ-Klassifikation und Inventurqualität. Reporting erfolgt wöchentlich im Materialcockpit und monatlich im Betriebsreview.

Gesamt-SLA-Erfüllungsgrad

Zweck ist die verdichtete Steuerung der vertraglich geschuldeten Leistungserfüllung. Berechnung erfolgt als Anteil erfüllter SLA-Fälle an allen SLA-relevanten Fällen im Berichtszeitraum. Beispiel: 460 erfüllte SLA-Fälle bei 500 relevanten Fällen ergeben 92,0 %. Interpretation: Der Wert ist die zentrale Vertragskennzahl; Gelb zeigt Erosion der Serviceerfüllung, Rot löst Eskalation und Maßnahmenplan aus. Maßnahmen sind Analyse nach SLA-Typ, Prioritätsklasse, Lieferant, Gewerk und Ursache; wiederkehrende Verfehlungen werden in strukturelle Maßnahmen überführt. Abhängigkeiten sind eindeutige Clock-Start-/Stop-Regeln, Exklusionscodes und valide Prioritätszuordnung. Reporting erfolgt monatlich im Vertragscockpit.

Prüfquote gesetzlich/vertraglich

Zweck ist die vollständige Erfüllung fälliger Prüfpflichten. Berechnet wird der Anteil fristgerecht erledigter Prüfungen an allen fälligen Prüfungen. Beispiel: 244 von 244 fälligen Prüfungen ergeben 100 %. Interpretation: Jede Unterschreitung ist für prüfpflichtige und kritische Assets relevant; für P1- und gesetzlich zwingende Prüfungen gilt Nulltoleranz. Maßnahmen sind Sofortnachsteuerung, Eskalation überfälliger Prüfungen, Ursachenanalyse nach Freigabe, Dienstleister oder Dokumentationsmangel und Sperrentscheid bei kritischen Defiziten. Abhängigkeiten sind ProVI, Fristenlogik, Prüferverfügbarkeit, DMS-Link und Freigaberegeln. Reporting erfolgt wöchentlich und monatlich.

Audit-Findings-Closure-Rate

Zweck ist die termingerechte Schließung auditierter Schwächen. Berechnung erfolgt als Anteil fristgerecht geschlossener Findings an allen fälligen Findings. Beispiel: 38 geschlossene Findings bei 40 fälligen Findings ergeben 95,0 %. Interpretation: Gelb zeigt unzureichende Maßnahmenwirksamkeit oder Ressourcensteuerung; Rot zeigt Governance- und Compliance-Schwäche. Maßnahmen sind Maßnahmenreview, Priorisierung nach Risiko, Eskalation blockierter Maßnahmen und Wirksamkeitsnachweis nach Abschluss. Abhängigkeiten sind saubere Finding-Klassifikation, Fälligkeiten, Evidenznachweise und Managementdisziplin. Reporting erfolgt monatlich und quartalsweise verdichtet.

Service Desk und Nutzer

Nutzerbezogene Kennzahlen sind auf die Outcome- und Experience-Logik des FM sowie auf systematische Verfahren zur Messung von Kundenzufriedenheit auszurichten; für NPS gilt die standardisierte Promotoren-/Detraktorenlogik.

First-Response-SLA

Zweck ist die Sicherstellung einer qualifizierten Erstreaktion innerhalb der zugesagten Frist. Berechnet wird der Anteil der Tickets mit qualifizierter Erstreaktion innerhalb der SLA-Zeit an allen SLA-Tickets. Beispiel: 950 fristgerechte Erstreaktionen bei 1.000 SLA-Tickets ergeben 95,0 %. Interpretation: Unterdeckung weist auf Unterbesetzung, Fehlrouting oder unzureichende Ticketqualifizierung hin. Maßnahmen sind Kapazitätsanpassung, Routingkorrektur, Schichtanpassung und Schulung der First Line. Abhängigkeiten sind korrekte Eingangskanäle, Prioritätslogik und Zeitstempelqualität. Reporting erfolgt täglich und monatlich.

Behebungszeit-SLA

Zweck ist die Einhaltung vertraglicher Wiederherstellungszusagen. Berechnung erfolgt als Anteil der Tickets mit Behebung in SLA an allen SLA-Tickets. Beispiel: 870 fristgerechte Behebungen bei 1.000 SLA-Tickets ergeben 87,0 %. Interpretation: Abweichungen zeigen Engpässe im Field Service, in Materialverfügbarkeit oder in Freigabeprozessen. Maßnahmen sind Eskalation offener P1/P2-Fälle, Ressourcenverschiebung, Materialvorhaltung und Bereinigung von Fremdabhängigkeiten. Abhängigkeiten sind Prioritätsklasse, OEM-Anteile, Anfahrtslogik und Zeitstempel. Reporting erfolgt täglich für kritische Tickets und monatlich konsolidiert.

Ticket-Backlog-Quote

Zweck ist die Steuerung offener Arbeitsvorräte relativ zum Volumen. Berechnet wird die Anzahl offener Tickets dividiert durch den durchschnittlichen Eingang der letzten drei Monate. Beispiel: 180 offene Tickets bei durchschnittlich 300 Eingängen ergeben 0,60. Interpretation: Werte oberhalb der Warnschwelle zeigen Kapazitätsunterdeckung oder Abarbeitungshemmnisse; Werte oberhalb der Eskalationsschwelle bedeuten strukturelle Rückstände. Maßnahmen sind Abarbeitungspriorisierung, Bereinigung von Dubletten, Zusatzkapazität, Schließung administrativ offener Altfälle und Ursachenanalyse nach Gewerk. Abhängigkeiten sind saubere Ticketstatus, Schließlogik und Dublettenmanagement. Reporting erfolgt täglich und wöchentlich.

First-Time-Fix-Rate

Zweck ist die Maximierung der Erfolgsquote im ersten Dispositions- oder Vor-Ort-Einsatz. Berechnet wird der Anteil beim ersten Einsatz gelöster Tickets an allen disponierten Tickets. Beispiel: 150 sofort gelöste Vorgänge bei 200 disponierten Tickets ergeben 75,0 %. Interpretation: Niedrige Werte zeigen Defizite in Diagnosequalität, Informationsvorlauf, Materialvorhaltung oder Qualifikation. Maßnahmen sind Verbesserung der Ticketqualifizierung, bessere Fehlerbilder, Werkzeug- und Ersatzteilset-Optimierung und Qualifizierungsmaßnahmen. Abhängigkeiten sind Ticketdatenqualität, Diagnoseroutinen, Ersatzteilverfügbarkeit und mobile Rückmeldung. Reporting erfolgt wöchentlich und monatlich.

Kundenzufriedenheit CSAT

Zweck ist die Bewertung der wahrgenommenen Servicequalität unmittelbar nach Leistungsabschluss. Berechnet wird der Durchschnitt der Rückmeldungen auf einer Skala von 1 bis 5. Beispiel: 430 Punkte bei 100 Rückmeldungen ergeben 4,30. Interpretation: Sinkende Werte zeigen Kommunikations-, Termin- oder Qualitätsprobleme, auch wenn harte SLA eingehalten sind. Maßnahmen sind Analyse der offenen Textkommentare, Rückrufverfahren, Nachtraining von Kommunikation und gezielte Verbesserung schwacher Journey-Punkte. Abhängigkeiten sind saubere Fallstichprobe, neutrale Abfrage und ausreichende Rücklaufquote. Reporting erfolgt monatlich und quartalsweise.

NPS

Zweck ist die Messung der Empfehlungsbereitschaft als verdichtete XLA-Kennzahl. Berechnung erfolgt aus dem Anteil der Promotoren minus dem Anteil der Detraktoren. Beispiel: 45 % Promotoren und 15 % Detraktoren ergeben einen NPS von 30. Interpretation: Ein positiver, aber fallender NPS zeigt sinkende Loyalität; ein NPS unter Eskalationsschwelle zeigt belastete Nutzerbeziehungen. Maßnahmen sind Ursachenanalyse nach Nutzergruppe und Prozess, priorisierte Verbesserung besonders kritischer Touchpoints und gezielte Rückgewinnung bei detraktorischen Rückmeldungen. Abhängigkeiten sind belastbares Survey-Design, ausreichend große Stichprobe und Trennung nach Nutzergruppen. Reporting erfolgt quartalsweise und halbjährlich.

Energie, Kosten und Flächen

Energiekennzahlen sind auf Energieperformance, Baselines und Messverifikation auszurichten; der Flächenbezug ist konsistent nach DIN 277 zu führen; Kosten-, Verbrauchs- und Flächenkennzahlen sind gegen Budget, Baseline und externe Benchmarks einzuordnen; Investitions- und Werterhaltsthemen folgen der lebenszyklusbezogenen Logik des Asset Managements.

Energieverbrauch pro m²

Zweck ist die Steuerung der Energieintensität je Gebäude, Cluster und Gewerk. Berechnet wird der gemessene Energieverbrauch dividiert durch die referenzierte Fläche. Beispiel: 120.000 kWh bei 10.000 m² ergeben 12,0 kWh/m² im Berichtsmonat. Interpretation: Werte oberhalb der Baseline zeigen Betriebsabweichung, Lastfehlverhalten oder Messprobleme. Maßnahmen sind Lastganganalyse, Prüfung von Laufzeiten und Overrides, Ursachenanalyse nach Verbrauchergruppe und Nachführung der Baseline nur nach freigegebener Änderung. Abhängigkeiten sind stabile Zählerstruktur, korrekter Flächenbezug, Wetter- und Nutzungsnormalisierung sowie Ausschluss von Inbetriebnahmeeffekten. Reporting erfolgt täglich auf Zählebene und monatlich im Energiecockpit.

CO₂-Emissionen pro m²

Zweck ist die Steuerung der Emissionsintensität aus dem Energieeinsatz. Berechnet wird die Summe der Energieverbräuche multipliziert mit den dokumentierten Emissionsfaktoren, dividiert durch die referenzierte Fläche. Beispiel: 120.000 kWh Strom mit 0,363 kg CO₂e/kWh und 10.000 m² ergeben 4,36 kg CO₂e/m². Interpretation: Abweichungen können aus Verbrauch, Energieträgermix oder geänderten Faktoren stammen. Maßnahmen sind Verbrauchsreduktion, Energieträgerreview, Herkunftsnachweise, Anpassung von Faktoren und gesonderte Kennzeichnung von Faktoränderungen. Abhängigkeiten sind freigegebene Faktorbibliothek, Energiequellenmapping und Flächenreferenz. Reporting erfolgt monatlich und quartalsweise.

OPEX-Budgetabweichung

Zweck ist die Steuerung der laufenden Betriebskosten gegen das genehmigte Budget. Berechnet wird die prozentuale Abweichung der Istkosten vom Budget. Beispiel: 1,03 Mio. € Istkosten bei 1,00 Mio. € Budget ergeben +3,0 %. Interpretation: Positive Überschreitungen zeigen Mehrverbrauch, Zusatzleistungen oder Störungskosten; Unterläufe können auf Verschiebungen oder unerledigte Leistungen hindeuten. Maßnahmen sind Kostenanalyse nach Konto, Gewerk und Tickettyp, Forecast-Anpassung, Gegensteuerung und Freigabeprüfung. Abhängigkeiten sind Periodenabgrenzung, saubere Kontierung und Trennung von OPEX und CAPEX. Reporting erfolgt monatlich.

CAPEX-Planerfüllung

Zweck ist die Steuerung des freigegebenen Maßnahmenplans gegen Budget und Fortschritt. Berechnet wird der realisierte CAPEX im Verhältnis zum freigegebenen periodischen Plan. Beispiel: 1,8 Mio. € realisiert bei 2,0 Mio. € Plan ergeben 90,0 %. Interpretation: Unterläufe zeigen Verzögerungen, fehlende Freigaben oder Vergabeprobleme; Überläufe zeigen Vorziehung, Scope-Drift oder Kostenverlagerung. Maßnahmen sind Projektreview, Repriorisierung, Freigabesteuerung und saubere Trennung zu OPEX. Abhängigkeiten sind Maßnahmenplan, Freigabekalender, Projektcontrolling und saubere Statusführung. Reporting erfolgt monatlich und quartalsweise.

Kosten pro m²

Zweck ist die Vergleichbarkeit der FM-Kosten auf Flächenbasis. Berechnet wird der relevante OPEX dividiert durch die referenzierte Fläche. Beispiel: 2,4 Mio. € OPEX bei 10.000 m² ergeben 240 €/m² pro Jahr. Interpretation: Werte oberhalb des Zielkorridors müssen gegen Nutzungsprofil, Kritikalität und Benchmarkwerte gelesen werden. Maßnahmen sind Kostendekomposition nach Gewerk und Flächencluster, Bündelungs- und Beschaffungsreview sowie Ursachenabgleich mit Energie- und Störungslage. Abhängigkeiten sind DIN-277-konforme Fläche, belastbare Kostenstruktur und periodische Abgrenzung. Reporting erfolgt monatlich mit Jahreshochrechnung.

Kosten pro Ticket

Zweck ist die Kostentransparenz je Servicefall. Berechnet werden die gesamten Service-Desk- und Field-Service-Kosten dividiert durch die Anzahl geschlossener Tickets. Beispiel: 180.000 € Kosten bei 3.000 geschlossenen Tickets ergeben 60 €/Ticket. Interpretation: Steigende Werte zeigen teure Fehlsteuerung, geringe First-Time-Fix-Raten oder falsche Ticketgranularität. Maßnahmen sind Standardisierung, Optimierung des Dispatchings, Bündelung, Automatisierung und Bereinigung von Fehlbuchungen. Abhängigkeiten sind saubere Kostenzuordnung, Ticketklassifikation und vollständige Rückmeldungen. Reporting erfolgt monatlich.

Flächenauslastung

Zweck ist die Steuerung der Nutzungskapazität je Flächencluster. Berechnet wird die genutzte Kapazität im Verhältnis zur verfügbaren Kapazität, vorzugsweise auf Stunden-, Platz- oder Zonenbasis. Beispiel: 420 genutzte Arbeitsplatz-Tage bei 600 verfügbaren Arbeitsplatz-Tagen ergeben 70,0 %. Interpretation: Zu niedrige Werte zeigen Überbereitstellung, zu hohe Werte Engpässe oder Fehlbelegung. Maßnahmen sind Umsteuerung im Flächenmix, Anpassung von Buchungsregeln, Nachsteuerung von Flächenstandards und Clusterreview. Abhängigkeiten sind definierte Messmethode je Cluster, Sensorik- oder Buchungsqualität und saubere Trennung produktiver von nicht produktiven Flächen. Reporting erfolgt monatlich und quartalsweise.

Reinigung, Sicherheit und Brandschutz

Reinigungskennzahlen sind an objektivierbaren Qualitätsmesssystemen auszurichten; Brandschutzkennzahlen müssen den sicheren Betrieb der Brandmelde- und Sprachalarmanlagen abbilden; Falschalarmmanagement ist als eigener Steuerungsgegenstand zu führen.

Reinigungsqualitätsquote

Zweck ist die objektivierte Beurteilung der Reinigungsleistung über definierte Kontrollpunkte. Berechnet wird der Anteil bestandener Kontrollpunkte an allen geprüften Kontrollpunkten. Beispiel: 190 bestandene Punkte bei 200 Prüfungen ergeben 95,0 %. Interpretation: Unterschreitungen zeigen Abweichungen nach Fläche, Los, Zeitfenster oder Objektart. Maßnahmen sind Nachreinigung, Ursachenanalyse nach Schicht und Fläche, Personalnachsteuerung, Materialwechsel und engere Stichproben. Abhängigkeiten sind einheitliche Prüfkataloge, Stichprobenlogik und eindeutige Flächenstruktur. Reporting erfolgt wöchentlich und monatlich.

Sicherheitsereignisse fristgerecht geschlossen

Zweck ist die Erfüllung der Bearbeitungs- und Schließfristen für Security-Incidents. Berechnet wird der Anteil SLA-konform geschlossener Sicherheitsereignisse an allen fälligen Ereignissen. Beispiel: 57 fristgerecht geschlossene Ereignisse bei 60 fälligen Ereignissen ergeben 95,0 %. Interpretation: Abweichungen zeigen Prozessbrüche zwischen Meldung, Maßnahme und Abschluss oder Engpässe bei Drittgewerken. Maßnahmen sind Eskalation bei offenen High-Criticality-Fällen, Priorisierungsreview und Ursachenanalyse nach System- oder Personenlage. Abhängigkeiten sind Incident-Klassifikation, Eskalationsmatrix und saubere Übergabe an Folgeprozesse. Reporting erfolgt täglich und monatlich.

Zutrittssystem-Verfügbarkeit

Zweck ist die Sicherstellung der sicherheits- und betriebsrelevanten Zugangsprozesse. Berechnet wird die planmäßige Betriebszeit abzüglich Störzeit im Verhältnis zur planmäßigen Betriebszeit. Beispiel: 744 Stunden Planzeit und 0,8 Stunden Störung ergeben 99,89 %. Interpretation: Unterdeckung gefährdet Nutzerzugang, Werkschutz und Betriebsabläufe. Maßnahmen sind technisches Störungsreview, Redundanzprüfung, Schnittstellenprüfung zur GA und fokussierte Ersatzteillogik. Abhängigkeiten sind Zeitstempel aus dem Leitsystem, definierte Wartungsfenster und kodierte Fremdeinflüsse. Reporting erfolgt täglich und monatlich.

BMA/SAA-Verfügbarkeit

Zweck ist die Verfügbarkeit der alarm- und brandfallrelevanten Systeme. Berechnet wird die planmäßige Betriebszeit abzüglich Ausfallzeit im Verhältnis zur planmäßigen Betriebszeit. Beispiel: 720 Stunden Planzeit und 0,2 Stunden Ausfall ergeben 99,97 %. Interpretation: Jede längere Unterdeckung hat unmittelbare Sicherheitsrelevanz. Maßnahmen sind Sofortmeldung, Abstellmaßnahme, organisatorische Kompensationen, Eskalation und gegebenenfalls Sonderfreigabe. Abhängigkeiten sind korrekt abgegrenzte Wartungsfenster, Abschaltprotokolle und saubere Ereignishistorie. Reporting erfolgt täglich und monatlich.

Falschalarmquote Brandmeldung

Zweck ist die Reduzierung unnötiger Alarme und Folgeeinsätze ohne Minderung der Detektionssicherheit. Berechnet wird die Anzahl von Falschalarmmeldungen je 100 automatische Melder auf rollierender Zwölfmonatsbasis. Beispiel: 8 Falschalarme bei 600 Meldern ergeben 1,33 Alarme je 100 Melder und Jahr. Interpretation: Erhöhte Werte zeigen Detektorverschmutzung, Umgebungsprobleme, inadäquate Parametrierung oder organisatorische Defizite. Maßnahmen sind Zonenanalyse, Reinigungs- und Wartungsreview, Prüfung von Zweimeldungsabhängigkeit bzw. Mehrsensorkonzepten, Umgebungsmaßnahmen und Schulung. Abhängigkeiten sind Melderbestand, klare Klassifikation echter versus falscher Alarme und lückenlose Alarmhistorie. Reporting erfolgt monatlich mit rollierendem Zwölfmonatswert.

GA/GLT, CAFM und Lieferanten

Für TGM und Gebäudeautomation sind Integrität, Protokollierung und Informationssicherheit integraler Teil des Betriebs; für den Austausch der Objekt- und Betriebsdaten ist eine strukturierte, IFC-basierte Schnittstelle zu verwenden; für externe Provider ist dokumentierte Leistungsüberwachung verpflichtend.

GA/GLT-Alarmannahme innerhalb Zielzeit

Zweck ist die zeitnahe Sichtung und Quittierung kritischer technischer Alarme. Berechnet wird der Anteil kritischer Alarme, die innerhalb von fünf Minuten quittiert wurden. Beispiel: 490 fristgerecht quittierte kritische Alarme bei 500 kritischen Alarmen ergeben 98,0 %. Interpretation: Abweichungen zeigen Leitstandsunterdeckung, Alarmflut oder mangelhafte Alarmhygiene. Maßnahmen sind Alarmrationalisierung, Unterdrückung unkritischer Meldungen, Schärfung der Priorisierung und Anpassung der Besetzung. Abhängigkeiten sind korrekte Alarmklassifikation, Zeitstempel-Synchronität und definierte Eskalationsketten. Reporting erfolgt täglich und monatlich.

GA/GLT-Override-Rate > 24 h

Zweck ist die Begrenzung dauerhaft manueller Übersteuerungen. Berechnet wird der Anteil manuell übersteuerter regelbarer Punkte mit Laufzeit über 24 Stunden an allen aktiven regelbaren Punkten. Beispiel: 25 Overrides über 24 Stunden bei 1.000 regelbaren Punkten ergeben 2,5 %. Interpretation: Erhöhte Werte zeigen unvollständige Störungsbeseitigung, provisorische Betriebsweisen oder Regelungsinstabilität. Maßnahmen sind tägliches Override-Review, Rückbauprotokoll, technische Ursachenanalyse und Freigabeprüfung länger laufender Handstellungen. Abhängigkeiten sind Punktlisten, Rollenkonzept, Bedienprotokoll und Zeitstempelqualität. Reporting erfolgt täglich und wöchentlich.

CAFM-Datenqualitätsindex

Zweck ist die Steuerung von Vollständigkeit, Konsistenz, Aktualität und Dokumentenverknüpfung im führenden Datenbestand. Berechnung erfolgt als gewichteter Index aus 40 % Vollständigkeit, 30 % Konsistenz, 20 % Aktualität und 10 % DMS-Linkquote. Beispiel: 99 % Vollständigkeit, 98 % Konsistenz, 96 % Aktualität und 100 % DMS-Linkquote ergeben 98,0 %. Interpretation: Gelb zeigt Prozessdefizite im Änderungsfluss; Rot gefährdet Nachweise, Reporting und Systemkopplung. Maßnahmen sind Pflichtfeldnachpflege, Dublettenbereinigung, ETL-Fehlerbehebung, Revisionsabgleich und Eskalation kritischer Assets ohne Vollsatz. Abhängigkeiten sind stabile Asset-IDs und Pflichtattribute des Anlagenkatasters, verbindliche Revisionsregeln und fehlerfreie Schnittstellen. Reporting erfolgt wöchentlich und monatlich.

Lieferanten-Qualitätsindex

Zweck ist die verdichtete Bewertung von Termin, Qualität, Dokumentation und HSE je Lieferant oder Nachunternehmer. Berechnet wird ein gewichteter Index aus 30 % Termintreue, 30 % Qualitätsleistung, 20 % Dokumentationsqualität und 20 % HSE-Erfüllung. Beispiel: 92, 88, 95 und 100 Punkte ergeben 93,1 %. Interpretation: Werte unter Warnschwelle zeigen Steuerungs- oder Leistungsdefizite; Werte unter Eskalationsschwelle begründen Lieferantenentwicklungsmaßnahmen oder Freigabereview. Maßnahmen sind Managementgespräch, Ursachenanalyse, Maßnahmenplan, Auditverdichtung und gegebenenfalls Einschränkung des Einsatzes. Abhängigkeiten sind belastbare Lieferantenstammdaten, einheitliche Bewertungsregeln und vollständige Evidenzen aus Tickets, Audits und HSE-Prüfungen. Reporting erfolgt monatlich und quartalsweise.

Datenanforderungen

Für jeden KPI sind Rohdaten, berechnete Werte, Aggregationsebenen und Freigabestände getrennt zu führen. CAFM liefert Asset-ID, Standort, Gewerk, Kritikalität, Ticketstatus, Auftrags- und Prüfstatus, Dokumentenreferenz und Measures-Basis. GLT/BMS liefert Alarmzeitpunkte, Quittierungen, Laufzeiten, Overrides, Betriebsstunden und Messwerte. Das ERP liefert Budget, Ist-Kosten, Bestellungen, Lagerbestände, Leistungsverrechnung und Projektstatus. Survey-Werkzeuge liefern CSAT- und NPS-Rohdaten. BMA-, Zutritts- und Security-Systeme liefern Ereignisse, Störzeiten und Alarmhistorien. Die Flächen- und Raumreferenz ist konsistent nach DIN 277 zu führen; für Kosten-, Verbrauchs- und Flächenvergleiche sind Benchmark- und Budgetbezüge separat zu hinterlegen.

Integrationen CAFM/GLT/ERP

System of Record ist je Attributgruppe eindeutig festzulegen. CAFM ist führend für Assets, Tickets, Prüfungen, PM-Pläne und Dokumentenmetadaten; GLT/BMS ist führend für Echtzeit- und Verlaufsdaten; das ERP ist führend für Kosten, Budget, Beschaffung und Bestandsdaten. Für den Datenaustausch ist eine strukturierte CAFM-Connect-fähige Übergabelogik zu verwenden; KPI-Berechnung, Historisierung und Dashboarding erfolgen in einer getrennten BI-Ebene. Für TGM und GA sind Integrität, Zugriffsschutz, Zeitstempelsynchronität und Protokollierung über alle Schnittstellen sicherzustellen. Die ERP-/Kostenintegration erfolgt im führenden ERP-System; für Asset- und Instandhaltungsdaten können die im Produktstandard bereitgestellten KPI-Domänen aus Asset Management genutzt werden.

Mess- und Validierungsregeln

Jede KPI-Berechnung ist mit eindeutiger Clock-Start-/Stop-Logik, Exklusionscodes, Aggregationsebene und Rundungsregel zu versehen. Genehmigte Abschaltfenster zählen nicht als ungeplante Ausfallzeit; OEM-Wartezeiten, fehlende Auftraggeberfreigaben und gesperrte Flächen werden nur mit dokumentiertem Exklusionscode aus SLA-Uhren ausgenommen. Fehlende Rohdaten werden nicht neutral synthetisiert; bei P1-KPI führt fehlende Messbarkeit über 24 Stunden zu gelb, über 48 Stunden zu rot. Alle Rohdaten müssen Zeitstempel, Objektbezug und Bearbeiterbezug tragen; manuelle Korrekturen sind versionsgeführt und freigabepflichtig. Für Energie- und CO₂-KPIs werden Baselines, Wetter- oder Nutzungsnormalisierung, Emissionsfaktorbibliothek und Rebaselining-Regeln gesondert geführt. Zur Erhöhung der Glaubwürdigkeit von Energieverbesserungen sind Messung und Verifikation nach dokumentierten M&V-Regeln zu führen.

Rollen für Datenerhebung und Verifikation

Für jeden KPI ist eine Rolle für Dateneigentum, eine Rolle für Datenpflege, eine Rolle für Verifikation und eine Rolle für Freigabe zu benennen. Standardrollen sind: Leitung Technischer Betrieb, Instandhaltungsleitung, Leitung Service Desk, Energiekoordination, kaufmännisches FM/Controlling, Leitung Sicherheit, Brandschutzmanagement, GA/GLT-Management, CAFM-Datenmanagement, Qualitätsmanagement und Lieferantenmanagement. Die Verifikation der Rohdaten erfolgt auf Prozessebene; die Freigabe der Monatswerte erfolgt ausschließlich auf aggregierter KPI-Ebene. Audit- und Lieferantenkennzahlen werden erst nach Schließung des Evidenzsatzes freigegeben. Für kritische externe Provider ist die Leistungsüberwachung dokumentiert und risikobasiert zu führen.

Reporting & Dashboards

Der im TTS-Konzept vorgesehene Dreiklang aus operativer Shopfloor-Steuerung, periodischem Managementbericht und Reviewlogik ist in ein stufenweises Dashboard- und Eskalationsmodell zu überführen. Audit- und Maßnahmennachverfolgung sind mit denselben Rohdaten zu führen und im Auditprogramm prüfbar zu halten.

Dashboard-Ansicht

Hauptadressat

Kernkennzahlen

Visualisierung

Aktualisierung

Eskalation

Operatives Tagesdashboard

Leitstand, Objektleitung, Schichtverantwortung

Verfügbarkeit, P1/P2-Störungen, First Response, Behebungszeit, Alarmannahme, Overrides

Ampelkacheln, Heatmap, Top-10-Liste, Alarmband

Echtzeit / 15 Min / täglich

Rot sofort an Objektleitung; ungelöst > 4 h an AG-Betriebssteuerung

Instandhaltungsdashboard

Instandhaltungsleitung, Technikkoordination

PM-Quote, MTTR, MTBF, Ersatzteilverfügbarkeit, Prüfquote

Trendlinien, Fälligkeitsmatrix, Backlog-Alterung

täglich / wöchentlich

Gelb mit Maßnahmenfrist 2 AT; Rot mit Wochenreview-Sonderpunkt

Service-Desk-Dashboard

Service Desk, Vertragssteuerung

Gesamt-SLA, First Response, Behebung, Backlog, FTF, CSAT

SLA-Funnel, Burndown, Queue-Ansicht, Nutzerfeedback

täglich / monatlich

Rot sofort, SLA-Monatsunterdeckung an Vertragssteuerung

Energie- und Kostendashboard

Energiekoordination, Kaufmännisches FM, Management

kWh/m², kgCO₂e/m², OPEX, CAPEX, €/m², €/Ticket

Baselinedifferenz, Sankey/Trend, Budgetampel

täglich / monatlich / Quartal

Abweichung > Warnschwelle mit Korrekturmaßnahme; Rot an Managementreview

Compliance- und Brandschutzdashboard

Compliance, Brandschutz, AG-Betriebssteuerung

Prüfquote, Findings-Closure, BMA/SAA-Verfügbarkeit, Falschalarmquote, Security-Closure

Fristenmatrix, R12-Trends, Statusboard

wöchentlich / monatlich

Jede P1-Abweichung sofort; wiederholtes Gelb zwei Perioden = Rot

Daten- und Lieferantendashboard

CAFM-Datenmanagement, Lieferantenmanagement

Datenqualitätsindex, Systemfehler, Lieferantenindex

Datenqualitätskachel, Fehlerlog, Lieferantenranking

wöchentlich / monatlich / Quartal

Kritische Assets < 100 % Datenqualität sofort; Lieferantenindex < 80 in QBR

Reporting- und Eskalationsfluss für Leistungskennzahlen im technischen Facility Management

Die Reporting-Frequenz ist wie folgt zu führen: Echtzeit beziehungsweise intraday für Verfügbarkeit, Alarmannahme, P1/P2-Störungen, Backlog und Overrides; täglich für operative Abweichungen; wöchentlich für PM, Prüfungen, Cleaning und Datenqualität; monatlich für SLA, Energie, Kosten und Lieferanten; quartalsweise für NPS, strategische CAPEX-Steuerung und Lieferantenreviews; rollierend zwölf Monate für MTBF und Falschalarmquote. Jede gelbe Bewertung löst einen dokumentierten Maßnahmenplan mit Verantwortlichem und Fälligkeit aus. Jede rote Bewertung löst Eskalation auf die nächsthöhere Führungsebene am selben Arbeitstag aus. Zwei aufeinanderfolgende gelbe Monatswerte oder drei gelbe Tageswerte im selben Kalendermonat gelten als rote Abweichung. Fehlende Datenerhebung für P1-KPIs ist selbst ein Eskalationstatbestand.

Der Reporting- und Eskalationsfluss ist an dokumentierter Auditnachverfolgung, Maßnahmenwirksamkeit, operativer KPI-Steuerung und Managementreview auszurichten; für die operative Visualisierung sind KPI-Dashboards mit Überblick über offene Aufträge, Belastung und Backlog bereits in der Produktdokumentation des EAM-Umfelds vorgesehen.

Angaben, die im Zuge der Ausschreibung noch zu präzisieren sind:

  • die endgültige Kritikalitätsmatrix der Assets und damit die je KPI anzuwendenden Schwellen für Klasse A, B und C;

  • die endgültigen Betriebs-, Service- und Prüfkalender mit Clock-Start-/Stop-Regeln; die Codes für zulässige SLA-Exklusionen;

  • die endgültigen Baselines und Zielkorridore für Energie, CO₂, Kosten und Fläche je Gebäude- und Nutzungscluster;

  • die konkrete Flächennormalisierung nach Brutto-, Netto- oder spezifischer Nutzfläche;

  • die endgültigen Survey-Designs, Rücklaufmindestgrößen und Sampling-Regeln für CSAT und NPS;

  • die endgültigen Gewichtungen des Lieferanten-Qualitätsindex;

  • die konkreten KPI-Zuordnungen zu Bonus-/Malus-Mechaniken;

  • die konkreten Dashboard-Empfängerkreise, Drill-down-Rechte und Refresh-Zyklen;

  • die endgültige System-of-Record-Matrix für CAFM, GLT/BMS, ERP, Survey und Sicherheitsleitsysteme;

  • die verbindlichen ETL- und API-Schnittstellen;

  • die objektspezifischen Prüf- und Auditobjekte;

  • die Regeln zur CO₂-Faktorquelle je Energieträger;

  • die endgültigen Zielbänder der Flächenauslastung je Cluster;

  • sowie die Abgrenzung der in Reinigung, Sicherheit, Brandschutz und Lieferantenmonitoring enthaltenen beziehungsweise ausgeschlossenen Teilleistungen.